Rückbau von Kern-Kraft-Werken mit Drohnen
Deutschland baut seine Kern-Kraft-Werke zurück. Das ist gefährlich, weil Teile der Anlage noch radioaktiv sind. Drohnen und Unterwasser-Fahrzeuge (ROVs) können diese Bereiche prüfen – ohne dass Menschen der Strahlung ausgesetzt werden.
Was bedeutet Rückbau?
Rückbau bedeutet: Ein Kern-Kraft-Werk wird Schritt für Schritt abgebaut. Zuerst werden die Brenn-Elemente entfernt. Dann werden kontaminierte Teile zerlegt und entsorgt. Am Ende soll die Fläche wieder frei nutzbar sein.
Das dauert 15 bis 25 Jahre und kostet 1 bis 2 Milliarden Euro pro Kraft-Werk.
Die gesetzliche Grundlage ist das Atom-Gesetz (AtG). Es verpflichtet die Betreiber zum Rückbau.
Warum sind Drohnen hier wichtig?
Die Flyability Elios 3 – kollisions-geschützt für den Einsatz in kontaminierten Bereichen.
Auch nach Entfernung der Brenn-Stäbe bleiben Teile der Anlage radioaktiv. Wenn ein Mensch dort hineingeht, bekommt er Strahlen-Belastung.
Das ALARA-Prinzip sagt: Die Strahlen-Belastung soll so niedrig wie möglich sein (ALARA = As Low As Reasonably Achievable).
Die Drohne fliegt ferngesteuert in kontaminierte Bereiche. Der Pilot bleibt draußen. Ergebnis: 0 Milli-Sievert Strahlen-Belastung für das Personal.
Die Phasen des Rückbaus
Phase 1: Nach-Betrieb (2–5 Jahre)
Brenn-Elemente werden entfernt. Systeme werden dekontaminiert. Drohnen machen die erste Zustands-Erfassung.
Phase 2: Abbau der aktiven Teile (5–10 Jahre)
Der Reaktor-Druck-Behälter wird zerlegt. Kontaminierte Systeme werden abgebaut. Drohnen liefern 3D-Modelle für die Zerlegungs-Planung.
Phase 3: Gebäude-Abbau (5–10 Jahre)
Das Containment und die Neben-Gebäude werden abgerissen. Drohnen dokumentieren den Fortschritt.
Phase 4: Freigabe (2–3 Jahre)
Alle Flächen werden frei-gemessen. Behörden geben die Fläche zur Nutzung frei.
Wo werden Drohnen eingesetzt?
- Rohr-Systeme – Die Drohne fliegt durch kontaminierte Rohre (ab ca. 120 cm Durchmesser) und erstellt 3D-Karten.
- Reaktor-Druck-Behälter – Die Drohne fliegt durch das Mannloch ein und scannt den Behälter mit LiDAR.
- Beton- und Stahl-Strukturen – Kontaminations-Tiefe und aktivierte Bereiche werden dokumentiert.
- Abkling-Becken (unter Wasser) – Hier kommen ROVs zum Einsatz. Sie prüfen Sedimente und Einbauten mit Kamera und Sonar.
Optional können Strahlungs-Sensoren an der Drohne montiert werden. So entstehen 3D-Kontaminations-Karten.
Vorteile
- Kein Mensch in Strahlung. 0 Milli-Sievert statt 1–5 Milli-Sievert pro Inspektion.
- Schneller. 60–80 % Zeit-Ersparnis gegenüber klassischen Methoden.
- Günstiger. Kein Gerüst, keine aufwändigen Sicherheits-Maßnahmen.
- Bessere Daten. 4K-Video, LiDAR-3D und optionale Strahlungs-Messung.
- Lückenlose Dokumentation. Alle Daten werden archiviert – wichtig für Behörden und Aufsichts-Gremien.
Die Drohne kann nach dem Einsatz dekontaminiert werden. Bei hoch-kontaminierten Bereichen kann sie auch als Einweg-Gerät eingesetzt werden.
Häufige Fragen
Welche Vorteile haben Drohnen beim Rückbau?
Weniger Strahlen-Belastung für Menschen, schnellere Inspektionen, geringere Kosten und lückenlose Dokumentation für Behörden.
Kann die Drohne nach einem Einsatz in kontaminierten Bereichen wiederverwendet werden?
Ja, meistens. Die Drohne wird dekontaminiert und frei-gemessen. Bei hoher Kontamination ist Einweg-Betrieb möglich – immer noch günstiger als Personen-Einstieg.
Welche Genehmigungen braucht man?
Für Indoor-Flüge braucht die Drohne keine Flug-Genehmigung. Es braucht aber eine Genehmigung der Atom-Aufsicht, ein Strahlenschutz-Konzept und die Freigabe durch den Betreiber.
Kann die Drohne überall im Kraft-Werk fliegen?
In den meisten Bereichen ja – etwa 80–90 % sind mit Drohnen oder ROVs inspizierbar. Nicht geeignet: Bereiche mit aktiven Brenn-Elementen (zu hohe Strahlung für Elektronik).
Wie schnell kann ein Einsatz stattfinden?
Drohnen-Inspektionen dauern Tage statt Wochen. Die genaue Vorlauf-Zeit hängt von Genehmigungen und Planung ab. Bei dringenden Schadensfällen sind beschleunigte Einsätze möglich.
Kontakt
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