Prüf-Fristen für Industrie-Anlagen
Industrie-Anlagen müssen regelmäßig geprüft werden. Wie oft? Das hängt von der Anlage ab. Diese Seite erklärt die wichtigsten Fristen in einfacher Sprache.
Warum gibt es Prüf-Fristen?
Industrie-Anlagen müssen sicher sein. Deshalb gibt es gesetzliche Prüf-Pflichten. Die wichtigste Regel heißt BetrSichV (Betriebs-Sicherheits-Verordnung).
Die Prüf-Fristen hängen ab von:
- Der Art der Anlage (Kessel, Tank, Silo, Schornstein...)
- Dem Risiko (aggressive Stoffe, hohe Temperaturen...)
- Der Gefährdungs-Beurteilung des Betreibers
Die Fristen dürfen nie überschritten werden. Sonst drohen Bußgelder und Betriebsstilllegung.
Fristen nach Anlagen-Typ
Hier die wichtigsten Höchst-Fristen:
| Anlagen-Typ | Innere Prüfung | Wer prüft? |
|---|---|---|
| Druck-Behälter | Alle 5 Jahre | ZÜS (TÜV, DEKRA...) |
| Dampf-Kessel | Alle 3 Jahre | ZÜS (immer) |
| Lager-Tanks | Alle 5–10 Jahre | Befähigte Person oder ZÜS |
| Silos | Alle 1–5 Jahre | Befähigte Person |
| Schornsteine | Alle 1–3 Jahre | Befähigte Person |
| Regal-Anlagen | Alle 12 Monate | Regal-Prüfer |
| Ex-Anlagen | Alle 1–3 Jahre | ZÜS oder Ex-Fachperson |
ZÜS = Zugelassene Überwachungs-Stelle (z.B. TÜV, DEKRA, GTÜ). Bei erhöhtem Risiko können kürzere Fristen gelten.
Wer darf prüfen?
Es gibt zwei Arten von Prüfern:
- ZÜS (Zugelassene Überwachungs-Stelle) – zum Beispiel TÜV, DEKRA, GTÜ. Pflicht bei Druck-Geräten, Dampf-Kesseln und bestimmten Ex-Anlagen.
- Befähigte Person – eine ausgebildete Fach-Person. Reicht bei Tanks, Silos, Schornsteinen und Regal-Anlagen.
Die Drohne ist ein Prüf-Werkzeug. Beide Prüfer-Typen können Drohnen-Daten nutzen.
Was kann die Drohne?
- Sicht-Prüfung (VT) – Ja. 4K-Kamera mit starkem Licht. Oft bessere Qualität als das menschliche Auge.
- Wärmebild (Thermografie) – Ja. Erkennt heiße Stellen und Isolations-Schäden.
- 3D-Vermessung (LiDAR) – Ja. Erstellt genaue 3D-Modelle.
- Ultraschall (UT) – Eingeschränkt. Wand-Dicken-Messung ist in Entwicklung.
- Druck-Probe – Nein. Das ist ein physischer Test, den keine Drohne ersetzen kann.
- Kontakt-Verfahren (MT, PT) – Nein. Aber die Drohne findet die verdächtigen Stellen.
Vorteile der Drohne bei Prüfungen
- Kein Personen-Einstieg – die häufigste Unfall-Ursache bei inneren Prüfungen entfällt.
- 40–80 % weniger Kosten – kein Gerüst, keine Rettungs-Kette.
- Kürzere Stillstände – innere Prüfungen in Stunden statt Tagen.
Häufige Fragen
Wer legt die Prüf-Fristen fest?
Der Betreiber legt die Fristen fest – auf Basis seiner Gefährdungs-Beurteilung. Die BetrSichV gibt Höchst-Fristen vor, die nicht überschritten werden dürfen.
Was passiert bei Frist-Überschreitung?
Das ist eine Ordnungs-Widrigkeit. Es drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro. Bei einem Unfall haftet der Betreiber persönlich. Versicherungen können die Leistung verweigern.
Kann die Drohne die Prüfung komplett ersetzen?
Nein. Die Drohne ist ein Werkzeug. Die Prüfung muss von einer qualifizierten Person bewertet werden. Die Drohne liefert die Daten – zum Beispiel für die innere Sicht-Prüfung.
Akzeptieren TÜV und DEKRA Drohnen-Daten?
In der Praxis werden Drohnen-Daten von vielen Prüf-Stellen als Grundlage akzeptiert. Wir empfehlen, den Sachverständigen frühzeitig einzubeziehen.
Können Prüf-Fristen verlängert werden?
Die Fristen richten sich nach der Gefährdungs-Beurteilung. Innerhalb der Höchst-Grenzen kann angepasst werden. Die Höchst-Fristen der BetrSichV können nicht verlängert werden.
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