Drohne, Gerüst oder Seil-Zugang: Was ist besser?
Bei jeder Inspektion stellt sich die Frage: Wie komme ich an die Schadens-Stelle? Es gibt drei Möglichkeiten: Gerüst bauen, Kletterer mit Seil-Zugang oder eine Drohne schicken. Hier vergleichen wir alle drei – ehrlich und aus der Praxis.
Die drei Methoden
1. Gerüst-Bau
Ein Gerüst wird an der Anlage aufgebaut. Dann klettern Prüfer hinauf. Kosten: Oft über 100.000 Euro. Dauer: Wochen (Aufbau + Inspektion + Abbau).
2. Seil-Zugang (Rope Access)
Spezielle Kletterer (mit FISAT/IRATA-Zertifikat) seilen sich an der Anlage ab. Kosten: 2.000 bis 8.000 Euro pro Tag. Dauer: Tage.
3. Drohne (ELIOS 3 / M30T)
Die Drohne fliegt zur Schadens-Stelle. Kein Mensch muss hoch oder hinein. Kosten: Deutlich geringer. Dauer: Stunden bis wenige Tage.
Warum ist der Vergleich wichtig?
Nicht jede Methode ist für jeden Fall die beste. Wir empfehlen die Drohne nur, wenn sie wirklich die richtige Lösung ist. Manchmal ist ein Gerüst besser – zum Beispiel wenn Reparaturen nötig sind.
Kosten
Seil-Zugang am Schornstein – funktioniert, aber teurer als die Drohne.
| Gerüst | Seil-Zugang | Drohne | |
|---|---|---|---|
| Kosten | Hoch (5- bis 6-stellig) | Mittel | Niedrig bis mittel |
| Dauer | Wochen | Tage | Stunden bis Tage |
| Sicherheit | Hoch exponiert | Exponiert | Kein Personen-Einstieg |
| Daten-Qualität | Fotos, Notizen | Fotos, Notizen | 4K + LiDAR + Wärme-Bild |
| Reparatur möglich? | Ja | Ja | Nein (nur Inspektion) |
Bei reiner Inspektion spart die Drohne gegenüber Voll-Gerüstung oft 60 bis 90% der Kosten.
Zeit
- Gerüst: 2 bis 4 Wochen (Aufbau, Inspektion, Abbau)
- Seil-Zugang: 2 bis 5 Tage
- Drohne: Stunden bis wenige Tage – Daten sind sofort digital verfügbar
Sicherheit
Hier hat die Drohne den größten Vorteil: Kein Mensch muss in den gefährlichen Bereich.
- Gerüst: Absturz-Gefahr beim Aufbau und bei der Inspektion. Lange Aufenthalte in gefährlichen Bereichen.
- Seil-Zugang: Absturz-Gefahr trotz Sicherung. Körperliche Belastung. Komplizierte Rettung im Notfall.
- Drohne: Alle bleiben draußen. Keine Absturz-Gefahr. Keine giftigen Stoffe.
Vorteile der Drohne
- Sicherer. Kein Mensch im Gefahren-Bereich.
- Schneller. Stunden statt Wochen.
- Günstiger. Kein Gerüst, keine Kletterer.
- Bessere Daten. 4K-Video, 3D-Modell, Wärme-Bilder – messbar und vergleichbar.
- Reproduzierbar. Der Flug-Pfad wird gespeichert. Nächstes Jahr fliegt die Drohne den gleichen Weg.
Was die Drohne nicht kann
Ehrlichkeit ist uns wichtig. Die Drohne ist nicht die richtige Wahl, wenn:
- Reparaturen nötig sind. Die Drohne inspiziert, aber repariert nicht. Schweißen, Beschichten oder Montieren braucht einen Menschen.
- Taktile Prüfungen gebraucht werden. Klopf-Prüfungen oder manuelle Ultraschall-Messungen brauchen Kontakt zum Material.
- Die Anlage zu heiß ist. Die ELIOS 3 verträgt maximal 50 Grad.
- Die Öffnung zu klein ist. Unter 50 cm wird es schwierig für die ELIOS 3.
- Explosions-Gefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert.
Die beste Lösung ist oft die Hybrid-Inspektion: Die Drohne zeigt, wo Probleme sind. Der Mensch greift nur dort ein, wo es wirklich nötig ist.
Häufige Fragen
Kann die Drohne das Gerüst komplett ersetzen?
Für reine Inspektion: oft ja. Für Reparaturen: nein. Die beste Lösung ist oft die Kombination – die Drohne zeigt, wo ein kleines Gerüst gebraucht wird.
Wie viel günstiger ist die Drohne?
Gegenüber Voll-Gerüstung: 60 bis 90% Ersparnis. Gegenüber Seil-Zugang: Die Kosten sind ähnlich, aber die Daten-Qualität ist mit der Drohne besser.
Akzeptieren Prüf-Organisationen Drohnen-Daten?
Ja, viele Organisationen (TÜV, DEKRA, DNV) arbeiten mit Drohnen-Daten. Wir klären das im Vorfeld mit den zuständigen Stellen.
Was ist Hybrid-Inspektion?
Die Drohne macht zuerst eine Übersicht. Dann geht ein Mensch nur dorthin, wo Reparatur oder taktile Prüfung nötig ist. Das spart bis zu 80% des Personen-Einsatzes in gefährlichen Bereichen.
Kontakt
Welche Methode passt zu Ihrer Anlage? Wir beraten ehrlich – und empfehlen die Drohne nur, wenn sie die beste Lösung ist.