Drohne vs. Gerüst vs. Seilzugang: Welche Inspektionsmethode passt?
- Kosten, Dauer, Sicherheit, Datenqualität – ein ehrlicher Vergleich aus der Praxis
In diesem Artikel:
- Wann ist die Drohne besser – und wann nicht?
- 1. Kosten: Drohne vs. Gerüst vs. Seilzugang
- 2. Dauer: Von Wochen auf Stunden
- 3. Sicherheit: Zero Entry als entscheidender Vorteil
- 4. Datenqualität: Subjektiv vs. Digital
- 5. Einsatzbereich: Wo welche Methode gewinnt
- 6. Vergleichstabelle auf einen Blick
- 7. Wann empfehlen wir KEINE Drohne?
- Fazit: Drohne als erste Wahl – mit Augenmaß
- Häufige Fragen zum Methodenvergleich
Wann ist die Drohne besser – und wann nicht?
Wir führen seit 2017 Drohneninspektionen durch – anfangs mit der Elios 1 und 2, heute mit der Flyability ELIOS 3. In diesem Vergleich sind wir ehrlich: Die Drohne ist in vielen Szenarien überlegen, aber nicht in allen. Wer handwerkliche Reparaturen vor Ort durchführen muss, braucht weiterhin physischen Zugang.
Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtige Methode für Ihren Anwendungsfall zu wählen – oder die optimale Kombination (Hybridinspektion).
Ob im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen, im Industriepark Höchst in Frankfurt oder im Duisburger Hafen – die Kostenersparnis durch Drohneninspektionen gegenüber Gerüstbau liegt bei 60–80%.
1. Kosten: Drohne vs. Gerüst vs. Seilzugang
Bei reiner Zustandserfassung (VT, Thermografie, Vermessung) ist die Drohne in vielen Fällen die wirtschaftlichste Option. Bei Reparaturbedarf: Hybridinspektion.
Gerüstbau
Fünf- bis sechsstellig bei komplexen Anlagen. Auf-/Abbau: zusätzliche Personal- und Logistikkosten. Stillstandkosten: Anlage oft wochenlang außer Betrieb. Schnell 100.000 EUR und mehr.
Seilzugang (Rope Access)
Niedriger als Gerüst, aber FISAT/IRATA-zertifiziertes Personal nötig. Typisch: 2.000–8.000 EUR/Tag. Kein Gerüstaufbau, aber Dokumentation oft nur manuell.
Drohne (ELIOS 3)
Anreise + Inspektion oft innerhalb eines Tages. Kein Gerüst, keine Kletterer, kein Personeneinstieg. Output: 4K, LiDAR-3D, Thermografie – automatisch georeferenziert.
2. Dauer: Von Wochen auf Stunden
Die Auswertung und Berichterstellung dauert bei allen Methoden zusätzlich. Der Drohnenvorteil: Die Daten sind digital und bereits georeferenziert, was die Auswertung beschleunigt.
Wichtig: Die exakte Dauer hängt immer von Anlagengröße, Komplexität und Zugangsbedingungen ab. Wir nennen keine fixen Zeiten, sondern klären den Scope individuell.
Gerüstbau: 2–4 Wochen
Aufbau: 1–2 Wochen, Inspektion: 2–5 Tage, Abbau: 1 Woche
Seilzugang: 2–5 Tage
Vorbereitung + Inspektion. Schneller als Gerüst, aber manuell.
Drohne: Stunden bis wenige Tage
An-/Abreise + Inspektion. Daten bereits digital und georeferenziert.
3. Sicherheit: Zero Entry als entscheidender Vorteil
Zero Human Entry: Der größte Sicherheitsvorteil der Drohneninspektion. Weniger Exposition = weniger Risiko = weniger Haftung.
Gerüstbau – Risiken
Absturzgefahr beim Aufbau und bei der Inspektion. Arbeiten in Höhe (TRBS 2121, DGUV Vorschrift 38). Lange Exposition in potenziell gefährlicher Atmosphäre.
Seilzugang – Risiken
Absturzgefahr trotz Sicherung. Exposition in kontaminierten/giftigen Atmosphären. Physische Belastung, komplexe Rettung im Notfall.
Drohne – Zero Entry
Kein Mensch im Gefahrenbereich. Keine DGUV-Befahrungsmaßnahmen, keine Rettungskette. Gasfreimessung weiterhin erforderlich.
4. Datenqualität: Subjektiv vs. Digital
• Dokumentation: Fotos (Handy/Kamera), handschriftliche Notizen, Skizzen
• Vermessung: Manuell (Maßband, Laser-Entfernungsmesser)
• Reproduzierbarkeit: Gering (nächste Inspektion = andere Person, andere Perspektive)
• 3D-Modell: Nicht verfügbar
Drohne (ELIOS 3):
• Dokumentation: 4K-Video/Foto (3840×2160, 30 fps), georeferenziert
• Vermessung: LiDAR-3D-Punktwolke (Präzision im Zentimeterbereich), Volumen, Geometrie
• Thermografie: Radiometrisch (absolute Temperaturwerte), CUI-Erkennung
• Reproduzierbarkeit: Hoch (gespeicherte Flugpfade, 3D-Karten)
• Colorization: Farbige 3D-Modelle für intuitive Befundung
• Output: .las/.e57 (CAD/BIM-kompatibel), PDF-Bericht mit Befundliste
Die Drohne liefert objektivere, messbare und reproduzierbare Daten. Besonders für Schadensfortschrittskontrolle über Jahre ist das ein entscheidender Vorteil.
5. Einsatzbereich: Wo welche Methode gewinnt
Drohne ist überlegen bei
Erstinspektion/Screening, Confined Spaces ohne Reparaturbedarf, großvolumige Räume, Wiederholungsinspektionen, gefährliche Atmosphären (nach Freimessung), Höhen >30 m, Dokumentationspflichten
Gerüst/Seilzugang nötig bei
Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten (Schweißen, Beschichtung), Materialproben, taktile Prüfungen (Klopfprüfung, manuelle UT), Bereiche ohne Flugweg für Drohne
Optimale Kombination: Hybrid
Drohne für Screening und Lokalisierung, Mensch nur dort, wo wirklich Handlungsbedarf besteht. Bis zu 80% weniger Personeneinsatz in gefährlichen Bereichen.
6. Vergleichstabelle auf einen Blick
| Kriterium | Gerüstbau | Seilzugang | Drohne (ELIOS 3) |
|---|---|---|---|
| Kosten | Hoch (5-6-stellig) | Mittel | Niedrig–Mittel |
| Dauer | Wochen | Tage | Stunden–Tage |
| Sicherheit (Personal) | Hoch exponiert | Exponiert | Zero Entry |
| Datenqualität | Subjektiv/manuell | Subjektiv/manuell | 4K + LiDAR + Thermo |
| Reproduzierbarkeit | Gering | Gering | Hoch (gespeicherte Pfade) |
| Reparatur möglich | Ja | Ja | Nein (nur Inspektion) |
| Confined Space geeignet | Bedingt | Bedingt | Optimal |
| Betriebsunterbrechung | Lang | Mittel | Minimal |
7. Wann empfehlen wir KEINE Drohne?
Reparaturen direkt erforderlich
Die Drohne inspiziert, aber repariert nicht. Wenn Schweißarbeiten, Beschichtungen oder Montagen nötig sind, braucht man physischen Zugang.
Taktile Prüfungen das Ziel
Klopfprüfungen, manuelle UT an spezifischen Stellen oder Materialproben erfordern menschlichen Kontakt.
Anlage noch >50°C heiß
Die ELIOS 3 ist nicht hitzebeständig (max. 50°C Umgebungstemperatur).
Explosive Atmosphäre nicht ausschließbar
Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert. Ohne gesicherte Gasfreimessung: kein Drohneneinsatz.
Zugang < 50 cm
Unter 50 cm Öffnung wird es geometrisch schwierig für die ELIOS 3.
Fazit: Drohne als erste Wahl – mit Augenmaß
Die Hybridinspektion (Drohne + gezielte menschliche Intervention) ist das Zukunftsmodell: Die Drohne identifiziert wo und was, der Mensch greift nur dort ein, wo er wirklich muss.
Die Frage ist nicht mehr ob Drohne, sondern wie viel Drohne – und wo der Mensch noch eingreifen muss.
Die Frage ist nicht mehr ob Drohne, sondern wie viel Drohne – und wo der Mensch noch eingreifen muss. Die Hybridinspektion ist das Zukunftsmodell.
Weniger Zeit in Gefahrenbereichen
Drastisch reduzierte Exposition von Personal in Confined Spaces und Höhen
Präzisere Daten
4K, LiDAR-3D und Thermografie liefern messbare, reproduzierbare Ergebnisse
Reproduzierbare Inspektionen
Gespeicherte Flugpfade ermöglichen exakte Vergleiche über Jahre
Deutlich reduzierte Gesamtkosten
Bis zu 60–90% Einsparung gegenüber Vollgerüstung bei großen Anlagen
Unsere Einsatzstandorte
An diesen Standorten in Deutschland setzen wir Drohneninspektionen in den relevanten Branchen ein — vor Ort und mit lokaler Einsatzplanung.
Industrie & Logistik
Häufige Fragen zum Methodenvergleich
Kann die Drohne das Gerüst komplett ersetzen?
Für reine Inspektion und Dokumentation: In vielen Fällen ja. Für Reparaturen (Schweißen, Beschichtung, Montage): Nein – dafür braucht man weiterhin physischen Zugang. Die optimale Lösung ist oft die Hybridinspektion: Drohne für Screening, Mensch nur dort, wo Handlungsbedarf besteht.
Wie viel günstiger ist die Drohne wirklich?
Das hängt vom Vergleichsszenario ab. Gegenüber Vollgerüstung in großen Anlagen sind Einsparungen von 60-90 % keine Seltenheit. Gegenüber Seilzugang ist der Kostenvorteil geringer, aber die Datenqualität (LiDAR, Thermo) deutlich höher. Wir nennen keine Pauschalzahlen – gerne kalkulieren wir Ihren konkreten Fall.
Akzeptieren Prüforganisationen Drohnendaten?
Die Akzeptanz wächst stetig. Viele Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, DNV u.a.) arbeiten bereits mit drohnengestützten Inspektionsdaten. Wichtig: Jede Prüforganisation entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang sie Drohneninspektionsdaten als Prüfgrundlage akzeptiert. Wir klären das im Vorfeld mit den zuständigen Stellen.
Was ist Hybridinspektion?
Hybridinspektion kombiniert Drohnen-Erstinspektion mit gezieltem menschlichem Eingriff. Die Drohne identifiziert und lokalisiert Schadensstellen (4K, LiDAR, Thermo) – der Mensch greift nur dort ein, wo Reparatur oder taktile Prüfung nötig ist. Ergebnis: Bis zu 80 % weniger Personeneinsatz in gefährlichen Bereichen.
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