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    Drohne vs. Gerüst vs. Seilzugang: Welche Inspektionsmethode passt?

    • Kosten, Dauer, Sicherheit, Datenqualität – ein ehrlicher Vergleich aus der Praxis
    Christian Engelke

    Christian Engelke

    Als EU-zertifizierter Drohnenpilot und Gründer von Kopterflug steht Christian Engelke für praxisnahe Drohneninspektionen in der Industrie. Mit über 10 Jahren Erfahrung und hunderten Einsätzen in Confined Spaces, Behältern und komplexen Anlagen – auch international – kennt er die Anforderungen aus der Praxis.

    Wann ist die Drohne besser – und wann nicht?

    Bei jeder Inspektion steht die gleiche Frage: Wie komme ich an die Schadensstelle? Gerüstbau, Seilzugang, Hebebühne oder Drohne – jede Methode hat Stärken und Grenzen.

    Wir führen seit 2017 Drohneninspektionen durch – anfangs mit der Elios 1 und 2, heute mit der Flyability ELIOS 3. In diesem Vergleich sind wir ehrlich: Die Drohne ist in vielen Szenarien überlegen, aber nicht in allen. Wer handwerkliche Reparaturen vor Ort durchführen muss, braucht weiterhin physischen Zugang.

    Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtige Methode für Ihren Anwendungsfall zu wählen – oder die optimale Kombination (Hybridinspektion).

    Ob im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen, im Industriepark Höchst in Frankfurt oder im Duisburger Hafen – die Kostenersparnis durch Drohneninspektionen gegenüber Gerüstbau liegt bei 60–80%.

    1. Kosten: Drohne vs. Gerüst vs. Seilzugang

    Ein Vergleich der drei Zugangsmethoden nach Kosten:

    Bei reiner Zustandserfassung (VT, Thermografie, Vermessung) ist die Drohne in vielen Fällen die wirtschaftlichste Option. Bei Reparaturbedarf: Hybridinspektion.

    Gerüstbau

    Fünf- bis sechsstellig bei komplexen Anlagen. Auf-/Abbau: zusätzliche Personal- und Logistikkosten. Stillstandkosten: Anlage oft wochenlang außer Betrieb. Schnell 100.000 EUR und mehr.

    Seilzugang (Rope Access)

    Niedriger als Gerüst, aber FISAT/IRATA-zertifiziertes Personal nötig. Typisch: 2.000–8.000 EUR/Tag. Kein Gerüstaufbau, aber Dokumentation oft nur manuell.

    Drohne (ELIOS 3)

    Anreise + Inspektion oft innerhalb eines Tages. Kein Gerüst, keine Kletterer, kein Personeneinstieg. Output: 4K, LiDAR-3D, Thermografie – automatisch georeferenziert.

    2. Dauer: Von Wochen auf Stunden

    Typische Zeiträume (Beispiel: Kessel-Inneninspektion)

    Die Auswertung und Berichterstellung dauert bei allen Methoden zusätzlich. Der Drohnenvorteil: Die Daten sind digital und bereits georeferenziert, was die Auswertung beschleunigt.

    Wichtig: Die exakte Dauer hängt immer von Anlagengröße, Komplexität und Zugangsbedingungen ab. Wir nennen keine fixen Zeiten, sondern klären den Scope individuell.

    Gerüstbau: 2–4 Wochen

    Aufbau: 1–2 Wochen, Inspektion: 2–5 Tage, Abbau: 1 Woche

    Seilzugang: 2–5 Tage

    Vorbereitung + Inspektion. Schneller als Gerüst, aber manuell.

    Drohne: Stunden bis wenige Tage

    An-/Abreise + Inspektion. Daten bereits digital und georeferenziert.

    Kletterer bei der Schornsteininspektion – klassischer Seilzugang

    3. Sicherheit: Zero Entry als entscheidender Vorteil

    Hier liegt der größte Vorteil der Drohne: Kein Mensch muss den Confined Space betreten.

    Zero Human Entry: Der größte Sicherheitsvorteil der Drohneninspektion. Weniger Exposition = weniger Risiko = weniger Haftung.

    Gerüstbau – Risiken

    Absturzgefahr beim Aufbau und bei der Inspektion. Arbeiten in Höhe (TRBS 2121, DGUV Vorschrift 38). Lange Exposition in potenziell gefährlicher Atmosphäre.

    Seilzugang – Risiken

    Absturzgefahr trotz Sicherung. Exposition in kontaminierten/giftigen Atmosphären. Physische Belastung, komplexe Rettung im Notfall.

    Drohne – Zero Entry

    Kein Mensch im Gefahrenbereich. Keine DGUV-Befahrungsmaßnahmen, keine Rettungskette. Gasfreimessung weiterhin erforderlich.

    4. Datenqualität: Subjektiv vs. Digital

    Gerüstbau / Seilzugang:
    • Dokumentation: Fotos (Handy/Kamera), handschriftliche Notizen, Skizzen
    • Vermessung: Manuell (Maßband, Laser-Entfernungsmesser)
    • Reproduzierbarkeit: Gering (nächste Inspektion = andere Person, andere Perspektive)
    • 3D-Modell: Nicht verfügbar

    Drohne (ELIOS 3):
    • Dokumentation: 4K-Video/Foto (3840×2160, 30 fps), georeferenziert
    • Vermessung: LiDAR-3D-Punktwolke (Präzision im Zentimeterbereich), Volumen, Geometrie
    • Thermografie: Radiometrisch (absolute Temperaturwerte), CUI-Erkennung
    • Reproduzierbarkeit: Hoch (gespeicherte Flugpfade, 3D-Karten)
    • Colorization: Farbige 3D-Modelle für intuitive Befundung
    • Output: .las/.e57 (CAD/BIM-kompatibel), PDF-Bericht mit Befundliste

    Die Drohne liefert objektivere, messbare und reproduzierbare Daten. Besonders für Schadensfortschrittskontrolle über Jahre ist das ein entscheidender Vorteil.

    5. Einsatzbereich: Wo welche Methode gewinnt

    Die richtige Methode für den richtigen Einsatz:

    Drohne ist überlegen bei

    Erstinspektion/Screening, Confined Spaces ohne Reparaturbedarf, großvolumige Räume, Wiederholungsinspektionen, gefährliche Atmosphären (nach Freimessung), Höhen >30 m, Dokumentationspflichten

    Gerüst/Seilzugang nötig bei

    Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten (Schweißen, Beschichtung), Materialproben, taktile Prüfungen (Klopfprüfung, manuelle UT), Bereiche ohne Flugweg für Drohne

    Optimale Kombination: Hybrid

    Drohne für Screening und Lokalisierung, Mensch nur dort, wo wirklich Handlungsbedarf besteht. Bis zu 80% weniger Personeneinsatz in gefährlichen Bereichen.

    LiDAR-3D-Scan Rohrleitungen Kraftwerk

    6. Vergleichstabelle auf einen Blick

    KriteriumGerüstbauSeilzugangDrohne (ELIOS 3)
    KostenHoch (5-6-stellig)MittelNiedrig–Mittel
    DauerWochenTageStunden–Tage
    Sicherheit (Personal)Hoch exponiertExponiertZero Entry
    DatenqualitätSubjektiv/manuellSubjektiv/manuell4K + LiDAR + Thermo
    ReproduzierbarkeitGeringGeringHoch (gespeicherte Pfade)
    Reparatur möglichJaJaNein (nur Inspektion)
    Confined Space geeignetBedingtBedingtOptimal
    BetriebsunterbrechungLangMittelMinimal

    7. Wann empfehlen wir KEINE Drohne?

    Ehrlichkeit schafft Vertrauen. Wir empfehlen keine Drohneninspektion, wenn:

    Reparaturen direkt erforderlich

    Die Drohne inspiziert, aber repariert nicht. Wenn Schweißarbeiten, Beschichtungen oder Montagen nötig sind, braucht man physischen Zugang.

    Taktile Prüfungen das Ziel

    Klopfprüfungen, manuelle UT an spezifischen Stellen oder Materialproben erfordern menschlichen Kontakt.

    Anlage noch >50°C heiß

    Die ELIOS 3 ist nicht hitzebeständig (max. 50°C Umgebungstemperatur).

    Explosive Atmosphäre nicht ausschließbar

    Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert. Ohne gesicherte Gasfreimessung: kein Drohneneinsatz.

    Zugang < 50 cm

    Unter 50 cm Öffnung wird es geometrisch schwierig für die ELIOS 3.

    Fazit: Drohne als erste Wahl – mit Augenmaß

    Für die reine Zustandserfassung in Confined Spaces ist die Drohne in den meisten Fällen überlegen: schneller, günstiger, sicherer, bessere Daten.

    Die Hybridinspektion (Drohne + gezielte menschliche Intervention) ist das Zukunftsmodell: Die Drohne identifiziert wo und was, der Mensch greift nur dort ein, wo er wirklich muss.

    Die Frage ist nicht mehr ob Drohne, sondern wie viel Drohne – und wo der Mensch noch eingreifen muss.

    Die Frage ist nicht mehr ob Drohne, sondern wie viel Drohne – und wo der Mensch noch eingreifen muss. Die Hybridinspektion ist das Zukunftsmodell.

    Weniger Zeit in Gefahrenbereichen

    Drastisch reduzierte Exposition von Personal in Confined Spaces und Höhen

    Präzisere Daten

    4K, LiDAR-3D und Thermografie liefern messbare, reproduzierbare Ergebnisse

    Reproduzierbare Inspektionen

    Gespeicherte Flugpfade ermöglichen exakte Vergleiche über Jahre

    Deutlich reduzierte Gesamtkosten

    Bis zu 60–90% Einsparung gegenüber Vollgerüstung bei großen Anlagen

    Unsere Einsatzstandorte

    An diesen Standorten in Deutschland setzen wir Drohneninspektionen in den relevanten Branchen ein — vor Ort und mit lokaler Einsatzplanung.

    Häufige Fragen zum Methodenvergleich

    Kann die Drohne das Gerüst komplett ersetzen?

    Für reine Inspektion und Dokumentation: In vielen Fällen ja. Für Reparaturen (Schweißen, Beschichtung, Montage): Nein – dafür braucht man weiterhin physischen Zugang. Die optimale Lösung ist oft die Hybridinspektion: Drohne für Screening, Mensch nur dort, wo Handlungsbedarf besteht.

    Wie viel günstiger ist die Drohne wirklich?

    Das hängt vom Vergleichsszenario ab. Gegenüber Vollgerüstung in großen Anlagen sind Einsparungen von 60-90 % keine Seltenheit. Gegenüber Seilzugang ist der Kostenvorteil geringer, aber die Datenqualität (LiDAR, Thermo) deutlich höher. Wir nennen keine Pauschalzahlen – gerne kalkulieren wir Ihren konkreten Fall.

    Akzeptieren Prüforganisationen Drohnendaten?

    Die Akzeptanz wächst stetig. Viele Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, DNV u.a.) arbeiten bereits mit drohnengestützten Inspektionsdaten. Wichtig: Jede Prüforganisation entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang sie Drohneninspektionsdaten als Prüfgrundlage akzeptiert. Wir klären das im Vorfeld mit den zuständigen Stellen.

    Was ist Hybridinspektion?

    Hybridinspektion kombiniert Drohnen-Erstinspektion mit gezieltem menschlichem Eingriff. Die Drohne identifiziert und lokalisiert Schadensstellen (4K, LiDAR, Thermo) – der Mensch greift nur dort ein, wo Reparatur oder taktile Prüfung nötig ist. Ergebnis: Bis zu 80 % weniger Personeneinsatz in gefährlichen Bereichen.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

    Eine Auswahl unserer Kunden und Partner

    Welche Methode passt zu Ihrer Anlage?

    Wir beraten ehrlich – und empfehlen die Drohne nur, wenn sie wirklich die beste Lösung ist. Sprechen Sie mit uns.

    Dipl.-Ing. Karsten Lehrke
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    Gründer & Geschäftsführer · Dipl.-Ing. Maschinenbau mit langjähriger Erfahrung in der Projektplanung.

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