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    Glossar: Drohneninspektion & Industrieinspektion (A-Z)

    • Über 100 Fachbegriffe – verständlich erklärt. Von API 653 bis ZÜS.
    Karsten Lehrke

    Karsten Lehrke

    Karsten ist Gründer und Geschäftsführer von Kopterflug. Als Dipl.-Ing. Maschinenbau bringt er langjährige Erfahrung in der Projektplanung mit.

    Inhaltsverzeichnis In diesem Artikel:

    Warum dieses Glossar?

    Drohneninspektion in der Industrie verbindet Drohnentechnologie, Messtechnik, Sicherheitsnormen und branchenspezifische Anforderungen. In Gesprächen mit Betreibern, Instandhaltern und Sachverständigen begegnen uns immer wieder dieselben Fragen: Was genau ist SLAM? Wann brauche ich LiDAR? Was bedeutet DN 600 in der Praxis? Was ist der Unterschied zwischen einem Turnaround und einem Wartungsfenster?

    Dieses Glossar ist unsere praxisnahe Referenz – keine Wikipedia-Kopie, sondern aus hunderten Inspektionen seit 2017 destilliert. Jeder Begriff wird im Kontext der industriellen Drohneninspektion erklärt.

    Über 100 Fachbegriffe aus Drohnentechnologie, Normen, Korrosion und Betrieb – praxisnah aus hunderten Inspektionen destilliert.

    A – ATEX / IECEx (Explosionsschutz)

    ATEX (Atmosphères Explosibles) ist die EU-Richtlinie 2014/34/EU für Geräte und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen. IECEx ist das internationale Pendant.

    Praxis-Relevanz für Drohneninspektion:
    Die Flyability ELIOS 3 ist NICHT ATEX/IECEx-zertifiziert. Das bedeutet: Vor jedem Einsatz in Bereichen, in denen explosive Atmosphären auftreten könnten (z. B. Tanks mit Restmedien, Öl-/Gas-Anlagen), muss eine Gasfreimessung durchgeführt und dokumentiert werden. Erst nach Freigabe durch den Anlagenverantwortlichen darf die Drohne eingesetzt werden.

    Normen: ATEX-Richtlinie 2014/34/EU, ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG, IECEx-System

    A – Anfahrschaden / API 510 / API 570 / API 653

    Anfahrschaden (Regalanlage)
    Strukturelle Beschädigung an Regalständern, Traversen oder Bodenverankerungen durch Kollision mit Flurförderzeugen (Gabelstapler) oder Regalbediengeräten (RBG). Anfahrschäden sind das häufigste Schadensbild in Hochregallagern und nach DIN EN 15635 sowie DGUV Regel 108-007 sofort zu melden und zu klassifizieren.

    Schadensklassifizierung nach DIN EN 15635 (Grün/Gelb/Rot):
    Grün: Geringfügige Schäden – Betrieb unter Beobachtung möglich, Reparatur bei nächster Gelegenheit
    Gelb: Mäßige Schäden – Lastreduzierung erforderlich, Reparaturtermin festlegen, Wiederholungsprüfung
    Rot: Schwere Schäden – sofortige Außerbetriebnahme und Sperrung des betroffenen Regalbereichs bis zur Reparatur und erneuten Abnahme

    ELIOS 3-Vorteil: In Hochregallagern (20–40 m Höhe) dokumentiert die Drohne alle Regalebenen und Ständer in einem Flug – lückenlose 4K-Fotodokumentation aller Anfahrschäden ohne RBG-Befahrung, Hubarbeitsbühne oder Gerüst. Reproduzierbare Vergleichsaufnahmen für Folgeprüfungen.



    API 510 / API 570 / API 653 (American Petroleum Institute)
    Die wichtigsten US-amerikanischen Normen für die Inspektion von Druckgeräten und Tanks in der Prozessindustrie – in Deutschland neben den DIN EN-Normen häufig in Raffinerien, Chemie- und petrochemischen Anlagen anzutreffen:

    API 510Pressure Vessel Inspection Code: Inspektion, Reparatur, Veränderung und Neubewertung von Druckbehältern im Betrieb. Definiert Inspektionsintervalle (i. d. R. alle 5 Jahre intern, alle 10 Jahre extern), zugelassene Prüfmethoden und Dokumentationsanforderungen.
    API 570Piping Inspection Code: Inspektion, Reparatur und Veränderung von in Betrieb befindlichen Prozessrohrleitungen – einschließlich Schläuche, Ventile und Armaturen. Definiert Korrosionsklassen und risikobased Inspection (RBI).
    API 653Tank Inspection, Repair, Alteration, and Reconstruction: Der Schlüsselstandard für oberirdische Lagertanks (Rohöl, Raffinerie, Petrochemie). Regelt Inspektionsfrequenzen, Bewertungsmethoden, Reparaturprozeduren und Kriterien für die Außerbetriebnahme. Ergänzt durch API 650 (Neubau).

    Relevanz für Drohneninspektion: Alle drei API-Normen erlauben VT (Visual Testing) als Primärinspektionsmethode und RBI-Ansätze (Risk Based Inspection) für die Intervallplanung. Unsere Inspektionsprotokolle dokumentieren Befunde API-konform. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Bewertung durch den zuständigen Sachverständigen (Authorized Inspector, AI).

    Siehe auch: NDT/VT, BetrSichV, TRBS, Floating Roof, Wanddickenmessung

    B – BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung)

    BetrSichV ist die deutsche Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Sie regelt u. a. die Prüfpflichten für überwachungsbedürftige Anlagen (Druckbehälter, Aufzüge, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen).

    Relevanz: Viele Anlagen, die wir inspizieren (Kessel, Druckbehälter, Tanks), unterliegen der BetrSichV. Die Inspektionsergebnisse der ELIOS 3 (4K-Video, 3D-Modelle, Thermografie) können als Grundlage für die Prüfdokumentation dienen – die finale Bewertung und Abnahme erfolgt durch den zuständigen Sachverständigen (z. B. TÜV, DEKRA).

    Siehe auch: DGUV Regel 113-004, TRBS, Befähigte Person

    B – Befähigte Person / Befahrung / Biogas

    Befähigte Person
    Im deutschen Arbeitsschutzrecht (BetrSichV §2 Abs. 7, DGUV-Regelwerk) eine Person, die durch fachliche Ausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit ausreichende Kenntnisse auf einem Arbeitsgebiet besitzt und mit den einschlägigen staatlichen Vorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und allgemein anerkannten Regeln der Technik vertraut ist.

    Praxis-Relevanz:
    Regalprüfung (DIN EN 15635): Hochregallager-Inspektionen müssen durch eine Befähigte Person erfolgen – mindestens einmal jährlich als Vollinspektion, ergänzt durch wöchentliche Eigenkontrolle.
    Druckgeräteprüfung (BetrSichV): Bestimmte Prüfungen dürfen nur durch Befähigte Personen oder zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS: TÜV, DEKRA, GTÜ) abgenommen werden.
    Abgrenzung zur Drohne: Die ELIOS 3 liefert die vollständige visuelle Befundgrundlage (4K-Fotos, 3D-Modell, Messpunkte) – die qualifizierte ingenieurmäßige Bewertung und Abnahme bleibt Aufgabe der Befähigten Person oder des Sachverständigen.



    Befahrung / Personeneinstieg
    Das Gegenteil von Zero Entry: Eine Befahrung bezeichnet den physischen Einstieg eines oder mehrerer Menschen in einen Confined Space zur Inspektion, Reinigung oder Reparatur. Nach DGUV Regel 113-004 ist vor jeder Befahrung verpflichtend:

    1. Gefährdungsbeurteilung – Systematische Bewertung aller Risiken (Atmosphäre, mechanische Gefahren, eingeschränkter Fluchtweg)
    2. Gasfreimessung – O₂ (mindestens 18 %), LEL (maximal 10 %), H₂S, CO, ggf. weitere Stoffe je nach Betriebsmedium
    3. Freigabeschein – Formale Genehmigung durch den Anlagenverantwortlichen, gültig für definierten Zeitraum
    4. Rettungskonzept – Mindestens ein Sicherungsposten außen, Rettungsausrüstung (Hebezeug, Rettungsgeschirr), funktionierende Kommunikation, Notrufkette
    5. PSA – Persönliche Schutzausrüstung: Atemschutz (ggf. umgebungsluftunabhängig), Sicherheitsgeschirr, Auffanggurt, Leuchtmittel

    Kosten einer Befahrung: Die Vorbereitung und Nachbereitung kostet oft mehr als die eigentliche Inspektionszeit. Typisch: 4–8 Stunden Vorbereitung, 3–5 Personen im Team (1–2 im Space, 1–2 Sicherungsposten, 1 Verantwortlicher), hohe Versicherungs- und Complianceanforderungen.

    ELIOS 3 als Alternative: In den meisten Confined Spaces ersetzt die Drohneninspektiоn die Befahrung vollständig – Zero Entry. Wo eine Befahrung unvermeidlich ist (z. B. für manuelle Schweißreparaturen), reduziert die Drohnen-Vorerkundung deren Umfang und Risiko erheblich: Man weiß vorher genau, wo das Problem ist.



    Biogas
    Gasgemisch aus anaerober Vergärung organischer Substanzen – hauptsächlich Methan (CH₄, ca. 50–75 %) und CO₂. Entsteht in Faul türmen (Kläranlagen), Biogasanlagen und Deponien. Hochexplosiv und erstickend in geschlossenen Räumen.

    Inspektionsrelevanz: Vor jeder Drohneninspektion von Faultürmen, Biogasfermentern oder Güllesilos muss eine Gasfreimessung erfolgen. Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert.

    Siehe auch: Confined Space, Zero Entry, DGUV Regel 113-004, Faulturm, Gasfreimessung

    C – Confined Space / Confined Spaces / Beengter Raum

    Confined Space (dt.: enger/beengter Raum, umschlossener Raum) bezeichnet einen Raum, der:
    • nicht für den dauerhaften Aufenthalt von Personen bestimmt ist
    • eingeschränkte Zugänge hat (z. B. Mannlöcher)
    • Gefahren durch Atmosphäre, Medien oder Geometrie birgt

    Beispiele: Tanks, Kessel, Silos, Schornsteine, Reaktoren, Kolonnen, Schächte, Ballasttanks, Faultürme.

    Warum relevant: Confined Spaces sind das Kerngebiet der ELIOS 3. Das Versprechen: Zero Human Entry – die Drohne übernimmt das Risiko, Ihr Personal bleibt draußen.

    Normen: DGUV Regel 113-004 (DE), OSHA 1910.146 (US), BS 7671 (UK)

    Siehe auch: Zero Entry, DGUV, DN 600, Befahrung

    C – CUI (Corrosion Under Insulation) / Chloridangriff / Karbonatisierung

    CUI – Corrosion Under Insulation (Korrosion unter Isolierung)
    Eine der häufigsten und kostspieligsten Schadensursachen in der Prozessindustrie. CUI entsteht, wenn Feuchtigkeit in die Isolierung eindringt und in Kontakt mit der Metalloberfläche kommt, ohne abtrocknen zu können. Das Ergebnis: Fortschreitende, teils aggressive Korrosion, die von außen völlig unsichtbar bleibt – die Isolierung wirkt als Feuchtespeicher und verdeckt den Schaden jahrelang.

    Typische Risikobereiche:
    • Rohrleitungen und Behälter mit Betriebstemperaturen zwischen −4 °C und +175 °C (Taupunktzone für Kondensation)
    • Bereiche mit beschädigter, alterter oder fehlender Isolierungsaußenhaut (Blech, Folie)
    • Übergangszonen: Isolierungsenden, Flansche, Stützen, Sattelunterstützungen
    • Rohrleitungen mit intermittierendem Betrieb (Trocken-/Nasswechsel fördert Zyklus)
    • Tiefpunkte und horizontale Bereiche, in denen Wasser stagniert

    Erkennung mit der ELIOS 3:
    Radiometrische Thermografie: Feuchtebedingte Wärmeverluste erzeugen charakteristische Kältezonen und Temperaturanomalien – sichtbar als Muster an der Isolierungsaußenseite
    4K-Sichtprüfung: Beschädigungen der Isolierungsaußenhaut (Beulen, Risse, Fehlstellen), sichtbare Rostdurchschläge, Wasserflecken, Rostfahnen
    LiDAR: Geometrische Anomalien und Deformationen an freiliegenden Stellen
    UT-Payload (optional): Direkte Wanddickenmessung an gezielten CUI-Verdachtsstellen ohne aufwändige Isolierungsöffnung

    Wirtschaftliche Relevanz: Branchenstudien (NACE/AMPP) schätzen CUI-Schäden auf 40–60 % aller Korrosionskosten in der Prozessindustrie. Drohneninspektion ermöglicht flächendeckende Thermografie-Scans ganzer Rohrleitungsabschnitte in kurzer Zeit – ohne Gerüst, ohne Isolierungsöffnung.

    Normen: API 570 (Rohrleitungen), API 510 (Druckbehälter), EN 13480, NACE SP0198



    Chloridangriff / Bewehrungskorrosion
    Im Betonbau: Chloridionen (aus Tausalz, Meerwasser oder chloridhaltigen Prozesswässern) diffundieren durch den Beton und zerstören die passive Schutzschicht auf der Stahlbewehrung. Es folgt Bewehrungskorrosion mit Rostvolumenzunahme – der Beton wird gesprengt (Abplatzung, Abbruch).

    Typische Befunde bei Drohneninspektion: Rostfahnen, Risse entlang der Bewehrungslagen, herausbrechende Betonbrocken (Abplatzungen), freiliegende Bewehrungsstäbe. Die ELIOS 3 dokumentiert diese Frühwarnsignale an Rohrbrücken, Brücken und Kläranlagenbecken mit 4K und LiDAR.



    Karbonatisierung (Carbonatisierung)
    Reaktion von atmosphärischem CO₂ mit den alkalischen Bestandteilen des Zementsteins (Calciumhydroxid → Calciumcarbonat). Senkt den pH-Wert des Betons von ~13 auf unter 9 – die Passivschicht der Stahlbewehrung wird zerstört, und es setzt Bewehrungskorrosion ein. Karbonatisierung schreitet von außen nach innen fort (Tiefenwachstum).

    Relevanz: Ältere Betonbehälter (Kläranlagen, Trinkwasserbehälter, Brücken) sind besonders gefährdet. Die Drohne dokumentiert oberflächliche Korrosionssignale; die Tiefenanalyse erfordert Prüfkerne durch den Sachverständigen.

    Siehe auch: Wanddickenmessung, Rissbildung, Hybridinspektion, Thermografie

    D – DGUV Regel 113-004 / DN 600 / Digitaler Zwilling

    DGUV Regel 113-004
    Die Berufsgenossenschaftliche Regel für „Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen”. Regelt Gefährdungsbeurteilung, Freimessungen, Rettungskonzepte und persönliche Schutzausrüstung.

    Praxis: Durch den Einsatz der ELIOS 3 entfällt in vielen Fällen der Personeneinstieg – und damit ein Großteil der aufwendigen DGUV-Befahrungsmaßnahmen (Rettungskette, Atemschutz, Sicherungsposten).



    DN 600 (Nennweite 600 mm)
    Standard-Mannlochdurchmesser in der Industrie (ca. 60 cm Innendurchmesser). Die ELIOS 3 ist ca. 50 × 45 cm groß und passt in vielen Anlagen durch ein DN 600-Mannloch – entscheidend sind Einbringung, Kanten und Einbauten vor Ort.

    Warum wichtig: DN 600 ist der „Gatekeeper-Check” für Ingenieure. Wenn eine Drohne durch DN 600 passt, ist sie für den Großteil der industriellen Confined Spaces geeignet.



    Digitaler Zwilling (Digital Twin)
    Ein dreidimensionales digitales Abbild einer physischen Anlage. Die ELIOS 3 erstellt mit LiDAR präzise 3D-Punktwolken (im Zentimeterbereich), die als Grundlage für digitale Zwillinge dienen – für Vermessung, Schadensfortschrittskontrolle und Instandhaltungsplanung.

    E – ELIOS 3 (Flyability) / E-E-A-T

    Flyability ELIOS 3
    Eine der leistungsfähigsten kollisionsgeschützten Indoor-Inspektionsdrohnen, entwickelt von Flyability SA (Lausanne, Schweiz). Speziell konstruiert für Confined Spaces.

    Kerndaten:
    • Größe: ca. 50 × 45 cm (passt durch DN 600)
    • Schutzkäfig: Carbon-Fiber, vollständig kollisionssicher
    • Kamera: 4K (3840×2160, 30 fps)
    • Beleuchtung: 16.000 Lumen LED (IP44)
    • LiDAR: Ouster OS0-128, Präzision im Zentimeterbereich, 1,31 Mio. Punkte/sec
    • Thermografie: Radiometrisch (optional)
    • Navigation: GPS-unabhängig via SLAM / FlyAware™ Engine
    • Einsatzzeit: Schneller Batteriewechsel + Tether-Option für bis zu 1 h Dauerflug
    • Schutzklasse: IP44 (Payload IP68)
    • 2025/2026-Upgrades: Colorization, Smart Return-to-Home

    Siehe auch: SLAM, LiDAR, FlyAware, Kollisionssicher, Tether

    F – FlyAware™ / Flyability Cloud / Freimessung

    FlyAware™ Engine
    Die proprietäre Navigations-Engine der ELIOS 3. Kombiniert Computer Vision, LiDAR und NVIDIA-Prozessor für Echtzeit-3D-Kartierung und GPS-unabhängige Navigation. Erzeugt eine Real-time 3D-Livemap, die dem Piloten während des Flugs Orientierung gibt.



    Flyability Cloud (Inspector 5)
    Die cloud-basierte Software von Flyability für Post-Processing der Inspektionsdaten. Funktionen: 3D-Punktwolken-Visualisierung, Colorization (seit 2025: automatische farbige Texturierung von LiDAR-Daten), Vermessung, Annotation, Reporting, Export (.las/.e57 für CAD/BIM).



    Freimessung / Gasfreimessung
    Messung der Atmosphäre in einem Confined Space vor Betreten oder Drohneneinsatz. Gemessen werden typisch: O₂ (Sauerstoff), LEL (untere Explosionsgrenze), H₂S, CO und ggf. weitere Stoffe. Auch bei Drohneneinsatz erforderlich – die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert.

    F – Floating Roof / Faulturm / Feuerraum / Fouling

    Floating Roof (Schwimmdach / Schwimmdachtank)
    Sonderausführung von Lagertanks, bei der das Dach auf der Flüssigkeitsoberfläche aufschwimmt und sich mit dem Füllstand auf und ab bewegt. Einsatz vor allem bei flüchtigen Medien (Rohöl, Benzin, Lösungsmittel) zur Reduzierung von Verdampfungsverlusten und der Bildung einer zündfähigen Gas-Luft-Schicht.

    Varianten:
    External Floating Roof (EFR): Offener Tank ohne Festdach – Schwimmdach außen sichtbar, direktem Wetter ausgesetzt
    Internal Floating Roof (IFR): Schwimmdach im Inneren unter einem Festdach – besserer Schutz vor Niederschlag und Kontamination

    Inspektionsbefunde mit ELIOS 3:
    Dachinnenstruktur: Verformungen, Risse, Lochfraß an Schwimmkörpern und Dachträgern
    Dichtungssystem (Seal): Beschädigungen des Primär- und Sekundärdichtungssystems – Leckagen erkennbar durch Medienreste und Ablagerungsmuster
    Tankwand (Shellplates): Korrosion, Wanddickenanomalien (bes. in der Bodenzone und Wechselzone)
    Drainagen und Dachanschlüsse: Verstopfungen, Leckagen, korrodierte Armaturen
    Steigrohre, Stützen und Einbauten: Verformungen, Korrosion, Verschleiß

    Besonderheit: Für die Inspektion der Tankwand unterhalb des Schwimmdaches ist eine Teilentleerung oder Außerbetriebnahme notwendig. Mit dem ROV kann der wassergefüllte Bodenbereich auch ohne Vollentleerung inspiziert werden.

    Norm: API 653 (Inspection of Aboveground Storage Tanks)



    Faulturm (Faulbehälter / Anaerober Fermenter)
    Großer zylindrischer oder ei-förmiger Stahlbeton-Behälter in kommunalen und industriellen Kläranlagen zur anaeroben Stabilisierung von Primär- und Sekundärschlamm. Betriebstemperatur typisch 35–55 °C (mesophil). Erzeugt Biogas (ca. 60–70 % Methan), das zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird.

    Inspektionsherausforderungen:
    • Enge Mannlöcher (DN 600), oft mit Aufbauten und Einbauten knapp hinter der Öffnung
    Atmosphäre: H₂S (hochgiftig ab 500 ppm), Methan (explosiv, LEL 5 %), CO₂ (erstickend), O₂-Mangel → Gasfreimessung und Absaugung zwingend vor Drohneneinsatz
    • Schwimmschlamm-Krusten auf der Oberfläche können Sicht behindern
    • Betonwandung mit Rissen, Undichtigkeiten und biologischem Bewuchs

    ELIOS 3-Einsatz: Visuelle Inspektion der gesamten Innenwandung, Deckenstruktur, Gasdom, Rührwerke und Heizschlangen. Befundung von Rissen, Abplatzungen, Korrosion an Stahl-Einbauten, Ablagerungsschichten. Thermografie zeigt Heizungsanomalien und Wandfeuchte.



    Feuerraum / Feuerfeste Auskleidung (Refractory)
    Feuerraum (Furnace): Der Verbrennungsraum in Dampfkesseln, Industrieöfen, MVA-Kesseln und Verbrennungsanlagen. Hier findet die Wärmefreisetzung durch Verbrennung statt. Betriebstemperaturen: 800–1.600 °C.

    Typische Inspektionsbefunde mit ELIOS 3:
    • Risse und Ausbrüche in der feuerfesten Auskleidung (Schamotte, Keramikfasern, feuerfester Beton)
    • Verformungen und Hot-Spots an den wassergekühlten Membranwänden
    • Schwere Ablagerungen (Asche, Schlacke, Inkrustierungen) auf Rohren und Einbauten
    • Erosionsverschleiß in Bereichen hoher Strömungsgeschwindigkeit (Brennkammereintritt, Umlenkungen)

    Wann inspizieren: Im abgekühlten Zustand nach der Abstellung (Turnaround). Die ELIOS 3 dokumentiert alle Wandbereiche vollständig ohne Gerüst oder Hubarbeitsbühne – in einem Bruchteil der Zeit.



    Fouling (Ablagerungen / Belagbildung)
    Ansammlung unerwünschter Substanzen auf Wärmeübertragungsflächen, in Rohrleitungen und Behältern. Fouling ist das häufigste Betriebsproblem in Wärmetauschern und führt zu Leistungsabfall, erhöhtem Druckverlust und beschleunigter Korrosion.

    Fouling-Typen:
    Biologisches Fouling: Biofilm, Algen, Muscheln, Legionellen (Kühlwassersysteme, offene Kühltürme)
    Mineralisches Fouling: Kalkstein, Gips, Siliziumoxide (Aufhärtung aus Kühlwasser)
    Chemisches Fouling: Polymerisation, Korrosionsprodukte, Koksablagerungen (Raffinerien)
    Partikuläres Fouling: Schlamm, Sandkörner, Rostpartikel

    Die ELIOS 3 dokumentiert Fouling-Grad und -Verteilung für fundierte Entscheidungen: Wann ist Reinigung wirtschaftlich? Welche Rohrbereiche sind besonders betroffen?

    Siehe auch: Wärmetauscher, Rohrbündel, CUI, Thermografie

    G – Gefährdungsbeurteilung / GPS-freie Navigation / Galvanische Korrosion

    Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG, BetrSichV): Gesetzlich vorgeschriebene Risikoanalyse vor jeder Arbeit an Anlagen. Bewertet physische, chemische, biologische Gefährdungen. Bei Drohneneinsatz verändert sich das Gefährdungsprofil fundamental – Absturzgefahr und Atemgasrisiken aus dem Befahrungskonzept entfallen weitgehend. Angepasste Gefährdungsbeurteilung bleibt dennoch erforderlich (Drohnenabsturz, Kabelmanagement beim Tether). Normen: ArbSchG § 5, BetrSichV, DGUV Vorschrift 1

    GPS-freie Navigation: Standard-Drohnen nutzen GPS – in Gebäuden und geschlossenen Anlagen kein Signal. Die ELIOS 3 navigiert über SLAM und optische Sensoren. Stabile, reproduzierbare Flugbahnen auch in GPS-toten Räumen. Verwandte Begriffe: SLAM, FlyAware™, LiDAR

    Galvanische Korrosion: Elektrochemische Korrosion zwischen zwei unterschiedlich edlen Metallen in Kontakt mit einem Elektrolyt (Wasser, Prozessflüssigkeit). Das unedlere Metall (Anode) korrodiert bevorzugt. Beispiel: Stahl-Aluminium-Kontakt in feuchter Umgebung – Aluminium korrodiert. Erkennbar als bevorzugter Materialabtrag an Kontaktzonen. Schutzmaßnahmen: elektrische Trennung (Isolierflansche), kathodischer Schutz, Opferanodenkonzept. Normen: DIN EN ISO 8044, NACE SP0169

    H – Hochtemperaturkorrosion / Hohlraumkorrosion / Hydrostatische Druckprüfung

    Hochtemperaturkorrosion: Korrosionsmechanismus bei Betriebstemperaturen über ~550 °C in Feuerraümen, Hochöfen und Müllverbrennungsanlagen. Tritt auf als Oxidation (Zunderbildung), Sulfidation (Reaktion mit SO₂/H₂S), Halogenkorrosion oder Metalldusting. Drohnendokumentation nach Abkühlung: Zunderflecken, Einbrände, Beschichtungsversagen

    Hohlraumkorrosion: Korrosion in schwer zugänglichen oder verdeckten Hohlräumen (Doppelböden, Behältermantelzwischenräume, Isolationszwischenräume). Oft erst von innen detektierbar. Die ELIOS 3 fliegt in Hohlräume, in denen keine Person manövrieren kann

    Hydrostatische Druckprüfung (Hydrostatic Test): Dichtheitsprüfung von Druckbehältern, Rohrleitungen und Tanks durch Befüllung mit Wasser und Druckaufbau auf das 1,3- bis 1,5-fache des Betriebsdrucks. Letzte Prüfstufe nach innerer Prüfung. Kein Drohnenverfahren – visuelle Inspektion durch ELIOS 3 erfolgt davor, um Reparaturbedarf vor der Druckprüfung zu identifizieren. Norm: BetrSichV Anhang 2, TRBS 1201, AD 2000

    G–I: Gerüstbau / Hybridinspektion / IP44

    Gerüstbau (als Inspektionszugang)
    Klassische Methode, um Personen für Inspektionen in Höhen oder Innenräumen Zugang zu verschaffen. Nachteil: Hohe Kosten (fünf- bis sechsstellig bei komplexen Anlagen), lange Aufbauzeiten (Tage bis Wochen), Gerüst-bedingte Betriebsunterbrechungen. Die ELIOS 3 ersetzt in vielen Fällen das Gerüst vollständig.



    Hybridinspektion
    Kombination aus Drohnen-Erstinspektion und gezieltem menschlichem Eingriff. Die Drohne identifiziert und lokalisiert Schadensstellen – der Mensch führt nur noch dort gezielte Maßnahmen durch, wo es wirklich nötig ist. Ergebnis: Bis zu 80 % weniger Aufwand als bei klassischer Vollinspektion.



    IP44 / IP68 (Schutzklassen)
    IP44: Schutz gegen Spritzwasser und Fremdkörper > 1 mm (ELIOS 3 Drohne)
    IP68: Vollständig wasser- und staubdicht (LiDAR-Payload der ELIOS 3)
    Bedeutet: Die ELIOS 3 kann in feuchten, staubigen Industrieumgebungen eingesetzt werden – aber nicht in Wasser (dafür gibt es ROVs).

    I – Instandhaltungsplanung / Innenwandprüfung / Inspektionsprotokoll

    Instandhaltungsplanung (IMP): Systematische Planung von Wartungs-, Prüf- und Erneuerungsmaßnahmen über den Anlagenlebenszyklus. Unterscheide: präventive Instandhaltung (nach Plan), korrektive Instandhaltung (nach Schaden), prädiktive Instandhaltung (datenbasiert, zustandsorientiert). Drohneninspektion liefert den Zustandsbefund, der in die IMP-Datenbasis eingeht. Normen: DIN EN 13306, DIN 31051

    Innenwandprüfung: Prüfung der inneren Behälteroberächen auf Korrosion, Risse, Beschichtungsversagen, Ablagerungen. Klassisch erfordert Innenwandprüfung Begehung mit Gerüst oder Arbeitsbrüstung. Die ELIOS 3 ermöglicht Innenwandprüfung ohne Personeneinstieg ab DN 600-Mannloch. Vollständige Innenwanddokumentation in 4K inklusive LiDAR-Scan und Wanddickenkorrelation

    Inspektionsprotokoll: Dokumentation aller Befunde: Datum, Inspekteur, Anlage, Messstellen, Messwerte, Fotos/Videos, Bewertung (i.O. / Beobachten / Maßnahme erforderlich). ELIOS 3 erstellt automatisch GPS-losen Track-Log und Videoaufzeichnung. Digitaler Prüfbericht mit Fotoannotation und Videolinks wird im Flyability Inspector/WebViewer erstellt

    K – Kathodischer Schutz / Kesselinspektion / Korrosionsrate

    Kathodischer Schutz (KKS): Elektrochemisches Schutzverfahren: Durch Anlegung eines negativen Potenzials wird das Metall zur Kathode und korrodiert nicht. Einsatz bei Lagertanks (Bodenkathode), Pipelines, Schiffsrrümpfen. Überwachung des Schutzpotenzials ist Prüfaufgabe. Normen: DIN EN 12954, NACE SP0169. Verwandte Begriffe: Opferanode, galvanische Korrosion

    Kesselinspektion: Prüfung von Druckkesseln nach BetrSichV und TRBS 1201 durch zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) oder Befähigte Personen. Umfasst äußere Prüfung, innere Prüfung und Druckprüfung. Die ELIOS 3 kann den inneren Befund für die ZÜS vorab visualisieren und Prüfzeiten deutlich reduzieren. Normen: BetrSichV Anhang 2, TRBS 1201, AD 2000, TRD 301

    Korrosionsrate: Quantitatives Maß für den Werkstoffabtrag durch Korrosion. Angabe in mm/Jahr (Wanddickenverlust pro Jahr) oder mg/cm²/Tag. Dient der Restlebensdauerberechnung: Restlebensdauer = (Istwanddicke − Mindestwanddicke) / Korrosionsrate. Drohneninspektionen in regelmäßigen Abständen ermöglichen die Berechnung tatsächlicher Korrosionsraten je Messstelle. Normen: API 510, TRBS 1201

    K–L: Kollisionssicher / LiDAR / Lumen

    Kollisionssicher (Carbon-Schutzkäfig)
    Das Alleinstellungsmerkmal der ELIOS-Serie: Ein geschlossener Carbon-Käfig umgibt die gesamte Drohne. Sie kann Wände, Rohre und Einbauten berühren, ohne abzustürzen. Bei einem Flip (Umkippen) kehrt sie autonom in die Fluglage zurück. Perfekt für enge Tanks, verwinkelte Kessel und zugebaute Confined Spaces.



    LiDAR (Light Detection And Ranging)
    Optisches Messverfahren, das mit Laserpulsen Entfernungen misst und 3D-Punktwolken erzeugt. Die ELIOS 3 nutzt einen Ouster OS0-128 Rev 6 LiDAR-Sensor:
    • Präzision: im Zentimeterbereich (1σ)
    • Reichweite: bis 100 m
    • Punkte/Sekunde: 1,31 Mio.
    • Output: .las / .e57 (CAD/BIM-kompatibel)

    LiDAR ermöglicht: Geometrieerfassung, Volumenmessung, Deformationsanalyse, Schadensfortschrittskontrolle über Zeit, digitale Zwillinge.



    16.000 Lumen (LED-Beleuchtung)
    Die ELIOS 3 verfügt über eine extrem starke LED-Beleuchtung (dust-proof, oblique, homogen). Modi: Normal, Dustproof, Selective. Ermöglicht scharfe 4K-Aufnahmen selbst in völlig dunklen, staubigen Umgebungen – typisch für Tanks, Kessel und Schächte.

    L – Lecksuche / Lüftungskanal-Inspektion / Lochkorrosion (Pitting)

    Lecksuche: Detektion von Undichtigkeiten an Behältern, Rohrleitungen und Dachflächen. Methoden: visuelle Prüfung, Druckabfalltest, Heliumlecksuche, Thermografie (Feuchteaustritt erzeugt Temperaturanomalie). Die ELIOS 3 kombiniert 4K-Kamera und radiometrische Thermografie für thermografischen Lecknachweis an Isolierungen (CUI) und Dachflächen

    Lüftungskanal-Inspektion: Inspektion von Kanalanlagen (HVAC, industrielle Absaugung, Reinraumlüftung) auf Verunreinigungen, Risse, Löcher und Brandschutzklappen-Zustand. ELIOS 3 manövriert in rechteckigen und runden Kanalquerschnitten ab ca. 60 cm. Videoprotokoll für Hygieneinspektion nach DIN EN 15780

    Lochkorrosion (Pitting): Lokale Korrosionsform, bei der tiefe, nadelartige Löcher in die Metalloberfläche gefressen werden – oft bei passiven Werkstoffen (Edelstahl, Aluminium) durch Chloride. Besonders heimtückisch: Die Abtragsfläche ist klein, aber die Tiefenwirkung kann zur Perforation führen. Erkennung durch VT (sichtbare Krater) oder UT (lokale Wanddickenabnahme). Die ELIOS 3 dokumentiert Pittingmuster und Verteilung visuell. Normen: DIN EN ISO 8044, ASTM G46

    M – Magnetpulverprüfung (MT) / Materialermüdung / MFLT

    Magnetpulverprüfung (MT): ZfP-Methode zur Detektion von Oberflächen- und oberflächennahen Rissen in ferromagnetischen Werkstoffen. Das Bauteil wird magnetisiert – Risse erzeugen Streufelder, in denen Magnetpulver haften bleibt. Norm: DIN EN ISO 17638. Einschränkung: nur für ferromagnetische Materialien (nicht für Aluminium, austenitischen Stahl). Die Drohne identifiziert Bereiche für anschließende MT-Prüfung

    Materialermüdung (Fatigue): Schädigung unter zyklischen Belastungen unterhalb der statischen Bruchlast. Entstehung: Rissinitiierung an Kerben, Schweißnähten, Oberflächen → Rissfortschritt → Bruch. Erkennbar als Schwingungsrisse oft als Fischgrät-Muster an Schweißnähten. Normen: FKM-Richtlinie, DIN EN 13445

    MFLT (Magnetic Flux Leakage Testing): Magnetisches Streuflusskontrollverfahren für Tankbodenplatten und Rohrleitungen. Ein starkes Magnetfeld wird in die Stahlplatte eingeleitet – Defekte (Korrosion, Löcher, Wanddickenverluste) erzeugen messbare Streufelder. Ermöglicht schnelles Scanning großer Flächen ohne Zugangsbeschränkung. Kombiniert mit Drohneninspektion der Innenwände: MFLT prüft den Boden, Drohne prüft Wände, Dach und Einbauten. Norm: API 653

    M–N: Mannloch / NDT / NZfP

    Mannloch (Manhole)
    Standardisierte Zugangsöffnung an Behältern, Tanks und Kesseln. Gängige Nennweiten: DN 450, DN 600 (am häufigsten), DN 800. Die ELIOS 3 (ca. 50 × 45 cm) passt durch die meisten DN 600-Mannlöcher – entscheidend sind Einbringungsgeometrie, Kanten und Freiraum hinter der Öffnung.



    NDT / NZfP / ZfP (Zerstörungsfreie Prüfung)
    Oberbegriff für alle Prüfverfahren, die das Bauteil nicht beschädigen. Die für Drohneninspektion relevanten Methoden:

    VT (Visual Testing / Sichtprüfung): Die Kernkompetenz der ELIOS 3 – 4K-Video und -Foto für visuelle Befundung (Korrosion, Risse, Ablagerungen, Beschichtungsschäden).
    RT (Radiometrische Thermografie): Thermokamera-Payload der ELIOS 3 für Hotspots, Leckagen, CUI-Erkennung, Isolationsfehler.
    UT (Ultraschallprüfung): Wanddickenmessung. Die ELIOS 3 hat ein optionales UT-Payload für kontaktlose Messung – Akzeptanz je nach Prüfstelle und Anwendungsfall.

    Normen: DIN EN ISO 9712, DIN EN ISO 17637 (VT), API 510/653

    N – NACE/AMPP / Normen-Überblick / Nennweite DN

    NACE International / AMPP: Weltweite Organisation für Korrosionsschutz-Standards (seit 2021: AMPP – Association for Materials Protection and Performance). Wichtige Standards: NACE SP0169 (Kathodischer Schutz), NACE SP0198 (CUI), NACE MR0175/ISO 15156 (Sour Service), NACE SP0294 (Inspection für Tanks). Kopterflug orientiert Korrosionsbewertungen an NACE/AMPP-Empfehlungen

    Normen-Überblick Industrieinspektion: API (American Petroleum Institute): API 510 (Druckbehälter), API 570 (Rohrleitungen), API 650/653 (Lagertanks), API 580/581 (RBI). DIN EN: EN 13445 (Druckbehälter), EN 13480 (Rohrleitungen), EN 15088 (Aluminiumstrukturen). Deutsches Regelwerk: BetrSichV, TRBS-Familie, AD 2000, TRD, TRbF. VDE/VdS: Elektrische Anlagen, Brandschutz. DGUV: Unfallverhütungsvorschriften

    Nennweite (DN – Diameter Nominal): Nominales Maßsystem für Rohrleitungen und Fittings. DN 600 = 600 mm Nennweite, Innendurchmesser ca. 610 mm (abhängig von Wanddicke und Norm). DN-Angabe ist normiert (DIN EN ISO 6708). Relevanz: DN 600 ist Standardgröße für Mannlöcher, durch die die ELIOS 3 (ca. 50 × 45 cm) passt

    P–R: Punktwolke / RBG / ROV

    Punktwolke (Point Cloud)
    Dreidimensionale Darstellung von Oberflächen, erzeugt durch LiDAR. Jeder Punkt hat x/y/z-Koordinaten und optional Farbwerte (Colorization, seit 2025). Punktwolken ermöglichen: Vermessung (Abstände, Winkel, Volumen), CAD-Abgleich, Deformationsanalyse, Schadensfortschrittskontrolle.

    Formate: .las, .e57 (für CAD/BIM), .ply



    RBG (Regalbediengerät)
    Automatisiertes Fördersystem in Hochregallagern. Konventionelle Regalprüfung nach DIN EN 15635 erfordert oft RBG-Befahrung – zeitaufwändig, gefährlich und betriebsunterbrechend. Die ELIOS 3 ermöglicht die Regalinspektion ohne RBG-Befahrung.



    ROV (Remotely Operated Vehicle)
    Ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug für Inspektionen in wassergefüllten Bereichen. Die ELIOS 3 kann nicht tauchen – für wassergefüllte Tanks (Sprinkler, Trinkwasser, Ballast) setzen wir ROVs ein (z. B. Chasing M2 Pro Max mit 4K + Sonar). Kopterflug bietet beides: Drohne für Luft/Gasphase + ROV für Unterwasser.

    R – Rohrbündel / Regalprüfung (DIN EN 15635) / Rissbildung

    Rohrbündel (Tube Bundle / Shell-and-Tube Heat Exchanger)
    Kern eines Rohrbündel-Wärmetauschers: Hunderte parallele Wärmeübertragerrohre, die von einem Medium (Shell-Seite) umströmt und innen von einem zweiten Medium (Tube-Seite) durchströmt werden. Rohrbündel-Wärmetauscher sind in nahezu jeder Prozessanlage anzutreffen (Raffinerien, Chemieanlagen, Kraftwerke, Papierfabriken).

    Typische Inspektionsbefunde:
    Rohrbodenkorrosion: Lochfraß und Riffelkorrosion an den Rohreinstecknuten und Schweißnähten
    Fouling / Ablagerungen: Biologische, mineralische oder chemische Beläge auf Rohraußen- und -innenseiten – erkennbar an Verfärbungen und Oberflächenstruktur
    Rohrleckagen: Undichtigkeiten durch Erosion, Korrosion oder Schweißnahtfehler – lokalisierbar per Thermografie (Temperaturanomalie an der Leckstelle)
    Vibrationsschäden: Materialermüdungsrisse durch strömungsinduzierte Schwingungen (besonders bei Umlenkplatten und Stützstegen)
    Rohrverstopfungen: Sichtbar als Belagringe an Rohrmundstücken

    ELIOS 3-Einsatz: Inspektion der Shell-Seite (Außenseite der Rohrbündel) nach Demontage der Haube – ohne vollständige Rohrbündel-Demontage. 4K-Dokumentation aller sichtbaren Rohre und des Rohrbodens. Radiometrische Thermografie zur Leckage-Vorerkundung. Grundlage für die Entscheidung: Reinigung, selektives Rohrverschließen (Pluggen) oder Rohrbündel-Vollersatz.



    Regalprüfung nach DIN EN 15635
    Europäische Norm für Sicherheit und Betrieb von ortsfesten Stahllagereinrichtungen (Hochregale, Palettenregale, Fachbodenregale, Einfahrregale). Kernforderungen an den Betreiber:

    Wöchentliche Eigenkontrolle durch Lagerpersonal (einfache Sichtkontrolle auf offensichtliche Schäden)
    Jährliche Vollinspektion durch eine Befähigte Person (systematische Prüfung aller Bauteile: Ständer, Traversen, Verbände, Verankerungen, Böden)
    Schadensklassifizierung:
    Grün: Geringfügige Schäden – Betrieb möglich, Reparatur einplanen
    Gelb: Mäßige Schäden – Lastreduzierung prüfen, Reparaturtermin festlegen, Folgeprüfung
    Rot: Schwere Schäden – sofortige Außerbetriebnahme, Sperrung bis zur Freigabe nach Reparatur
    Dokumentation aller Befunde mit Foto, Lageangabe (Gasse/Feld/Ebene) und Schadensbewertung
    Reparaturnachweis durch Befähigte Person nach Instandsetzungsarbeiten

    ELIOS 3-Vorteil: In Hochregallagern (15–45 m) dokumentiert die Drohne alle Regalebenen aller Gassen in einem Flug – vollständige Fotodokumentation sämtlicher Ständer und Traversen ohne RBG-Befahrung oder Hubarbeitsbühne. Georeferenzierte Befunde per LiDAR. Reproduzierbare Vergleichsaufnahmen für Folgejahre.



    Rissbildung (Risstypen in der ZfP)
    Risse sind die häufigsten sicherheitsrelevanten Befunde in der industriellen Inspektion. Je nach Entstehungsmechanismus werden unterschieden:

    Ermüdungsrisse: Durch zyklische Belastung (Druck-, Temperatur-, Vibrationswechsel). Typisch: halbelliptischer Querschnitt, ausgehend von der Oberfläche oder einer Kerbe.
    Spannungsrisskorrosion (SCC): Kombination aus Zugspannung und korrosivem Medium (z. B. Chloride in austenitischem Stahl). Verlaufen interkristallin oder transkristallin, oft verzweigt.
    Schweißnahtfehler: Heißrisse (in der Kristallisationszone), Kaltrisse (Wasserstoff-induziert), Wurzelrisse, Bindefehler.
    Thermische Risse: Durch Temperaturgradienten und Thermoschock – netzartige Crazing-Muster an Feuerraum-Auskleidungen.
    Beton-Risse: Schwindrisse, statische Trennrisse, Karbonatisierungs- und Bewehrungskorrosionsrisse.

    VT-Bewertung: Die ELIOS 3 dokumentiert Risse mit 4K-Kamera und gibt ihre Position im LiDAR-3D-Modell an. Für die abschließende ZfP-Bewertung (Risstiefe, Ausbreitung, Risswachstumsrate) sind ergänzende Prüfmethoden (MT, PT, UT, TOFD) durch den Sachverständigen erforderlich.

    Normen: DIN EN ISO 17637 (VT), DIN EN ISO 23279 (UT), ASME VIII Div. 1

    Siehe auch: NDT, Wanddickenmessung, Thermische Ermüdung, Schadensfortschrittskontrolle

    O – Oberflächenprüfung (VT vertieft) / Opferanode / Oberflächenbehandlung

    Oberflächenprüfung (Remote Visual Inspection): VT nach DIN EN ISO 17637 und ASME V Artikel 9 unterscheidet: Direktsichtprüfung (Auge <600 mm, min. 500 lux), Indirekte Sichtprüfung (Bohroskop, Drohnenkamera), Fernprüfung/RVI (Remote Visual Inspection: Kamera, Drohne). Die ELIOS 3 ist ein RVI-System. ISO 16826 definiert Anforderungen an RVI-Systeme in der Prozessindustrie. Für normative VT-Prüfungen ist ein qualifizierter VT Level 2/3 Prüfer erforderlich

    Opferanode: Aktiver kathodischer Schutz durch galvanisch unedleres Metall (Zink, Magnesium, Aluminium), das bevorzugt korrodiert und dabei das zu schützende Metall schützt. Einsatz: Tankaußenwände, Schiffsrrümpfe, Offshore-Strukturen. Opferanodeninspektion (Zustand, Restlebensdauer) ist Bestandteil der regelmäßigen Prüfung. Verwandte Begriffe: Kathodischer Schutz, Galvanische Korrosion

    Oberflächenbehandlung / Beschichtung: Schutzmaßnahme gegen Korrosion: Farbbeschichtungen, Epoxidsysteme, Zinkstaub-Primer, thermisches Spritzen, Gummierung, Glasfaserauskleidung (GFK). Inspektion der Beschichtung auf Blasenbildung, Enthaftung, mechanische Beschädigung, Rissbildung. Die ELIOS 3 dokumentiert Beschichtungszustand flächendeckend in 4K – Basis für Instandsetzungsplanung und Kostenschätzung. Norm: DIN EN ISO 12944 (Korrosionsschutz durch Beschichtung)

    P – Phased Array (PAUT) / Prüfbericht / Prüffristen / Passivierung

    Phased Array Ultraschall (PAUT): Fortgeschrittenes UT-Verfahren mit phasenverschobenem Mehrkanal-Schallkopf – der Ultraschallstrahl schwenkt elektronisch ohne mechanische Bewegung. Ermöglicht schnelle Volumenprüfung, Wanddickenmapping und Schweißnahtprüfung mit hoher Fehlererkennung. Die ELIOS 3 mit UT-Payload ermöglicht punktuelle Wanddickenmessung im Drohnenflug – kein vollständiges PAUT-Scanning, aber gezielte Messpunkterfassung. Normen: EN ISO 13588, ASME V

    Prüfbericht / Inspektionsbericht: Vollständige Dokumentation einer Prüfung: Prüfgrundlagen (Normen, Auftrag), Beschreibung des Prüfobjekts, Prüfumfang und Methoden, Befunde (Bild, Lage, Maß), Bewertung, Empfehlung. Digitaler Prüfbericht mit Fotoannotation und Videolinks im Flyability Inspector/WebViewer. Alle Kopterflug-Berichte sind rückverfolgbar und entsprechen ISO 9001:2015

    Prüffristen: Gesetzlich oder normativ festgelegte Intervalle für wiederkehrende Prüfungen. Beispiele: Druckbehälter (BetrSichV Anhang 2): äußere Prüfung 2 Jahre, innere Prüfung 5 Jahre, Druckprüfung 10 Jahre. Lagertanks (TRbF/TRBS): je nach Inhalt 5–10 Jahre. Hochregallager (DIN EN 15635): Vollinspektion jährlich, Eigenkontrolle wöchentlich. Drohneninspektion kann Prüfaufwand erheblich reduzieren, Fristen aber nicht ersetzen

    Passivierung: Bildung einer dünnen, dichten Oxidschicht auf Metalloberflächen (austenitischer Stahl, Aluminium, Titan), die weitere Korrosion hemmt. Kann durch Chloride, mechanische Verletzung oder starke Säuren zerstört werden (Depassivierung → Lochkorrosion). Passivierungsschäden erkennbar durch gezielte chemische Prüfung oder visuell als Verfärbung und lokale Korrosionspunkte

    S – SLAM / Seilzugang / Schadensfortschrittskontrolle

    SLAM (Simultaneous Localization and Mapping)
    Algorithmus, der gleichzeitig die Position des Sensors bestimmt und eine 3D-Karte der Umgebung erstellt – ohne GPS. Kernstück der ELIOS 3-Navigation in Confined Spaces. Die FlyAware™-Engine nutzt SLAM mit Computer Vision + LiDAR + NVIDIA-Prozessor.

    Warum wichtig: In Tanks, Kesseln und Schächten gibt es kein GPS-Signal. SLAM ermöglicht:
    • Stabile Positionshaltung (schwebt „wie angenagelt”)
    • Echzeit-3D-Livemap für den Piloten
    • Reproduzierbare Flugpfade für Wiederholungsinspektionen



    Seilzugang (Rope Access / Industrieklettern)
    Alternative Zugangstechnik zu Gerüstbau. Schneller aufzubauen, aber personal- und zertifizierungsintensiv (FISAT, IRATA). Die ELIOS 3 ersetzt in vielen Szenarien den Seilzugang.



    Schadensfortschrittskontrolle
    Vergleich von Inspektionsdaten über mehrere Zeitpunkte. Durch gespeicherte Flugpfade und LiDAR-3D-Modelle ermöglicht die ELIOS 3 quantifizierbare Veränderungsmessung (z. B. Wanddickenabnahme, Deformation, Rissfortschritt) – statt subjektiver Einschätzung.

    Q – Qualitätssicherung / Qualifikation Prüfpersonal / QMS

    Qualitätssicherung (QS) in der Inspektion: Systematische Maßnahmen zur Sicherstellung der Prüfqualität: Kalibrierdokumentationen, Geräteprüfprotokolle, Qualifikationsnachweise der Prüfer, interne Audits, Abweichungsmanagement. ISO 9001 als Rahmen für Prüforganisationen. Kopterflug ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert

    Qualifikation Prüfpersonal: ZfP-Personal muss qualifiziert und zertifiziert sein. DIN EN ISO 9712: Zertifizierung von ZfP-Personal (Stufen 1 = Assistent, 2 = selbständig, 3 = verantwortlich). Methoden: VT (Visuelle Prüfung), UT (Ultraschall), RT (Radiografie), MT (Magnetpulver), PT (Eindring), ET (Wirbelstrom). Drohnenpilot (gewerblich): EU-EASA Kategorie A2/A3-Zulassung. VT Level 2/3 für normative Sichtprüfungen

    QMS – Qualitätsmanagementsystem: Formalisiertes System nach ISO 9001 zur Steuerung von Qualitätsprozessen. Alle Inspektionen werden prüfbar und rückverfolgbar dokumentiert: eindeutige Auftragsnummer, Kalibriernachweis der Drohne und Messsysteme, namentliche Zuordnung zum Piloten/Prüfer, revisionssichere Archivierung

    R – RBI (Risk-Based Inspection) / Radiografie (RT) / Revisionsplanung

    RBI (Risk-Based Inspection): Risikobasierter Inspektionsansatz nach API 580/581 oder DNV RP-G101. Priorisierung von Prüfmaßnahmen nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß eines Versagens. Prüfressourcen konzentrieren sich auf kritische Bauteile. RBI-Studien werden von Sachverständigen (ZÜS) erstellt. Drohneninspektionsdaten fließen als aktueller Zustandsbefund in RBI-Modelle ein. Normen: API 580, API 581, DNV RP-G101

    Radiografie (RT – Radiographic Testing): ZfP-Methode mit ionisierender Strahlung (Röntgen oder Gamma-Strahlung). Detektiert Volumendefekte (Poren, Lunker, Schlackeneinschlüsse) in Schweißnähten und Gussteilen. Erfordert Strahlenschutzbereiche und Strahlenschutzbeauftragten. Kein Drohnenverfahren – ergänzt Drohneninspektion bei Schweißnahtbewertung. Normen: DIN EN ISO 17636, ASME V Artikel 2

    Revisionsplanung / Turnaround-Planung: Koordination aller Inspektions-, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen während einer geplanten Anlageabstellung (Turnaround/TAR). Drohneninspektion liefert vor dem Turnaround Zustandsdaten für die Maßnahmenplanung (Pre-Inspection) und dokumentiert den Zustand nach der Instandsetzung (Post-Inspection). Ergebnis: Keine Überraschungen im Turnaround, kürzere Abstellzeiten, geringere Kosten. Verwandte Begriffe: Turnaround, Wartungsfenster, TAR

    S – Schweißnahtprüfung / Spannungsrisskorrosion / Schornsteininspektion

    Schweißnahtprüfung: Prüfung von Schweissverbindungen auf Fehler. Methoden je nach Anforderung: VT (visuell), UT/PAUT (Ultraschall), RT (Radiografie), MT (Magnetpulver), PT (Eindring). Schweißnahtinspektion durch ELIOS 3: VT-Befundung im Innern von Behältern und Rohrleitungen ohne Gerüst – Nahtunregelmäßigkeiten, Risse, Anbindefehler, Überhöhungen, Kerben. Normen: DIN EN ISO 17635 (Überblick), DIN EN ISO 5817 (Bewertungsgruppen)

    Spannungsrisskorrosion (SCC – Stress Corrosion Cracking): Kombiniertes Schädigungsphänomen: Zugspannungen + korrosives Medium → Rissbildung und plötzlicher Sprödbruch ohne vorherige sichtbare Verformung. Besonders gefährlich in Edelstahl (Chloride), Messing (Ammoniak), hochfesten Stählen (Wasserstoff). Visuell erkennbar: verzweigte Risse an Schweißnähten und Kerben. Die ELIOS 3 identifiziert Rissmuster in schwer zugänglichen Bereichen. Norm: DIN EN ISO 7539, NACE MR0175/ISO 15156

    Schornsteininspektion: Inspektion von Industrieschornsteinen, Abgaskaminen und Rauchgaskanälen auf Erosion, Korrosion, Rissbildung und Ausmauerungszustand. Die ELIOS 3 steigt vertikal in den Schornstein ein und dokumentiert Innenwände umlaufend – ohne Kletterinspektion, Steigeisen oder Gerüst. Bei Betonstürmen: Bewehrungskorrosion, Karbonatisierung, Risse. Bei Stahlkaminen: Korrosion, Wanddickenverlust, Beschichtungsschäden. Verwandte Begriffe: Elios-3 Kraftwerke, Hochtemperaturkorrosion

    T–U: Tether / Thermografie / TRBS / UT

    Tether (Kabelanbindung)
    Seit 2025 optionale Erweiterung für die ELIOS 3: Ein dünnes Kabel versorgt die Drohne mit Strom, sodass die Flugzeit unbegrenzt wird. Ideal für stundenlange Missionen in großen Tanks, Schornsteinen (>100 m) oder komplexen Anlagen.



    Thermografie (Radiometrisch)
    Messtechnik, die Wärmestrahlung (Infrarot) sichtbar macht. Die ELIOS 3 verfügt über eine radiometrische Thermokamera, die absolute Temperaturwerte liefert – nicht nur relative Farbbilder.

    Typische Befunde: Hotspots, Leckagen, CUI (Corrosion Under Insulation), Isolationsfehler, thermische Anomalien in Kesseln/Öfen, überbelastete Bauteile.



    TRBS (Technische Regeln für Betriebssicherheit)
    Konkretisieren die BetrSichV. Relevant: TRBS 1201 (Prüfungen), TRBS 2141 (Gefährdung durch Dampf/Druck). Drohneninspektionsdaten können als Prüfgrundlage dienen.



    UT (Ultraschallprüfung / Ultrasonic Testing)
    NDT-Methode zur Wanddickenmessung. Die ELIOS 3 bietet ein optionales UT-Payload. Die Akzeptanz der drohnengestützten UT-Messung hängt von der jeweiligen Prüforganisation ab.

    T – Turnaround / TRD 301 / Thermische Ermüdung

    Turnaround (TAR / Anlagenrevision / Großrevision)
    Geplante Vollstillstandsrevision einer Industrieanlage (Raffinerie, Chemiewerk, Kraftwerk, Papierfabrik, Pharmabetrieb). Während des Turnarounds werden alle Inspektions-, Reinigungs- und Reparaturarbeiten konzentriert durchgeführt, die im laufenden Betrieb nicht möglich sind – weil die Anlagen unter Druck, bei Temperatur oder mit Medien betrieben werden.

    Typische Intervalle (je nach Branche und Norm):
    • Petrochemische Anlagen und Raffinerien: alle 4–6 Jahre
    • Kraftwerke (GuD, Dampfkraftwerk): alle 2–4 Jahre
    • Papier- und Zellstoffindustrie: alle 1–3 Jahre
    • MVA / Müllheizkraftwerke: alle 1–2 Jahre

    Kosten eines Turnarounds: Im Sechsstelligen bis mehrere Millionen Euro – je nach Anlagengröße. Jeder Stillstandstag kostet Produktionsausfall und Betriebskosten. Das Ziel: minimale Stillstandsdauer bei maximaler Inspektions- und Reparaturtiefe.

    ELIOS 3 im Turnaround – vier Rollen:
    1. Pre-Turnaround-Inspektion: Noch im Betrieb (wenn möglich) oder direkt nach der Abstellung – schnelle Erstbefundung aller Confined Spaces zur Scope-Planung. Was muss wirklich repariert werden?
    2. Scope Management: Drohnendaten definieren gezielt, welche Behälter geöffnet, gerüstet oder befahren werden müssen – und welche nicht. Verhindert teure Blindöffnungen.
    3. Intra-Turnaround-Kontrolle: Während Reparaturen laufend Fortschrittskontrollen dokumentieren, ohne erneute Gerüstaufbauten.
    4. Post-Turnaround-Dokumentation: Abschlussdokumentation mit 4K und LiDAR-3D-Modell als Referenz für den nächsten Turnaround. Grundlage für Schadensfortschrittskontrolle.

    Schlüsselbegriff Scope Creep: Das unerwartete Ausweiten des Reparaturumfangs während eines Turnarounds. Die häufigste Ursache für Zeit- und Kostenüberschreitungen. Drohnenvorinspektionen reduzieren Scope Creep erheblich.

    Verwandte Begriffe: Wartungsfenster, Befahrung, Hybridinspektion, Schadensfortschrittskontrolle



    TRD 301 / TRD 310 / TRD 320 (Technische Regeln für Dampfkessel)
    Deutsche technische Regelwerke, die die BetrSichV für Dampfkessel konkretisieren – in Bestandsanlagen weiterhin ein wichtiger Prüfmaßstab:

    TRD 301: Beanspruchung durch Innendruck – Berechnungsvorschriften für Kesselwanddicken und Stutzenanschlüsse
    TRD 310: Wasserrohre und Heißdampfrohre – Anforderungen an Rohre in Wasser- und Dampfkesseln
    TRD 320: Sicherheitsventile – Bemessung, Anordnung und Prüfung

    Aktueller Stand: Seit Umsetzung der EU-Druckgeräterichtlinie (PED 2014/68/EU) werden TRD-Regelwerke zunehmend durch europäische Normen (EN 12952 für Wasserrohrkessel, EN 12953 für Großwasserraumkessel) abgelöst. In Bestandsanlagen und bei laufenden Prüfverfahren sind TRD-Anforderungen jedoch weiterhin maßgeblich.

    Relevanz für Drohneninspektion: TRD-Normen definieren die Prüfumfänge und Dokumentationsanforderungen – die ELIOS 3 liefert die visuelle Grundlage (4K-Video, LiDAR, Thermografie) als Teil des Prüfnachweises.



    Thermische Ermüdung (Thermal Fatigue)
    Materialermüdung durch wiederholte Temperaturwechsel (An- und Abfahrzyklen, Lastwechsel, Notkühlung). Entsteht, weil Werkstoffe bei Erwärmung und Abkühlung unterschiedlich stark dehnen und schrumpfen – dies erzeugt innere Wechselspannungen, die bei ausreichend vielen Zyklen zum Anriss führen.

    Typische Schadensstellen:
    • Anschlussstellen von Stutzen und Rohren an Druckbehälterwandungen (Stresskonzentration)
    • Schweißnähte zwischen Werkstoffen unterschiedlicher Wärmeausdehnung
    • Feuerraum-Membranwände in Kraftwerkskesseln bei Lastwechselbetrieb
    • Flanschverbindungen mit häufigen Temperaturwechseln
    • Böden und Wandungen in Kesseln mit schnellen Aufheizvorgängen

    Erkennung: Typische thermische Ermüdungsrisse verlaufen senkrecht zur Schweißnaht oder bilden netzartige Riss-Muster (Crazing / Wärmerisskranz). Thermografie zeigt erhöhte Temperaturen an Rissenden (Spannungskonzentration). Für genaue Risslängen- und -tiefenmessung ist zusätzliche ZfP (MT, PT, TOFD) erforderlich.

    Normen: ASME III (Nuclear), EN 13445 (Druckbehälter), RCC-M (französische Kernkraftnorm)

    Siehe auch: Rissbildung, Wanddickenmessung, Schadensfortschrittskontrolle, TRD

    U – Eindringprüfung (PT) / Wirbelstromprüfung (ET) / Umgebungsmonitoring

    Eindringprüfung (PT – Penetrant Testing): ZfP-Methode zur Detektion von Oberflächenrissen und Poren in allen nicht-porösen Werkstoffen. Ein flüssiges Eindringmittel (farbig oder fluoreszierend) wird aufgetragen, in Risse gezogen und nach dem Reinigen durch Entwickler sichtbar gemacht. Norm: DIN EN ISO 3452. Kein Drohnenverfahren, sondern komplementär: Drohne identifiziert verdächtige Bereiche, PT verifiziert

    Wirbelstromprüfung (ET – Eddy Current Testing): ZfP-Methode zur Detektion von Oberflächenrissen und Korrosion in elektrisch leitfähigen Werkstoffen ohne direkten Kontakt. Induktive Anregung erzeugt Wirbelströme – Defekte stören das Wirbelstromfeld messbar. Schnell, zerstörungsfrei, auch durch dünne Schutzschichten. Einsatz: Wärmetauscherrohre, Flugzeugstrukturen, Schweißnähte. Norm: DIN EN ISO 15549

    Umgebungsmonitoring: Kontinuierliche oder regelmäßige Überwachung von Umgebungsparametern in und um Industrieanlagen: Gasdetektion (H₂S, CH₄, CO, O₂), Temperatur, Feuchte, Vibration, Lärm. Drohne als Mobile Monitoring Platform: kann ortsvariabel Messungen in schwer zugänglichen Bereichen vornehmen. Ergänzt stationäre Messtechnik besonders bei Erstinspektion und Revisionseinsätzen

    V – VdS / VGB-Richtlinien / Vibrationsanalyse / Versagen

    VdS (Verband der Sachversicherer): Prüf- und Zertifizierungsinstitut der deutschen Versicherungswirtschaft für Brandschutz, Einbruchschutz und technische Sicherheit. VdS-Richtlinien (z.B. VdS 2093 Sprinkleranlagen) sind Grundlage für versicherungsrechtliche Anforderungen. Relevanz: Sprinklertank- und Löschanlagen-Inspektion muss VdS-konform dokumentiert sein. Kopterflug Sprinklertankinspektion nach VdS 2093

    VGB (VGB PowerTech): Technisch-wissenschaftliche Vereinigung für die Strom- und Wärmeerzeugung. VGB-Richtlinien (z.B. VGB-R 506 für Dampfkessel, VGB-R 625 für Wärmetauscher) sind anerkannte Regeln der Technik im Kraftwerksbereich. Relevant bei Kesseln, Turbinen, Kondensatoren und Kühlsystemen

    Vibrationsanalyse / Vibrationsmessung: Überwachung von Maschinenschwingungen zur Früherkennung von Lagerdefekten, Unwuchten und Resonanzen (Condition Monitoring). Die ELIOS 3 kann Vibrationssensoren nicht direkt anbringen, identifiziert aber visuell Anzeichen für Vibrationsprobleme: Risse an Schweißnähten mit Schwingungsmustern (Fishtail Cracks), gelockerte Verbindungen, Verschleiß an Führungen

    Versagen / Schadensanalyse (Failure Analysis): Systematische Untersuchung von Bauteilversagen zur Klärung von Schadensursache und Mechanismus. Methoden: Fraktografie, metallografische Schliffe, Spektralanalyse, FEM. Die ELIOS 3 liefert den ersten visuellen Befund im Schadensfall – Dokumentation des Schadensbilds in 4K vor weiterer Demontage

    V–Z: VT / Zero Entry / Zugangstechnik

    VT (Visual Testing / Sichtprüfung)
    Die grundlegendste NDT-Methode – und die Kernkompetenz der ELIOS 3. Visuelle Inspektion mit 4K-Kamera (3840×2160, 30 fps) und 16.000 Lumen LED. Norm: DIN EN ISO 17637.

    Die ELIOS 3 erweitert VT um: Zoom, Perspektiven aus der Luft, Zugang zu sonst unerreichbaren Stellen, reproduzierbare Dokumentation, LiDAR-basierte Positionierung der Befunde im 3D-Raum.



    Zero Entry / Zero Human Entry
    Das Kernversprechen der Drohneninspektion: Kein Mensch muss den Confined Space betreten. Die Drohne übernimmt das Risiko. Damit entfallen (je nach Scope): DGUV-Befahrungsmaßnahmen, Rettungsketten, Atemschutz, Gerüstbau – und das Risiko für Ihre Mitarbeiter wird auf null reduziert.

    Zero Entry ist das Hauptargument für HSE-Manager und Sicherheitsverantwortliche.



    Zugangstechnik (klassisch vs. Drohne)
    Klassische Methoden für Inspektionszugang:
    Gerüstbau – teuer, langsam, betriebsunterbrechend
    Seilzugang – schneller, aber personalintensiv
    RBG-Befahrung – nur in Hochregallagern, gefährlich
    Hebebühne/Cherry Picker – begrenzte Reichweite
    Taucher – nur für wassergefüllte Bereiche, risikoreich

    Die ELIOS 3 ersetzt in vielen dieser Szenarien die klassische Zugangstechnik. Wo sie nicht reicht (z. B. Unterwasser), kommt ein ROV zum Einsatz.

    V – Versottung / Vorklärbecken / Volumenmessung

    Versottung (Schornstein)
    Chemischer Degradationsprozess in Schornsteinen, Rauchgaszügen und Kaminen. Wenn die Abgastemperaturen unter den Taupunkt von Schwefeldioxid/Schwefeltrioxid sinken (typisch ca. 120–150 °C, bei hohem SO₃-Gehalt auch höher), kondensieren Schwefelsäure (H₂SO₄) und Salpetersäure (HNO₃) aus dem Rauchgas. Diese sauren Kondensate greifen Mauerwerk, Mörtel, Klinker und Stahl-Einbauten massiv an.

    Begünstigende Faktoren:
    • Niedertemperatur-Betrieb (Teillast, häufiges An-/Abfahren)
    • Schwefelhaltige Brennstoffe (Kohle, Schweröl, Biomasse)
    • Schlecht isolierte oder alte Schornsteine ohne zeitgemäße Auskleidung
    • Undichtigkeiten, die Falschluft einziehen lassen (Temperatursenkung)

    Typische Befunde bei ELIOS 3-Inspektion:
    • Feuchte, dunkle Wandoberflächen und Salzausblühungen (Sulfate, Nitrate)
    • Tiefe Auswaschungen in Mörtel und Fugen, mürbes oder fehlendes Fugenmaterial
    • Risse und Abplatzungen in Klinkern und Betonringen
    • Korrosion an Stahl-Einbauten: Kontrollsteigeisen, Messöffnungen, Innenkonstruktionen
    • Beschädigungen oder Ablösungen des Futterrohrs (inneres Abzugsrohr)
    • Abrisstrichter und Hohlräume hinter der Ausmauerung (erkennbar durch LiDAR-Anomalien)

    Wirtschaftliche Relevanz: Unbehandelte Versottung führt mittelfristig zur Strukturgefährdung des Schornsteins und kann die sofortige Außerbetriebnahme erzwingen. Früherkennung durch Drohneninspektiоn ist die günstigste Präventionsmaßnahme.

    Normen: DIN EN 13084 (Industrieschornsteine), DIN 18160 (Abgasanlagen in Gebäuden), KÜO (Kehr- und Überprüfungsordnung der Bundesländer)

    Siehe auch: Thermografie, Säureangriff, Rissbildung, Tether (für Schornsteine über 100 m)



    Vorklärbecken / Nachklärbecken (Kläranlagen)
    Vorklärbecken (Primärklärbecken / Primary Clarifier): Erster Reinigungsschritt in kommunalen und industriellen Kläranlagen. Das Abwasser fließt mit geringer Fließgeschwindigkeit durch den Rundbehälter oder das Rechteckbecken; sedimentierende Feststoffe sinken als Primärschlamm zum Boden und werden durch ein Räumwerk abgezogen.

    Nachklärbecken (Sekundärklärbecken / Final Clarifier): Nach der biologischen Behandlung (Belebungsbecken, Tropfkörper) dient das Nachklärbecken der Trennung von gereinigtem Klarwasser und Belebtschlamm. Der abgesetzte Schlamm wird als Rücklaufschlamm in das Belebungsbecken zurückgepumpt oder als Überschussschlamm dem Faulturm zugeführt.

    Typische Inspektionsbefunde:
    • Risse und Undichtigkeiten in der Betonwandung (Karbonatisierung, Chloridangriff)
    • Korrosion von Stahleinbauten: Räumbrücken, Tauchmotoren, Leitern, Geländer
    • Ablagerungen und Inkrustierungen auf Wandoberflächen und Einbauten
    • Zustand von Düsen, Verteilerbauten und Zu-/Ablaufkonstruktionen
    • Risse in Sohle und Wandanschlüssen

    Besonderheit bei der Inspektion: Kläranlagenbecken können für Drohneninspektionen in der Regel nicht vollständig entleert werden (Betriebsbeschränkungen, Schlamm). Kombination: ELIOS 3 für die Gasphase (Wandung und Decke oberhalb Wasserspiegel, überdachte Anlagen), ROV für die wassergefüllte Zone (Sohlenzustand, Einbauten unter Wasser).

    Siehe auch: ROV, Faulturm, Sandfang, Rissbildung, Bewehrungskorrosion



    Volumenmessung (LiDAR-gestützt)
    Präzise Berechnung von Innenvolumina auf Basis der LiDAR-Punktwolke. Anwendungen in der Industrieinspektion:

    Silo-/Bunkervolumen: Aktuelle Füllmenge, Schüttguthöhe, Brückenbildung
    Ablagerungsvolumen: Wie viel Schlamm, Sand oder Kalkstein hat sich abgesetzt? Reinigungsaufwand kalkulierbar.
    Tankgeometrie: Verformungen und Beulungen des Tankbodens oder der Tankwand als Volumenänderung messbar
    Schornstein-Querschnittsmessung: Verengungen durch Ablagerungen oder Versottungsschäden präzise dokumentiert

    Die ELIOS 3 erzeugt mit dem Ouster OS0-128 LiDAR Punktwolken mit Zentimetergenauigkeit – die Flyability Cloud oder externe CAD-Softwares (CloudCompare, Autodesk ReCap) berechnen daraus präzise Volumenwerte.

    W – Wanddickenmessung / Wartungsfenster / Wärmetauscher

    Wanddickenmessung (WT-Messung / Wall Thickness Measurement)
    Messung der verbleibenden Wanddicke an Druckbehältern, Tanks, Rohrleitungen und Kesseln – eines der zentralen Verfahren zur Bewertung des Korrosionsfortschritts und zur Berechnung der Restlebensdauer einer Anlage.

    Messverfahren:
    UT (Ultraschall-Pulslaufzeit): Einseiten-Messung von innen oder außen ohne Öffnung. Genauigkeit typisch ±0,1 mm. Industriestandard.
    Radiografie (RT): Hohe Präzision und Tiefenwirkung, aber aufwändig, teuer und strahlungsrelevant (Sicherheitszone).
    ELIOS 3 UT-Payload: Optionales Ultraschall-Messkopf-Payload für die drohnengestützte Messung von Wanddicken an gezielten Verdachtsstellen im Inneren von Confined Spaces – ohne Personeneinstieg. Akzeptanz durch Sachverständige projekt-abhängig.

    Warum kritisch: Unterschreitet die gemessene Wanddicke die nach Norm berechnete Mindest-Wanddicke (t_min nach BetrSichV, API 510/653, ASME), muss die Anlage außer Betrieb genommen oder ein Druckabminderungsprogramm eingeleitet werden. Frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Wanddickenmessung spart erhebliche Reparaturkosten und verhindert ungeplante Notabstellungen.

    Korrosionsrate und Restlebensdauer: Aus zwei Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten (z. B. 2021 und 2025) lässt sich die Korrosionsrate in mm/Jahr berechnen. Daraus ergibt sich die prognostizierte Restlebensdauer bis zum Erreichen von t_min – ein zentraler Wert für die Instandhaltungsplanung und die Festlegung des nächsten Inspektionsintervalls.

    Normen: API 510, API 653, API 570, ASME B31.3, EN 13445

    Siehe auch: CUI, UT, Schadensfortschrittskontrolle, Turnaround



    Wartungsfenster (Maintenance Window / Planned Outage)
    Geplante Stillstandsperiode für Inspektions-, Wartungs- und Reparaturarbeiten – kürzer und fokussierter als ein großer Turnaround, oft auf einzelne Anlagenteile oder Equipmentgruppen beschränkt.

    Arten von Stillständen:
    Geplantes Wartungsfenster: Regulärer Termin im Betriebskalender (z. B. monatliche Abstellung eines Kessels, jährliche Tankrevision) – vorhersagbar, gut planbar
    Opportunistisches Wartungsfenster: Nutzung ohnehin erforderlicher Abstellungen (Produktwechsel, saisonale Abstellung, Produktionspausen) für parallele Inspektionsarbeiten
    Notfall-Wartung (Unplanned Outage / Emergency Shutdown): Ungeplante Abstellung durch Störung, Unfall oder spontanen Schaden – teuerste Form, kaum Vorlaufzeit für Inspektionslogistik

    ELIOS 3-Vorteil gegenüber klassischer Befahrung: Eine vollständige Drohneninspektion eines mittelgroßen Tanks (Ø 10 m, H 12 m) dauert typisch 1–2 Stunden Flugzeit plus Vorbereitung. Eine klassische Befahrung (Gasfreimessung, Rettungskette, Personeneinstieg, Inspektion, Ausgabe) benötigt oft 4–8 Stunden plus Folgetage für die Gerüstmontage. Das ermöglicht Inspektionen in Wartungsfenstern, die für klassische Verfahren schlicht zu kurz sind.

    Planungsrelevanz: Je besser die Befundlage vor dem Wartungsfenster (durch Drohnenvorinspektionen), desto effizienter die Reparaturplanung – Materialbestellungen, Fachkräfteeinsatz und Maschineneinsatz können zielgenau geplant werden.



    Wärmetauscher (Heat Exchanger)
    Gerät zum Übertragen von Wärmeenergie zwischen zwei Medien ohne direkten Kontakt. Wärmetauscher sind in nahezu allen industriellen Prozessen unverzichtbar – in Raffinerien, Kraftwerken, Chemieanlagen, Papier- und Zellstoffindustrie, Kläranlagen und Lebensmittelproduktion.

    Wichtigste Bauarten:
    Rohrbündel-Wärmetauscher (Shell-and-Tube): Die verbreitetste Bauart in der Prozessindustrie. Rohrbündel im zylindrischen Mantel; ein Medium fließt durch die Rohre (Tube-Seite), das andere durch den Mantel (Shell-Seite). Wartungsfreundlich, für hohe Drücke und Temperaturen geeignet.
    Plattenwärmetauscher: Gewellte Metallplatten mit abwechselnden Strömungskanälen. Kompakt, hohe Effizienz, aber empfindlich gegen Fouling und Verstopfung bei partikelhaltigem Medium.
    Luftkühler (Air Cooler / Fin-Fan): Luftseitige Kühlung über berippte Rohrbündel. Kein Kühlwasserbedarf – bevorzugt in wasserarmen Regionen oder bei Legionellen-Risiko.
    Spiralwärmetauscher: Spiralförmig gewickelte Kanäle für viskose oder partikelhaltige Medien (Schlamm, Papierstock).

    Typische Inspektionsbefunde mit ELIOS 3:
    Fouling und Ablagerungen: Sichtbare Beläge auf Rohraußen- und -innenseiten, Verfärbungen, Krusten – Ursache für Leistungsabfall und erhöhten Druckverlust
    Korrosion: Lochfraß an Rohrboden und Rohrbögen, Spaltkorrosion unter Ablagerungen, CUI an isolierten Außenflächen
    Erosion: Besonders intensiv an Einströmöffnungen, Prallplatten und 180°-Bögen durch hohe Strömungsgeschwindigkeiten oder partikelbeladene Medien
    Rohrleckagen: Undichtigkeiten durch Erosion, Korrosion oder Schweißnahtfehler – lokalisierbar per Thermografie (Temperaturanomalie an Leckstelle)
    Verformungen und Fehlausrichtungen: Thermische Ausdehnung, Setzungen, Flanschversatz

    ELIOS 3-Einsatz: Inspektion der Shell-Seite (Außenseite der Rohrbündel) nach Demontage der Haube – vollständige 4K-Dokumentation ohne Rohrbündel-Ausbau. Radiometrische Thermografie zur Leckage-Lokalisation. Grundlage für die Entscheidung: Reinigung und Weiterbetrieb, selektives Rohrverschließen (Pluggen) oder Rohrbündel-Vollersatz.

    Normen: TEMA (Tubular Exchanger Manufacturers Association), EN 13445, API 660, ASME VIII

    Siehe auch: Rohrbündel, CUI, Fouling, Thermografie, Wanddickenmessung

    W – Wiederholungsprüfung / Wirbelstromprüfung (Rohrprüfung) / Wärmespannungsriss

    Wiederholungsprüfung (Periodische Prüfung): Turnusäßige Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen in gesetzlich oder normativ festgelegten Intervallen. Unterscheide: äußere Prüfung (von außen, im Betrieb möglich), innere Prüfung (Anlage außer Betrieb, Zugang von innen), Druckprüfung. Die ELIOS 3 übernimmt den visuellen Teil der inneren Prüfung vollständig. Norm: BetrSichV Anhang 2, TRBS 1201, TRbF

    Wirbelstromprüfung Wärmetauscherrohre (ECT – Eddy Current Tube Testing): Spezialisierte ET-Methode für Wärmetauscherrohre in Bündeln: Eine Sonde fährt automatisch durch jedes Rohr und misst Wanddickenanomalien, Risse und Pittingtiefe. Kombiniert mit ELIOS 3-Inspektion: Drohne prüft Rohrboden, Kammern und äußere Rohrbündelstruktur visuell; ECT prüft Rohrinnenwandwände instrumentell

    Wärmespannungsrisse (Thermische Rissbildung): Risse entstehen durch wiederholte Temperaturtransiente (Aufheiz-/Abkühlzyklen) in Bereichen mit Temperaturgradienten. Typisch an Schweißnähten zwischen Materialien unterschiedlicher Wärmedehnung, Einspannstellen und Wanddickenübergängen. Erkennbar als netzartige Rissstruktur (Warmrissbildung) oder lineare Risse quer zur Schweißnaht. Häufig in Feuerraümen, Dampfkesseln und Prozesserhitzern

    X–Z: ZfP vertieft / ZÜS / Zylindrische Behälter / Zugangstechnik vertieft

    ZfP – Zerstörungsfreie Prüfung (vertieft): Oberbegriff für alle Prüfverfahren, die das Bauteil nicht beschädigen. Hauptmethoden: VT (visuell), UT (Ultraschall), RT (Radiografie), MT (Magnetpulver), PT (Eindring), ET (Wirbelstrom), AE (Schallemission), TT (Thermografie/Wärmefluss). Auswahl nach Schadenstyp, Werkstoff und Zugänglichkeit. Die ELIOS 3 ist ein VT+Thermografie+LiDAR-System – keine Kontaktprüfmethode, aber sie erschließt den Zugang für alle anderen ZfP-Methoden durch vorangehende Visuellinspektion

    ZÜS (Zugelassene Überwachungsstelle): Staatlich anerkannte Stellen zur Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen nach BetrSichV. Beispiele: TÜV Rheinland, TÜV SÜD, TÜV NORD, DEKRA, GTÜ. ZÜS führen innere und äußere Prüfungen sowie Abnahmeprüfungen durch. Drohneninspektionsergebnisse von Kopterflug dienen als Befundgrundlage für ZÜS-Sachverständige – die formale Bewertung und Abnahme verbleibt bei der ZÜS

    Zylindrische Behälter: Standardbauform für Druckbehälter, Tanks, Kessel und Kolonnen in der Prozessindustrie. Berechnung nach DIN EN 13445, AD 2000 oder ASME VIII. Typische Baugrößen: 0,5 m bis 10+ m Durchmesser, bis zu 60 m Länge. Inspektionsanforderung: Innen- und Außenwand, Böden, Stutzen, Schweißnähte, Einbauten. Die ELIOS 3 inspiziert zylindrische Behälter von innen vollständig ohne Begehung ab DN 600 Mannlochgröße

    Zugangstechnik (vertieft): Alle Methoden zur Herstellung von Zugangsmöglichkeiten für Inspektion und Instandhaltung. Klassisch: Gerüst, Hubarbeitsbühne (HAB/MEWP), Arbeitsbrüstung (verfahrbar), Seilzugang (Industrial Rope Access, IRATA). Modern: Drohne (aerial access), ROV (underwater access), Roboter (crawler). Kostenvergleich: Gerüst ≈ 5.000–150.000 €; HAB ≈ 500–2.000 €/Tag; Seilzugang ≈ 1.500–4.000 €/Tag; Drohne Kopterflug ≈ deutlich günstiger bei vergleichbarer oder besserer Dokumentationsqualität. Verwandte Begriffe: Zero Entry, Seilzugang, ROV, Hybridinspektion

    Häufige Fragen zum Glossar

    Ist die ELIOS 3 ATEX-zertifiziert?

    Nein. Die Flyability ELIOS 3 ist nicht ATEX/IECEx-zertifiziert. Vor jedem Einsatz in potenziell explosionsgefährdeten Bereichen muss eine Gasfreimessung durchgeführt werden. Nach Freigabe kann die Drohne eingesetzt werden.

    Was bedeutet DN 600 für die Drohneninspektion?

    DN 600 ist die Nennweite eines Standard-Mannlochs (ca. 60 cm Innendurchmesser). Die ELIOS 3 ist ca. 50 × 45 cm groß und passt in vielen Anlagen durch ein DN 600-Mannloch. Entscheidend sind die Einbringungsgeometrie und Freiraum hinter der Öffnung.

    Kann die ELIOS 3 auch unter Wasser eingesetzt werden?

    Nein. Die ELIOS 3 ist eine Flugdrohne (IP44-Schutzklasse). Für wassergefüllte Bereiche setzen wir ROVs (Remotely Operated Vehicles) ein – z. B. den Chasing M2 Pro Max mit 4K + Sonar.

    Was ist der Unterschied zwischen VT und NDT?

    NDT (Non-Destructive Testing / Zerstörungsfreie Prüfung) ist der Oberbegriff. VT (Visual Testing / Sichtprüfung) ist eine von vielen NDT-Methoden – und die Kernkompetenz der ELIOS 3. Weitere relevante NDT-Methoden: UT (Ultraschall), RT (Radiometrische Thermografie).

    Was ist Zero Entry?

    Zero Entry bedeutet: Kein Mensch muss den Confined Space betreten. Die Drohne übernimmt das Risiko. Damit entfallen je nach Scope: DGUV-Befahrungsmaßnahmen, Rettungsketten, Atemschutz – und das Unfallrisiko für Ihr Personal wird auf null reduziert.

    Was ist CUI und wie erkennt man es mit einer Drohne?

    CUI (Corrosion Under Insulation) ist Korrosion unter der Isolierung von Rohrleitungen und Behältern – von außen völlig unsichtbar. Die ELIOS 3 erkennt CUI-Verdachtsstellen durch radiometrische Thermografie: Feuchtebedingte Wärmeverluste zeigen sich als charakteristische Temperaturanomalien an der Isolierungsaußenseite. Sichtbare Hinweise sind beschädigte Außenhäute, Rostdurchschläge und Wasserflecken. Gezielte UT-Wanddickenmessung an Verdachtsstellen ist dann der nächste Schritt.

    Was ist der Unterschied zwischen einem Turnaround und einem Wartungsfenster?

    Ein Turnaround (TAR) ist eine geplante Vollstillstandsrevision der gesamten Anlage – alle Confined Spaces werden geöffnet, alle Inspektions- und Reparaturmaßnahmen gebündelt. Intervalle: 2–6 Jahre, Kosten im Millionenbereich. Ein Wartungsfenster ist kürzer und fokussierter – nur einzelne Anlagenteile werden abgestellt. Die ELIOS 3 kann Inspektionen in engen Wartungsfenstern (wenige Stunden) durchführen, für die eine klassische Befahrung (4–8 h Vorbereitung) schlicht zu viel Zeit bräuchte.

    Was bedeutet Befahrung und wann entfällt sie durch die Drohne?

    Eine Befahrung ist der physische Einstieg von Personal in einen Confined Space. Sie erfordert nach DGUV Regel 113-004: Gasfreimessung, Freigabeschein, Rettungskette mit Sicherungsposten und PSA – typisch 4–8 Stunden Vorbereitung mit 3–5 Personen. Die ELIOS 3 ersetzt in den meisten Fällen die Befahrung vollständig (Zero Entry). Nur wo physische Eingriffe nötig sind (Schweißreparaturen, Probeentnahmen), ist die Befahrung nach der Drohnen-Vorerkundung noch erforderlich – aber deutlich kürzer und sicherer.

    Welche API-Normen sind für Tankinspektionen relevant?

    API 653 ist der Hauptstandard für die Inspektion, Reparatur und Rekonstruktion von oberirdischen Lagertanks (Rohöl, Raffinerie, Petrochemie). Er definiert Inspektionsintervalle, Bewertungsmethoden und Außerbetriebnahmekriterien. API 650 regelt den Neubau. Unsere Drohneninspektionen liefern die visuelle Befundgrundlage (4K-Video + LiDAR-3D) für die Bewertung durch den Authorized Inspector (AI) nach API-Standards.

    Was ist der Unterschied zwischen Anfahrschaden Grün/Gelb/Rot?

    Die Schadensklassifizierung nach DIN EN 15635 bewertet Regalschäden in drei Stufen: Grün = geringfügige Schäden, Betrieb möglich, Reparatur einplanen. Gelb = mäßige Schäden, Lastreduzierung und Reparaturtermin erforderlich. Rot = schwere Schäden, sofortige Außerbetriebnahme und Sperrung des Regalbereichs bis zur Reparatur und Freigabe durch Befähigte Person.

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