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    Korrosionsschutzinspektion per Drohne – Wanddicke, CUI & Beschichtung

    • CUI-Erkennung mit Thermografie, Beschichtungsschäden dokumentieren und Wanddickenabschätzung aus Drohnendaten – ein Praxisguide
    Karsten Lehrke

    Karsten Lehrke

    Karsten ist Gründer und Geschäftsführer von Kopterflug. Als Dipl.-Ing. Maschinenbau bringt er langjährige Erfahrung in der Projektplanung mit.

    Korrosion in Industrieanlagen: Schadensbilder und wirtschaftliche Relevanz

    Korrosion ist der kostspieligste Schadensmechanismus in der petrochemischen, chemischen und energieversorgenden Industrie. Schätzungen des NACE International (heute AMPP) beziffern den jährlichen Korrosionsschaden in Deutschland auf einen zweistelligen Milliardenbetrag – und der überwiegende Teil dieser Kosten entsteht durch nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Korrosionsschäden.

    Drohnen können in der Korrosionsüberwachung an mehreren Fronten wirken – sowohl für externe als auch für interne Korrosionsinspektion:

    Externe Korrosionsinspektion (ELIOS 3 / DJI Matrice 30T)

    • Oberflächenkorrosion an Rohrbrücken, Tragwerken, Behälterwänden: Der DJI Matrice 30T mit 200x Hybrid-Zoom erkennt Korrosionsflecken, Blasenbildung unter Beschichtungen und aktive Rostfahnen ohne Gerüst oder Hebebühne.
    • Schäden an Korrosionsschutzanstrichen: Abblätterung, Rissbildung, Unterrostung – alle visibel in 4K aus sicherem Abstand. Der Matrice 30T kommt nah genug heran, um die Schäden zu charakterisieren.
    • Korrosion an Schweißnähten: Bevorzugte Angriffspunkte für galvanische Korrosion und Spannungsrisskorrosion. 4K-Nahaufnahmen ermöglichen die Unterscheidung zwischen Oberflächenkorrosion und rissrelevanten Befunden.

    Interne Korrosionsinspektion (ELIOS 3)

    • Innenwandkorrosion in Tanks, Kesseln, Kolonnen: Die ELIOS 3 dokumentiert die gesamte Innenoberfläche lückenlos. Korrosionsnarben (Pitting), gleichmäßige Flächenkorrosion und Lochfraß sind in 4K erkennbar.
    • Bodenkorrosion in Lagertanks: Besonders kritisch bei Flachbodentanks – der Boden ist die am meisten gefährdete Zone. Die ELIOS 3 fliegt dicht über den Boden und dokumentiert Pitting und Korrosionszonen.
    • Kondensatkorrosion in Schornsteinen und Abgasleitungen: Unterhalb der Säuretaupunktstemperatur bildet sich aggressive Schwefelsäure – die Drohne erkennt die charakteristischen Schadensmuster.

    CUI – Korrosion unter Isolierung: Das versteckte Problem

    Corrosion Under Insulation (CUI) ist einer der gefährlichsten und teuersten Korrosionsmechanismen in Prozessanlagen. Unter der Wärmedämmung (Steinwolle, Schaum, Mineralwolle) sammelt sich Feuchtigkeit – entweder durch Regenwasser, Kondensation oder Prozessdampf. Die feuchte, sauerstoffreiche Umgebung zwischen Stahlrohr und Isolierung schafft ideale Korrosionsbedingungen, die von außen unsichtbar sind.

    Warum CUI so gefährlich ist

    CUI entwickelt sich unter der Isolierung über Jahre, bevor er äußerlich sichtbar wird. Wenn Korrosion erst durch rostfarbene Ausblühungen an der Isolieroberfläche oder durch Wanddurchbruch sichtbar wird, ist der Schaden oft schon weit fortgeschritten. Wanddickenverluste von 50–80% ohne jedes externe Warnsignal sind keine Seltenheit.

    Normativ ist CUI in den API 571 (Damage Mechanisms Affecting Fixed Equipment in the Refining Industry) und API 583 (Corrosion Under Insulation and Fireproofing) geregelt. Letztere beschreibt detailliert die Risikofaktoren und Inspektionsstrategien.

    CUI-Erkennung mit Thermografie-Drohne

    Der wirksamste zerstörungsfreie Nachweis von CUI ist die aktive oder passive Thermografie. Das Grundprinzip: Feuchte Isolierung hat eine andere Wärmeleitfähigkeit als trockene Isolierung. Diese Differenz erzeugt messbare Temperaturunterschiede an der Isolierungsoberfläche, die mit einer Wärmebildkamera erfasst werden können.

    • Passiv-Thermografie im Betrieb: Am effektivsten bei Leitungen und Behältern im normalen Betrieb mit Temperaturdifferenz zur Umgebung (>10 K). Heiße Prozesse erzeugen starke Wärmegradienten, die durch Feuchtigkeitsstellen gestört werden. Der DJI Matrice 30T mit FLIR Radiometrie-Kamera scannt lange Rohrleitungen in einem Überflug.
    • Suspekte Zonen identifizieren: Die Thermografie zeigt, wo Feuchtigkeit in der Isolierung vorhanden ist – nicht, wie viel Wanddicke noch vorhanden ist. Für die Wanddickenmessung ist anschließend Ultraschall (UT) mit lokaler Entfernung der Isolierung erforderlich.

    Die Kombination aus Thermografie-Drohne (Identifikation verdächtiger Zonen) und punktueller UT-Messung durch Kletterer oder nach Demontage der Isolierung ist die effizienteste Strategie für großflächige Rohrleitungssysteme.

    Rostige Lagertanks – Korrosionsschutzinspektion und CUI-Erkennung per Drohne

    Beschichtungsinspektion: Anstriche und Korrosionsschutzschichten dokumentieren

    Der erste Korrosionsschutz einer Stahlkonstruktion ist ihre Beschichtung. Die Lebensdauer von Korrosionsschutzanstrichen in der Industrie beträgt typischerweise 10–25 Jahre – abhängig von Schichtsystem, Untergrundvorbehandlung und Umgebungsbelastung. Die regelmäßige Inspektion des Beschichtungszustands ermöglicht rechtzeitige Sanierung, bevor der Stahl darunter angegriffen wird.

    Typische Beschichtungsschäden und ihre Erkennbarkeit per Drohne

    • Blasenbildung (Blistering): Druckblasen unter der Beschichtung durch osmotischen Feuchtigkeitseintritt. In 4K-Aufnahmen gut erkennbar ab ca. 5 mm Durchmesser.
    • Abblätterung (Delamination/Peeling): Haftungsverlust, oft an Ecken, Schweißnähten und Nieten. Fläche und Tiefe der Ablösung gut dokumentierbar.
    • Rissbildung (Cracking): Alterungsrisse im Decklack bis hin zu Kohäsionsrissen durch thermische Spannungen. Erkennbar ab ca. 0,3 mm Breite in Nahaufnahmen.
    • Unterrostung (Undercutting): Korrosion breitet sich unter der intakten Beschichtung aus – erkennbar an rostorangenen Verfärbungen und Aufwerfungen.
    • Kreidung (Chalking): Photochemische Zerstörung der Bindemittelmoleküle an der Oberfläche – visuell als matte, kreideartige Oberfläche erkennbar.

    Beschichtungsgrad und Schadensklassen nach ISO 4628

    Die Bewertung von Korrosionsschutzanstrichen erfolgt nach DIN EN ISO 4628 (Beschichtungsfehler, Bewertung der Menge und Größe von Fehlern). Die Schadensgrade 0 (kein Schaden) bis 5 (sehr starker Schaden) werden anhand von Bildatlanten bewertet. Drohnen-4K-Aufnahmen liefern eine ausreichende Bildqualität für diese Bewertung – vorausgesetzt, der Abstand zur Oberfläche beträgt weniger als 1 Meter.

    Wanddickenabschätzung aus Drohnendaten: Möglichkeiten und Grenzen

    Häufig gestellte Frage von Betreibern: „Kann die Drohne die Wanddicke messen?“ Die Antwort: Nein – direkt nicht. Aber eine begründete Abschätzung ist möglich.

    Was LiDAR-Daten über Wanddicke aussagen können

    Der LiDAR-Scanner der ELIOS 3 erzeugt eine 3D-Punktwolke der Innengeometrie. Wenn die Außengeometrie des Behälters bekannt ist (aus technischen Zeichnungen oder einem externen LiDAR-Scan mit dem DJI Matrice 30T), kann die Differenz zwischen Innen- und Außengeometrie als Näherung für die aktuelle Wanddicke genutzt werden.

    Einschränkungen dieser Methode:

    • LiDAR-Genauigkeit der ELIOS 3: ±3 cm – für Wanddickenmessungen an dünnwandigen Leitungen (5–20 mm) absolut unzureichend
    • Sinnvoll bei dickwandigen Behältern mit erwartetem Korrosionsverlust von >5 cm (z.B. Ausmauerungen in Hochöfen, Betonbehälter)
    • Kein Ersatz für Ultraschall-Wanddickenmessung (UT) nach DIN EN ISO 16811

    Die richtige Strategie: Drohne für Orientierung, UT für Messung

    Die Drohne zeigt, wo Korrosion vorhanden ist – und gibt damit eine Prioritätsliste für gezielte UT-Messungen vor. Statt blind alle 2 Meter einen UT-Messpunkt zu setzen, werden nur die auffälligen Bereiche aus der Drohnen-Sichtprüfung gezielt gemessen. Dies spart Zeit und gibt dem UT-Prüfer Kontext für seine Bewertung.

    Diese kombinierte Strategie – Drohne für VT/Thermografie, Kletterer/UT für quantitative Wanddickenmessung an priorisierten Stellen – ist der aktuelle Best-Practice-Standard für Korrosionsmonitoring in der Prozessindustrie. Kopterflug koordiniert auf Wunsch den gesamten Prozess inklusive UT-Subunternehmer.

    Häufig gestellte Fragen

    Kann Thermografie auch im laufenden Betrieb eingesetzt werden?

    Ja – und gerade das ist ein großer Vorteil. Mit der DJI Matrice 30T erfassen wir thermische Auffälligkeiten an Außenbereichen ohne Abschaltung und ohne Personaleinsatz vor Ort: Isolationsverluste an Rohrleitungen und Dampfleitungen, Temperaturanomalien an Transformatoren und Schaltanlagen, undichte Ventile und Flansche, CUI-Verdacht (Corrosion Under Insulation) an schwer zugänglichen Stellen. Das spart nicht nur Stillstandszeit, sondern reduziert auch den Koordinationsaufwand erheblich – weniger Absperrungen, weniger Gefährdungsbeurteilungen, weniger Personal in Gefahrenbereichen.

    Was sind die häufigsten Schäden, die die ELIOS 3 findet?

    In Kesseln: Erosion feuerfester Auskleidungen, Korrosion an Verdampferrohren, Hotspots an Überhitzern, Schweißnahtschäden. In Tanks: Bodenkorrosion, Wandausdünnung, Beschichtungsschäden, Schweißnahtkorrosion. In Schornsteinen: Mauerwerks-Erosion, Risse im Futterrohr, Versottung, Undichtigkeiten. In Kolonnen: Verschleiß an Einbauten, Auskleidungsschäden, Packungsdefekte. In Hochregallagern: Anfahrschäden, Deformationen, Bolzenschäden. Mehr dazu: Betonschäden erkennen, Materialermüdung.

    Was ist die Flyability ELIOS 3 und wofür wird sie eingesetzt?

    Die Flyability ELIOS 3 ist eine der leistungsfähigsten kollisionsgeschützten Indoor-Drohnen für Confined Spaces – enge und gefährliche Räume wie Tanks, Kessel, Schächte, Schornsteine und Reaktoren. Sie ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig, navigiert GPS-unabhängig per SLAM-Navigation (FlyAware™ Engine) und verfügt über 4K-Kamera, 16.000 Lumen LED und optional Thermografie + LiDAR. Mit 2025/2026-Upgrades: High-Capacity-Batterie (bis +50% Flugzeit), Tether-Option für unbegrenzte Flugzeit, Colorization für farbige 3D-Modelle und Smart Return-to-Home. Die ELIOS 3 ermöglicht Hybridinspektion – die Drohne übernimmt die Erstinspektion, der Mensch kommt nur noch dort zum Einsatz, wo Kontaktprüfung nötig ist.

    Können Inspektionen ohne Personeneinstieg durchgeführt werden?

    Ja, mit der Flyability ELIOS 3 inspizieren wir Tanks, Kessel, feuerfeste Auskleidungen, Industrieöfen, Schächte und andere Confined Spaces ohne Personeneinstieg. Die Drohne ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig und übernimmt das Risiko – Ihre Mitarbeiter bleiben in Sicherheit. Keine DGUV-Befahrung, keine Rettungsketten, deutlich reduziertes Risiko für Ihr Personal.

    Welche Bereiche können mit der ELIOS 3 inspiziert werden?

    Die ELIOS 3 ist speziell für Confined Spaces entwickelt: Tanks & Behälter (Stahl, Beton, ohne Personeneinstieg), Kessel & Schornsteine (innen, nach Abkühlung <50°C), Feuerfeste Auskleidungen (Industrieöfen, Brennkammern), Reaktoren & Kolonnen (Chemie, Öl & Gas), Schächte & Kanäle (ab 50 cm Öffnung, Großprofile ≥150 cm Ø), Silos & Hochregallager, Bergbau (Stollen, Schächte, Post-Blast), Windkraftanlagen (Rotorblätter innen). Überall dort, wo Personeneinstieg gefährlich, aufwendig oder unmöglich ist.

    Sind DGUV-Befahrungsmaßnahmen erforderlich?

    In vielen Fällen entfallen durch den Einsatz der ELIOS 3 aufwendige DGUV-Befahrungsmaßnahmen (DGUV Regel 113-004), da kein Personeneinstieg erforderlich ist. Die Drohne übernimmt das Risiko – Ihr Personal bleibt in sicherer Entfernung. Freimessungen und Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch erforderlich, aber deutlich reduziert. Wir klären die konkreten Anforderungen im Vorfeld mit Ihnen und den zuständigen Stellen.

    Welche Daten liefert die ELIOS 3 Inspektion?

    Die ELIOS 3 erfasst umfassende Daten: 4K-Videos und Fotos (3840×2160, 30 fps, Low-Light-optimiert), LiDAR-3D-Punktwolken als Grundlage für einen digitalen Zwilling Ihrer Anlage (Präzision im Zentimeterbereich, .las/.e57-Format, CAD/BIM-fähig), Farbige 3D-Modelle (seit 2025: Colorization für fotorealistische Visualisierung), Radiometrische Thermografie (optional) für Korrosionsmonitoring, Hotspots und CUI-Erkennung, Georeferenzierte Daten für präzise Schadenskartierung. Sie erhalten einen detaillierten Inspektionsbericht mit Zustandsdokumentation, Schadenserfassung und systematischer Befundübersicht – orientiert an relevanten Normen der Industrieinspektion.

    Welche Vorteile hat die ELIOS 3 gegenüber klassischen Methoden?

    Durchschnittlich ca. 80% Kostenersparnis: Kein Gerüstbau, keine Entleerung, kein Befahrungs-Team. Drastisch reduzierte Stillstandzeiten: Stunden statt Wochen. Maximale Sicherheit: Kein Personeneinstieg notwendig, deutlich reduziertes Risiko. Präzise Daten: 4K + LiDAR (im Zentimeterbereich) + Thermografie. Normkonform: BetrSichV, DGUV, EN 12952, API 653. Deutschlandweit verfügbar, schnelle Terminvergabe.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

    Eine Auswahl unserer Kunden und Partner

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    Wir prüfen kostenlos, ob CUI-Verdachtszonen, Außenbeschichtungsschäden oder Innenkorrosion in Ihren Anlagen per Drohne erfasst werden können – ohne Gerüst und Stillstand.

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