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    LiDAR & 3D-Scanning: Punktwolken aus Confined Spaces

    • Wie die ELIOS 3 mit LiDAR zentimetergenaue 3D-Daten aus Tanks, Kesseln und Schächten liefert
    Karsten Lehrke

    Karsten Lehrke

    Karsten ist Gründer und Geschäftsführer von Kopterflug. Als Dipl.-Ing. Maschinenbau bringt er langjährige Erfahrung in der Projektplanung mit.

    LiDAR-Scanning in Confined Spaces: Das Problem – und die Lösung

    Klassisches 3D-Scanning (terrestrischer Laserscanner) funktioniert hervorragend – wenn Sie den Scanner in den Raum bringen können. In einem Tank durch ein DN 600-Mannloch, in einem 80 Meter hohen Schornstein, in einem staubigen Silo? Kaum möglich ohne enormen Aufwand.

    Die Flyability ELIOS 3 trägt einen Ouster OS0-128 Rev 6 LiDAR-Sensor direkt durch das Mannloch in den Behälter. Während sie fliegt, erzeugt sie in Echtzeit eine 3D-Punktwolke – ohne Gerüst, ohne Personeneinstieg, ohne GPS.

    Das Ergebnis: Ein zentimetergenaues 3D-Modell Ihrer Anlage, das als Grundlage für Vermessung, Deformationsanalyse und digitale Zwillinge dient.

    Digitale Zwillinge werden bereits in Anlagen in Wolfsburg, im Industriepark Höchst in Frankfurt und in Chemieparks in Leverkusen und Ludwigshafen erfolgreich eingesetzt.

    ELIOS 3 LiDAR: Technische Kerndaten

    LiDAR-Sensor: Ouster OS0-128 Rev 6
    • Präzision: im Zentimeterbereich (1σ)
    • Reichweite: bis 100 m
    • Punkte pro Sekunde: 1,31 Mio.
    • Kanäle: 128
    • Schutzklasse: IP68 (wasserdicht, staubdicht)

    SLAM-Algorithmus: FlyAware™ Engine
    • GPS-unabhängige Navigation und Kartierung
    • Echtzeit-3D-Livemap während des Flugs
    • Computer Vision + LiDAR + NVIDIA-Prozessor

    Output-Formate:
    • .las / .e57 (CAD/BIM-kompatibel)
    • .ply (Mesh)
    • Colorized Point Cloud (seit 2025: automatische RGB-Texturierung)

    Post-Processing: Flyability Cloud (Inspector 5) – Vermessung, Annotation, Reporting, Export
    ELIOS 3 scannt Kühwasserleitung mit LiDAR

    Was kann man mit LiDAR-Punktwolken machen?

    Die LiDAR-Punktwolke der ELIOS 3 ist weit mehr als ein 3D-Bild – sie ist eine vielseitige Datengrundlage für verschiedenste Auswertungen.

    Vermessung

    Abstände, Winkel, Durchmesser, Wandstärken, Volumen – alles direkt in der 3D-Punktwolke messbar. Ohne physischen Zugang und ohne Maßband.

    Deformationsanalyse

    Vergleich von LiDAR-Scans zu verschiedenen Zeitpunkten: Wie stark hat sich der Tankboden gesenkt? Hat sich die Kesselwand verformt? Quantifizierbare Aussagen statt subjektiver Einschätzung.

    Digitaler Zwilling

    Die Punktwolke ist die Basis für einen vollständigen digitalen Zwilling der Anlage. Importierbar in CAD-Systeme (AutoCAD, Revit, BIM 360) für Planung und Instandhaltung.

    Schadensfortschrittskontrolle

    Wiederholbare Flugpfade + LiDAR ermöglichen Vergleichsinspektionen über Jahre. Wie schnell schreitet die Korrosion fort? Wo verändert sich die Geometrie?

    As-Built-Dokumentation

    Für Anlagen ohne aktuelle Bestandspläne: Die LiDAR-Punktwolke liefert einen vollständigen As-Built-Scan – auch von Bereichen, die sonst nicht zugänglich sind.

    Colorization: Farbige 3D-Modelle seit 2025

    Seit dem 2025-Update bietet die Flyability Cloud die Funktion Colorization: Die LiDAR-Punktwolke wird automatisch mit den 4K-Kamerabildern überlagert, sodass ein fotorealistisches 3D-Modell entsteht.

    Intuitive Befundung

    Korrosion, Verfärbungen, Ablagerungen sind in der farbigen Punktwolke direkt sichtbar – kein Umschalten zwischen Datenquellen nötig.

    Bessere Kommunikation

    Farbige 3D-Modelle sind für Nicht-Techniker verständlicher als reine Graupunktwolken. Ideal für Entscheidungsvorlagen und Schulungen.

    Geometrie + Optik kombiniert

    Geometriedaten (LiDAR) und visuelle Daten (4K) in einem Modell – für Schadensdokumentation, Reporting und Instandhaltungsplanung.

    LiDAR vs. Photogrammetrie: Was ist besser für Confined Spaces?

    Photogrammetrie (3D aus Fotos) funktioniert gut bei guter Beleuchtung und texturierten Oberflächen. In Confined Spaces ist sie problematisch:
    • Dunkelheit (selbst mit Beleuchtung: Schatten, Reflexionen)
    • Gleichförmige Oberflächen (blanke Tankwände)
    • Engstellen (zu wenig Überlappung der Bilder)

    LiDAR ist überlegen bei:
    • Dunkelheit (LiDAR braucht kein Licht, funktioniert aktiv)
    • Gleichförmigen Oberflächen (misst Entfernung, nicht Textur)
    • Großen Volumina (100 m Reichweite)
    • Präziser Vermessung (im Zentimeterbereich statt cm-Bereich)
    • Echtzeit-Navigation (SLAM)

    LiDAR vs. Photogrammetrie im Vergleich:
    KriteriumLiDAR (ELIOS 3)Photogrammetrie
    Funktioniert bei Dunkelheit❌ (braucht Licht)
    Gleichförmige Oberflächen✅ (misst Entfernung)❌ (braucht Textur)
    Große Volumina (>50 m)✅ (100 m Reichweite)⚠️ Begrenzt
    Präzisionim Zentimeterbereichcm-Bereich
    Echtzeit-Navigation (SLAM)
    Farbige 3D-Modelle✅ (Colorization)✅ (nativ farbig)
    Staub/Dampf⚠️ Reduzierte Reichweite❌ (Bildartefakte)
    Confined Space Eignung✅ Überlegen❌ Problematisch

    Für Confined Spaces ist LiDAR die überlegene Technologie. Photogrammetrie kann ergänzend genutzt werden – aber die Basis ist LiDAR.

    LiDAR-3D-Scan Kraftwerksrohre – Punktwolke

    Praxisbeispiele: LiDAR-Scanning mit der ELIOS 3

    Alle Beispiele anonymisiert. Dauer und Ergebnisse sind projektspezifisch.

    Tank-Vermessung

    LiDAR-Scan eines 10.000 m³-Lagertanks durch DN 600-Mannloch. Ergebnis: Vollständige 3D-Punktwolke. Deformationsanalyse zeigt Tankbodenabsenkung von 12 mm im Vergleich zum Vorjahr.

    Kessel As-Built

    Wasserrohrkessel ohne aktuelle Bestandspläne. LiDAR-Scan erfasst Rohrführungen, Einbauten, Prallbleche – liefert CAD-kompatiblen As-Built-Plan für Instandhaltungsplanung.

    Schornstein-Geometrie

    80 m Industrieschornstein, Innenvermessung der Ausmauerung. LiDAR zeigt Abweichungen von der Soll-Geometrie und lokalisiert Verschleiß an der Feuerfest-Auskleidung.

    Silo-Volumen

    Bestimmung des Restvolumens in einem teilgefüllten Zement-Silo. LiDAR misst die Oberfläche des Schüttguts und berechnet das verbleibende Volumen.

    Grenzen des drohnengestützten LiDAR-Scannings

    Auch bei LiDAR gibt es technische Grenzen, die man kennen sollte.

    Keine Wanddicke

    LiDAR misst die Oberfläche, nicht die Materialstärke. Für Wanddickenmessung ist UT (Ultraschall) erforderlich – auch das bietet die ELIOS 3 als optionalen Payload.

    Reflektierende Oberflächen

    Stark reflektierende Oberflächen (hochglanzpolierter Edelstahl, Wasser) können LiDAR-Messfehler verursachen.

    Staub und Dampf

    Dichter Staub oder Dampf streut die Laserpulse und reduziert Reichweite und Genauigkeit. Die ELIOS 3 hat einen Dustproof-Modus, aber bei extremer Staubbelastung sind Einschränkungen möglich.

    Post-Processing erforderlich

    Die Rohdaten müssen in der Flyability Cloud verarbeitet werden. Die Auswertung (Colorization, Vermessung, Reporting) erfordert Zeit und Expertise.

    Große Dateien

    Hochauflösende Punktwolken erzeugen Dateien im GB-Bereich. Leistungsfähige Hardware für die Visualisierung ist empfehlenswert.

    Häufige Fragen zu LiDAR & 3D-Scanning

    Wie genau ist die LiDAR-Vermessung der ELIOS 3?

    Die Punktpräzision beträgt im Zentimeterbereich (1σ). Für industrielle Vermessung und Deformationsanalyse ist das in den meisten Fällen ausreichend. Für Sub-Zentimetergenauigkeit wäre ein terrestrischer Scanner nötig – der aber oft nicht in Confined Spaces gebracht werden kann.

    Kann ich die Punktwolke in mein CAD-System importieren?

    Ja. Die ELIOS 3 liefert .las und .e57-Formate, die in gängige CAD-Systeme (AutoCAD, Revit, BIM 360, CloudCompare, FARO SCENE u.a.) importiert werden können.

    Wie lange dauert ein LiDAR-Scan mit der Drohne?

    Das hängt von Größe und Komplexität des Raums ab. Die Flugzeit variiert je nach Anlagengröße und Sensorumfang. Das Post-Processing (Colorization, Vermessung) kommt danach – je nach Anforderung unterschiedlich lang. Sprechen Sie uns an für eine Einschätzung Ihres konkreten Falls.

    Ersetzt der Drohnen-LiDAR-Scan einen terrestrischen 3D-Scan?

    In Confined Spaces: In vielen Fällen ja, weil ein terrestrischer Scanner dort gar nicht positioniert werden kann. In frei zugänglichen Bereichen bieten terrestrische Scanner höhere Genauigkeit (sub-mm). Die ideale Lösung ist oft die Kombination: Drohne für Innenräume, terrestrischer Scanner für zugängliche Bereiche.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

    Eine Auswahl unserer Kunden und Partner

    3D-Daten aus Ihrer Anlage?

    Wir scannen Ihre Confined Spaces mit LiDAR und liefern Punktwolken, 3D-Modelle und Vermessungsdaten – ohne Personeneinstieg.

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