Korrosions-Schutz-Inspektion mit der Drohne
Korrosion zerstört Metall. Beschichtungen und Dämmung schützen davor. Die Drohne prüft, ob der Schutz noch funktioniert – von außen und von innen.
Warum ist Korrosions-Schutz so wichtig?
Korrosion ist die teuerste Schadens-Ursache in der Industrie. Stahl rostet, wenn er nicht geschützt wird. Es gibt zwei wichtige Schutz-Methoden:
- Beschichtung (Farbe/Lack): Eine Schutz-Schicht auf dem Metall. Hält 10 bis 25 Jahre.
- Isolierung (Dämmung): Eine Dämm-Schicht um Rohre und Behälter. Schützt vor Wärme-Verlust – aber wenn Wasser eindringt, entsteht versteckte Korrosion.
Die Drohne prüft beide Schutz-Methoden:
- Von außen: Der DJI Matrice 30T fliegt um die Anlage und prüft Beschichtung und Isolierung mit Zoom und Wärme-Bild.
- Von innen: Die ELIOS 3 fliegt in Tanks, Kessel und Kolonnen und dokumentiert Korrosion an der Innen-Wand.
CUI – Korrosion unter Isolierung
CUI steht für „Corrosion Under Insulation“. Das bedeutet: Rost unter der Dämmung.
Warum ist CUI so gefährlich?
Man sieht CUI von außen nicht. Unter der Dämmung sammelt sich Feuchtigkeit. Das Metall rostet jahrelang unbemerkt. Wenn man den Schaden endlich sieht, ist er oft sehr weit fortgeschritten. Die Wand kann schon 50 bis 80 Prozent dünner sein.
Wie findet die Drohne CUI?
Die Wärme-Bild-Kamera erkennt Feuchtigkeit unter der Isolierung. Feuchte Dämmung leitet Wärme anders als trockene Dämmung. Das erzeugt Temperatur-Unterschiede auf der Oberfläche.
So funktioniert es:
- Die Drohne fliegt mit Wärme-Bild-Kamera an isolierten Rohren entlang.
- Auffällige Stellen (Feuchtigkeit) werden markiert.
- Nur an diesen Stellen wird die Isolierung geöffnet und mit Ultraschall gemessen.
Das ist viel effizienter als überall die Isolierung zu entfernen.
Beschichtungs-Inspektion
Der erste Korrosions-Schutz ist die Beschichtung (Farbe oder Lack). Wenn die Beschichtung kaputt geht, rostet das Metall darunter.
Die Drohne erkennt diese Beschichtungs-Schäden:
- Blasen-Bildung: Blasen unter der Farbe. Sichtbar ab 5 mm Durchmesser.
- Abblätterung: Die Farbe löst sich. Oft an Ecken und Schweiß-Nähten.
- Riss-Bildung: Risse im Lack. Sichtbar ab 0,3 mm in Nah-Aufnahmen.
- Unter-Rostung: Rost breitet sich unter der Farbe aus. Orange Verfärbungen.
- Kreidung: Die Farbe wird matt und kreidig. Zeichen von Alterung.
Die Bewertung erfolgt nach DIN EN ISO 4628 (Schadens-Grade 0 bis 5). 4K-Bilder aus weniger als 1 Meter Abstand reichen für diese Bewertung.
Wand-Dicke schätzen
Viele Betreiber fragen: „Kann die Drohne die Wand-Dicke messen?“
Direkt: Nein. Aber eine Schätzung ist möglich:
- Der LiDAR-Sensor misst die Innen-Geometrie (3D-Karte).
- Wenn die Außen-Geometrie bekannt ist (aus Zeichnungen oder Außen-Scan), kann man die Differenz berechnen.
- Das funktioniert bei dickwandigen Behältern (Wandverlust über 5 cm). Für dünne Rohre (5 bis 20 mm Wand) ist LiDAR nicht genau genug.
Die beste Strategie:
- Die Drohne zeigt, wo Korrosion ist.
- Nur an diesen Stellen wird mit Ultraschall (UT) die genaue Wand-Dicke gemessen.
- Statt überall blind zu messen, wird gezielt gemessen. Das spart Zeit und Geld.
Häufige Fragen
Was ist CUI?
CUI = Korrosion unter Isolierung. Rost entsteht unter der Dämmung, unsichtbar von außen. Die Wärme-Bild-Kamera der Drohne findet feuchte Stellen in der Isolierung.
Kann die Drohne die Wand-Dicke messen?
Nicht direkt mit dem Standard-Sensor. Aber die Drohne zeigt, wo Korrosion ist. Dann wird dort gezielt mit Ultraschall gemessen. Optional hat die ELIOS 3 auch ein Ultraschall-Modul.
Wie gut erkennt die Drohne Beschichtungs-Schäden?
In 4K-Aufnahmen aus weniger als 1 Meter Abstand: Blasen ab 5 mm, Risse ab 0,3 mm, Abblätterung und Unter-Rostung. Das reicht für eine Bewertung nach ISO 4628.
Funktioniert CUI-Erkennung immer?
Nein. Die Wärme-Bild-Kamera braucht einen Temperatur-Unterschied. Am besten funktioniert es bei laufendem Betrieb (heiße Prozesse) oder bei Sonnen-Einstrahlung. Bei Raum-Temperatur ist es schwieriger.
Kontakt
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