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    Hybridinspektion: Drohne erst, Mensch nur wo nötig

    • Der effizienteste Inspektionsansatz für Confined Spaces: Remote-Erstbefund + gezielte manuelle Nachprüfung
    Christian Engelke

    Christian Engelke

    Als EU-zertifizierter Drohnenpilot und Gründer von Kopterflug steht Christian Engelke für praxisnahe Drohneninspektionen in der Industrie. Mit über 10 Jahren Erfahrung und hunderten Einsätzen in Confined Spaces, Behältern und komplexen Anlagen – auch international – kennt er die Anforderungen aus der Praxis.

    Was ist Hybridinspektion?

    Hybridinspektion bedeutet: Die Drohne übernimmt die Erstinspektion – und der Mensch kommt nur noch dort zum Einsatz, wo es wirklich nötig ist.

    Das klingt simpel, ist aber ein fundamentaler Paradigmenwechsel. Bisher war die Inspektion eines Confined Space (Tank, Kessel, Silo, Schornstein) ein All-or-Nothing-Vorgang: Gerüst aufbauen, Personal einschleusen, alles absuchen, Gerüst abbauen. Egal ob am Ende 2 oder 200 Schadensstellen gefunden werden – der Aufwand war derselbe.

    Hybridinspektion dreht das um: Die Drohne macht das Screening, der Mensch nur noch die gezielte Nachprüfung.

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    Phase 1: Remote-Inspektion

    Die ELIOS 3 fliegt den Confined Space ab – 4K-Video, Thermografie, LiDAR. Ergebnis: Vollständiges Bild des Ist-Zustands.

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    Phase 2: Auswertung

    Schadensstellen werden im 3D-Modell lokalisiert, klassifiziert und priorisiert.

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    Phase 3: Gezielt manuell

    Nur an den identifizierten Stellen erfolgt der manuelle Einsatz – z. B. UT-Messung, Probennahme, Reparaturvorbereitung.

    Warum nicht einfach alles mit der Drohne machen?

    Transparenz ist uns wichtig: Die Drohne kann nicht alles. Es gibt ZfP-Verfahren, die physischen Kontakt erfordern:

    Ultraschallprüfung (UT): Wanddickenmessung erfordert einen Prüfkopf mit Koppelmittel auf der Oberfläche
    Magnetpulverprüfung (MT): Erfordert direkten Kontakt und Magnetisierung
    Eindringprüfung (PT): Erfordert Auftragen von Prüfmitteln
    Probennahme: Material-, Abstrich- oder Beschichtungsproben
    Reparatur: Schweißen, Beschichten, mechanische Instandsetzung

    Die Drohne fliegt – sie hat keinen mechanischen Kontakt zur Oberfläche. Deshalb ist Hybridinspektion kein Kompromiss, sondern die optimale Kombination: Die Drohne macht das, was sie am besten kann (flächendeckend sehen und messen), und der Mensch macht das, was nur er kann (punktuell anfassen und eingreifen).

    Drohne vs. Mensch – Fähigkeiten im Überblick:
    AufgabeDrohne (ELIOS 3)Mensch (manuell)
    Visuelle Prüfung (VT)✅ 4K flächendeckend✅ Aber langsamer
    Thermografie (IRT)✅ Radiometrisch⚠️ Handkamera
    LiDAR-3D-Vermessung✅ Automatisch
    Ultraschall (UT)✅ UT-Payload verfügbar✅ Standardverfahren
    Magnetpulver (MT)
    Eindringprüfung (PT)
    Probennahme
    Reparatur / Schweißen
    Dokumentation✅ Automatisch georeferenziert⚠️ Manuell, subjektiv

    Der Hybrid-Workflow Schritt für Schritt

    Der systematische Ablauf einer Hybridinspektion – von der Auftragsklärung bis zum Gesamtbericht:
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    Auftragsklärung

    Was soll inspiziert werden? Welche Prüftiefe ist gefordert (rein visuell oder auch Kontaktprüfung)? Welche Normen gelten? Gibt es bekannte Vorschäden?

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    Drohnen-Erstinspektion (Remote VT + IRT + LiDAR)

    Die ELIOS 3 fliegt den Confined Space systematisch ab: 4K-Video (16.000 Lumen), radiometrische Thermografie und LiDAR-3D-Scan.

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    Datenauswertung und Befundkarte

    In der Flyability Cloud (Inspector 5): Alle Auffälligkeiten im 3D-Modell markiert. Jeder Befund hat eine exakte Position (x, y, z). Ergebnis: Eine priorisierte Befundkarte.

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    Scope-Entscheidung

    Der Sachverständige oder Betreiber entscheidet anhand der Befundkarte: Welche Stellen erfordern manuelle Nachprüfung? Welche sind unkritisch?

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    Gezielte manuelle Prüfung

    Nur an den definierten Stellen: UT-Messung, Probennahme, Detailprüfung. Der Prüfer weiß vorher <em>exakt</em>, wohin er muss – dank 3D-Positionierung.

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    Gesamtbericht

    Kombinierter Bericht: Drohnen-Daten + manuelle Befunde in einem Dokument. 3D-Modell als Referenz.

    Mensch arbeitet im Confined Space – der Mensch nur wo nötig

    Wo spart Hybridinspektion konkret ein?

    Die konkreten Einsparungen durch den Hybrid-Ansatz:

    Gerüstbau

    Statt den gesamten Behälter einzugerüsten, wird nur dort Zugang geschaffen, wo die Drohne kritische Stellen identifiziert hat. Oft: gar kein Gerüst nötig.

    Personeneinsatz im Confined Space

    Statt stundenlanger Begehung: gezielte Minuten an definierten Stellen. Der Gesamtaufenthalt wird auf das Minimum reduziert.

    DGUV-Aufwand

    Weniger Personeneinstieg = weniger Befahrungsmaßnahmen (Rettungskette, Atemschutz, Sicherungsposten). DGUV Regel 113-004 greift nur dort, wo Personen einsteigen.

    Stillstandszeit

    Die Drohne inspiziert schneller als eine manuelle Begehung. Der Turnaround wird kürzer, weil der Inspektions-Bottleneck entfällt.

    Dokumentationsaufwand

    Statt handschriftliche Notizen + Handyfotos: automatisch lokalisierte 3D-Befunde. Reproduzierbar und für den nächsten Zyklus nutzbar.

    Praxisbeispiel: Tank-Inspektion hybrid

    Ausgangslage:
    Ein zylindrischer Lagertank (Durchmesser 15 m, Höhe 12 m) mit Festdach soll turnusmäßig inspiziert werden. Letzte Inspektion: 5 Jahre her. Medium: Heizöl.

    Klassischer Ansatz:
    Tank entleeren → reinigen → gasfrei messen → Gerüst aufbauen (Innenwand + Dach) → vollständige Begehung durch Prüfer → Gerüst abbauen → Ergebnis nach Wochen.
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    Vorbereitung

    Tank entleeren und reinigen (Mindestanforderung für Flug), Gasfreimessung und Freigabe.

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    Drohnenflug

    ELIOS 3 fliegt den Tank in kurzer Zeit komplett ab (Boden, Wand, Dach).

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    Auswertung

    3 Korrosionsstellen am Boden identifiziert, 1 Beschichtungsschaden am Dach, Wand unauffällig.

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    Gezielter Einsatz

    UT-Messung nur an den 3 Bodenstellen + visuelle Bestätigung des Dachschadens. Kein Gerüst nötig, Bodenstellen vom Boden aus erreichbar.

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    Ergebnis

    Gesamtbericht in wenigen Tagen. Einsparung: Kein Gerüstbau, deutlich weniger Personeneinsatz, kürzerer Stillstand.

    Praxisbeispiel: Kessel-Inspektion hybrid

    Ausgangslage:
    Ein Wasserrohrkessel (Höhe 25 m) in einem Biomassekraftwerk soll im Rahmen der Revision inspiziert werden. Fokus: Heizflächen, Prallbleche, Ausmauerung.

    Klassischer Ansatz:
    Kessel auskühlen → Gerüstbau innen (mehrere Ebenen) → Begehung jeder Ebene → Thermografie mit Handkamera (eingeschränkte Reichweite) → Gerüstabbau. Dauer: ca. 2 Wochen allein für Inspektion.
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    Vorbereitung

    Kessel auskühlen, Mannloch öffnen, Gasfreimessung.

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    Drohnenflug

    ELIOS 3 fliegt den Kessel von unten nach oben ab – alle Ebenen, alle Heizflächen. Gleichzeitig: 4K + Thermografie + LiDAR.

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    Auswertung

    2 Hotspots in der Ausmauerung identifiziert (Ebene 3 und 5), 1 Prallblech verformt, Rest unauffällig.

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    Gezielter Einsatz

    Gerüst nur auf Ebene 3 und 5 aufbauen (statt komplett) → Refractory bewerten, ggf. Probe.

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    Ergebnis

    Ca. 75% weniger Gerüst, deutlich kürzere Revisionszeit. Erhebliche Zeit- und Kostenreduktion.

    LiDAR-3D-Scan Rohrleitungen

    Wann ist Hybridinspektion NICHT geeignet?

    Ehrlich gesagt: Es gibt Situationen, in denen eine reine Drohneninspektion oder eine reine manuelle Inspektion sinnvoller ist:

    Reine Drohneninspektion reicht, wenn...

    Nur eine visuelle Zustandserfassung (VT) gefordert ist, keine Kontaktprüfung (UT, MT) nötig ist, oder die Ergebnisse als Pre-Screening dienen.

    Reine manuelle Inspektion ist nötig, wenn...

    Flächendeckende UT-Wanddickenmessung gefordert ist, Probennahme an vielen Stellen erforderlich ist, oder der Confined Space zu eng für die Drohne ist (< DN 600).

    Hybridinspektion ist optimal, wenn...

    Eine visuelle Erstbewertung den Scope für manuelle Prüfung definiert, Gerüstbau vermieden werden soll, Zeitdruck herrscht oder die Sicherheit maximiert werden soll.

    Fazit: Hybridinspektion als Standard der Zukunft

    Hybridinspektion ist kein Nischenprodukt – es wird zum Standard-Workflow für industrielle Inspektionen in Confined Spaces. Der Grund ist einfach: Es kombiniert die Stärken beider Welten.

    Die Drohne:
    • Flächendeckend, schnell, risikofrei
    • 4K + Thermografie + LiDAR gleichzeitig
    • GPS-unabhängig in jedem Confined Space
    • Dokumentation ist automatisch lokalisiert und reproduzierbar

    Der Mensch:
    • Kontaktprüfung (UT, MT, PT) wo nötig
    • Bewertung und Entscheidung
    • Reparatur und Instandsetzung

    Das Ergebnis: Weniger Risiko, weniger Kosten, bessere Daten, kürzere Stillstände. Wir setzen Hybridinspektion seit 2017 in der Praxis um – und empfehlen es als Standard für jede Confined-Space-Inspektion.

    Häufige Fragen zur Hybridinspektion

    Akzeptieren Prüforganisationen die Hybrid-Methode?

    Die Akzeptanz wächst stetig. Viele Sachverständige und Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, DNV etc.) akzeptieren drohnengestützte Daten als Grundlage für ihre Bewertung – die finale Entscheidung liegt aber immer beim zuständigen Prüfer. Wir empfehlen, die Methode vorab mit der zuständigen Prüforganisation abzustimmen.

    Wie viel günstiger ist Hybridinspektion gegenüber klassischer Inspektion?

    Das hängt stark von der Anlage ab. Die Einsparung entsteht primär durch reduzierten Gerüstbau, weniger Personaleinsatz im Confined Space und kürzere Stillstandszeiten. Wir erstellen projektspezifische Angebote und können im Vorgespräch eine realistische Einschätzung geben.

    Braucht man für Hybridinspektion trotzdem eine Gasfreimessung?

    Ja, immer. Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert. Vor jedem Drohneneinsatz in einem Confined Space muss eine Gasfreimessung durchgeführt und dokumentiert werden. Das gilt auch, wenn anschließend kein Personeneinsatz geplant ist.

    Kann die Drohne den manuellen Prüfer vollständig ersetzen?

    Nein – und das ist auch nicht das Ziel. Die Drohne ersetzt die flächendeckende Begehung und liefert die Datenbasis für gezielte manuelle Nachprüfung. Der Sachverständige bleibt für Bewertung, Abnahme und Kontaktprüfung unverzichtbar. Hybridinspektion macht den manuellen Einsatz nicht überflüssig, sondern effizienter.

    Wie sieht der Ergebnisbericht einer Hybridinspektion aus?

    Sie erhalten einen kombinierten Bericht: Drohnen-Daten (4K-Video, 3D-Modell, Thermografie) mit allen identifizierten Befunden im 3D-Raum lokalisiert, plus die Ergebnisse der manuellen Nachprüfung an den jeweiligen Stellen. Alles in einem Dokument, referenzierbar über das 3D-Modell.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

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    Gründer & Geschäftsführer · Dipl.-Ing. Maschinenbau mit langjähriger Erfahrung in der Projektplanung.

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