Prüforganisationen & Klassifizierungsgesellschaften
- Wer prüft Ihre Anlage? ZÜS in Deutschland und Klassifizierungsgesellschaften weltweit — Übersicht für Betreiber
In diesem Artikel:
- Wer darf Industrieanlagen prüfen?
- ZÜS — Zugelassene Überwachungsstellen in Deutschland
- Die wichtigsten ZÜS in Deutschland
- Klassifizierungsgesellschaften — IACS-Mitglieder
- Die 12 IACS-Mitglieder im Überblick
- Die Drohne im Zusammenspiel mit Prüforganisationen
- Fazit: Die richtige Prüforganisation für Ihre Anlage
- Häufige Fragen zu Prüforganisationen
Wer darf Industrieanlagen prüfen?
• Zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) für überwachungsbedürftige Anlagen (Druckgeräte, Aufzüge, Ex-Anlagen) nach § 15 BetrSichV
• Befähigte Personen nach TRBS 1203 für andere Arbeitsmittel (Tanks, Silos, Regale, Schornsteine)
• Klassifizierungsgesellschaften für Schiffe und maritime Anlagen nach IACS-Regeln und IMO-Standards
Die Zulassung der ZÜS erfolgt durch die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) in München und wird von der BAuA veröffentlicht. Die Prüforganisationen müssen strenge Anforderungen an Unabhängigkeit, Kompetenz und Qualitätssicherung erfüllen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Kopterflug Inspection Services GmbH übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist die aktuelle ZÜS-Liste der BAuA.
Die hier genannten Prüforganisationen sind bundesweit tätig – von Raffinerien in Hamburg über Chemieparks in Ludwigshafen bis zu Stahlwerken in Duisburg und Werften in Kiel.
ZÜS — Zugelassene Überwachungsstellen in Deutschland
• Druckanlagen: Druckbehälter, Dampfkessel, Rohrleitungen (Anhang 2 Nr. 4 BetrSichV)
• Aufzugsanlagen: Personen- und Lastenaufzüge (Anhang 2 Nr. 2 BetrSichV)
• Explosionsschutz: Anlagen in Ex-Zonen (Anhang 2 Nr. 3 BetrSichV)
Die ZÜS erstellt den Prüfbericht, legt die Frist der nächsten Prüfung fest und meldet schwerwiegende Mängel an die Aufsichtsbehörde. Ohne gültigen ZÜS-Prüfbericht darf eine überwachungsbedürftige Anlage nicht betrieben werden.
Die wichtigsten ZÜS in Deutschland
TÜV SÜD Industrie Service GmbH
Hauptsitz: München
Schwerpunkte: Druckbehälter, Dampfkessel, Aufzüge, Ex-Schutz, Kraftwerke
Regionale Stärke: Süddeutschland, international
Besonderheit: Einer der weltweit größten technischen Dienstleister mit über 25.000 Mitarbeitern
TÜV NORD Systems GmbH & Co. KG
Hauptsitz: Hamburg
Schwerpunkte: Druckbehälter, Rohrleitungen, Dampfkessel, Aufzüge, Ex-Schutz
Regionale Stärke: Norddeutschland, bundesweit
Besonderheit: Starke Präsenz in der Chemie- und Energiewirtschaft
TÜV Rheinland Industrie Service GmbH
Hauptsitz: Köln
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz, Kraftwerke, Raffinerien
Regionale Stärke: Bundesweit und international
Besonderheit: Weltweit aktiv mit über 20.000 Mitarbeitern im Industrie-Service
DEKRA Automobil GmbH / DEKRA Testing and Certification GmbH
Hauptsitz: Stuttgart
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz, Automotive, Industrieprüfungen
Regionale Stärke: Bundesweit
Besonderheit: Breit aufgestellt – von Fahrzeugprüfung bis Industrieinspektion
GTÜ Anlagensicherheit GmbH
Hauptsitz: Stuttgart
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz, Anlagensicherheit
Regionale Stärke: Bundesweit
Besonderheit: Fokus auf Anlagensicherheit und technische Überwachung
SGS-TÜV Saar GmbH
Hauptsitz: Sulzbach (Saar)
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz, internationale Zertifizierung
Regionale Stärke: Bundesweit und international
Besonderheit: Joint Venture von SGS (Schweiz) und TÜV Saarland – stark in Chemie und Energie
TÜV Hessen / TÜV Thüringen
Hauptsitz: Darmstadt / Erfurt
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz
Regionale Stärke: Hessen bzw. Ostdeutschland, bundesweit zugelassen
Besonderheit: Regionale Verwurzelung mit bundesweiter Zulassung
TÜV Austria GmbH
Hauptsitz: Wien (Österreich)
Schwerpunkte: Druckbehälter, Aufzüge, Ex-Schutz
Regionale Stärke: Auch in Deutschland zugelassen, bundesweit
Besonderheit: Österreichische TÜV-Gesellschaft mit deutschen ZÜS-Zulassungen
Klassifizierungsgesellschaften — IACS-Mitglieder
IACS-Mitglieder decken über 90 % der weltweiten Handelsflotte ab. Ihre Inspektoren prüfen Schiffsrümpfe, Ballasttanks, Laderäume, Maschinenräume und Offshore-Strukturen. Drohneninspektionen gewinnen hier zunehmend an Bedeutung — insbesondere für die Inspektion von Ballasttanks und Laderäumen, die als Confined Spaces gelten.
Mehrere IACS-Mitglieder (darunter DNV, Bureau Veritas und Lloyd's Register) akzeptieren Drohneninspektionen bereits als ergänzendes Prüfverfahren für die Klasse-Erneuerung von Ballasttanks und Laderäumen.
Die 12 IACS-Mitglieder im Überblick
DNV
Herkunft: Norwegen (Fusion aus Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd)
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Offshore, Windkraft, Energie
Für Deutschland besonders relevant: Ehemaliger Germanischer Lloyd, starke Präsenz in Hamburg
Drohnen: Akzeptiert Drohneninspektionen für Klasse-Erneuerung von Tanks
Bureau Veritas (BV)
Herkunft: Frankreich
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Offshore, Marine Renewables, Industrieinspektion
Besonderheit: Eine der ältesten Klassifizierungsgesellschaften (gegründet 1828)
Drohnen: Hat Drohnen nach 15 Tests als formales Inspektionswerkzeug zugelassen
Lloyd's Register (LR)
Herkunft: Großbritannien
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Offshore, Marine-Technologie, Energiewende
Besonderheit: Älteste Klassifizierungsgesellschaft der Welt (gegründet 1760)
Drohnen: Aktive Forschung und Einsatz von Drohnen für Schiffsinspektionen
American Bureau of Shipping (ABS)
Herkunft: USA
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Offshore-Plattformen, LNG, Dekarbonisierung
Besonderheit: Stark in den USA und im globalen Offshore-Bereich
ClassNK (Nippon Kaiji Kyokai)
Herkunft: Japan
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Werften, Offshore, Renewables
Besonderheit: Klassifiziert einen großen Teil der asiatischen Handelsflotte
RINA (Registro Italiano Navale)
Herkunft: Italien
Schwerpunkte: Schiffsklassifikation, Yachten, Offshore, Industrie
Besonderheit: Stark in Europa und im Mittelmeerraum
Weitere IACS-Mitglieder
• China Classification Society (CCS) — Wachsend in Asien, Fokus auf Container und Offshore
• Korean Register (KR) — Südkorea, stark in Werften und Offshore
• Indian Register of Shipping (IRClass) — Indien, Schiffe und Industrieanlagen
• Croatian Register of Shipping (CRS) — Kroatien, europäischer Fokus
• Polski Rejestr Statków (PRS) — Polen, Schiffe und Offshore
• Türk Loydu (TL) — Türkei, neuestes IACS-Mitglied
Die Drohne im Zusammenspiel mit Prüforganisationen
Wir liefern Daten
4K-Video, hochauflösende Fotos, LiDAR-3D-Modelle und Thermografie — die Datengrundlage, die der Sachverständige für seine Prüfentscheidung benötigt. Die ELIOS 3 erreicht Bereiche, die für Menschen schwer oder gar nicht zugänglich sind.
Der Prüfer entscheidet
Ob TÜV-Sachverständiger, DEKRA-Ingenieur oder DNV-Surveyor — die Prüfentscheidung liegt immer beim Sachverständigen. Er verfolgt den Drohnenflug auf dem Live-Monitor und kann den Piloten in Echtzeit anweisen.
Gemeinsame Planung
Wir stimmen jeden Einsatz mit der Prüforganisation ab: Prüfumfang, Fokusthemen, Dokumentationsanforderungen. Der Sachverständige ist idealerweise beim Drohnenflug vor Ort.
Fazit: Die richtige Prüforganisation für Ihre Anlage
• Überwachungsbedürftige Anlagen (Druckgeräte, Kessel, Ex-Anlagen): ZÜS erforderlich — TÜV SÜD, TÜV NORD, TÜV Rheinland, DEKRA, GTÜ oder SGS-TÜV Saar
• Andere Arbeitsmittel (Tanks, Silos, Regale): Befähigte Person nach TRBS 1203 ausreichend
Für Schiffe und maritime Anlagen:
• Klassifizierungsgesellschaft wählen (in Deutschland meist DNV, Bureau Veritas oder Lloyd's Register)
• Surveyor koordiniert Inspektionsprogramm
In beiden Fällen: Die Drohne kann den Prüfablauf effizienter, sicherer und kostengünstiger machen. Kopterflug arbeitet mit allen genannten Prüforganisationen zusammen.
ZÜS kontaktieren
Klären Sie frühzeitig mit Ihrer ZÜS, ob Drohnendaten als Prüfgrundlage akzeptiert werden. Unsere Erfahrung: Die meisten ZÜS sind offen dafür.
Kosten vergleichen
Die ZÜS-Prüfung kostet — aber der Drohneneinsatz reduziert die Vorbereitungs- und Durchführungskosten erheblich. Kein Gerüst, kein Seilzugang, keine DGUV-Befahrung.
Kopterflug kontaktieren
Wir beraten Sie, welche Inspektionsdaten Ihre Prüforganisation benötigt und wie wir den Drohneneinsatz optimal in den Prüfablauf integrieren.
Häufige Fragen zu Prüforganisationen
Kann ich mir die ZÜS frei aussuchen?
Ja. Der Betreiber kann frei wählen, welche zugelassene Überwachungsstelle er beauftragt — solange diese für den jeweiligen Prüfbereich und das Bundesland zugelassen ist. In der Praxis wählen viele Betreiber die ZÜS, mit der sie langjährig zusammenarbeiten, da diese die Anlage bereits kennt.
Was kostet eine ZÜS-Prüfung?
Die Kosten variieren je nach Anlagentyp, Prüfumfang und ZÜS. Typische Richtwerte: Druckbehälter innere Prüfung ab ca. 500–2.000 €, Dampfkessel ab ca. 1.000–3.000 €. Dazu kommen die Kosten für Vorbereitung (Gerüst, Reinigung, Freimessung). Hier kann die Drohne erheblich sparen: Kein Gerüst, kein Seilzugang, kürzere Stillstandszeiten.
Akzeptieren ZÜS Drohnendaten als Prüfgrundlage?
In der Praxis werden Drohneninspektionsdaten von vielen ZÜS als Prüfgrundlage für die innere Prüfung akzeptiert. Die Entscheidung liegt beim jeweiligen Sachverständigen. Wir empfehlen, den Sachverständigen frühzeitig in die Planung einzubeziehen — idealerweise ist er beim Drohnenflug vor Ort.
Was ist der Unterschied zwischen ZÜS und Klassifizierungsgesellschaft?
Eine ZÜS (zugelassene Überwachungsstelle) ist eine deutsche Institution, die überwachungsbedürftige Anlagen nach BetrSichV prüft — TÜV, DEKRA, GTÜ etc. Eine Klassifizierungsgesellschaft (IACS-Mitglied) klassifiziert und prüft Schiffe und maritime Anlagen nach internationalen Standards (IMO, SOLAS). Für Offshore-Anlagen können beide zuständig sein.
Welche Klassifizierungsgesellschaft ist in Deutschland am relevantesten?
DNV ist in Deutschland besonders relevant, da der ehemalige Germanischer Lloyd (mit Hauptsitz in Hamburg) 2013 mit Det Norske Veritas fusionierte. Daneben sind Bureau Veritas und Lloyd's Register stark vertreten. Für Werften und Schifffahrtsunternehmen in Norddeutschland ist DNV oft die erste Wahl.
Brauche ich für Offshore-Windanlagen eine ZÜS oder eine Klassifizierungsgesellschaft?
Beides ist möglich. Offshore-Windanlagen unterliegen sowohl deutschen Vorschriften (BetrSichV für bestimmte Komponenten) als auch internationalen Standards. In der Praxis arbeiten Betreiber oft mit Klassifizierungsgesellschaften wie DNV zusammen, die sowohl die marine als auch die energietechnische Seite abdecken.
Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.
Eine Auswahl unserer Kunden und Partner
Drohneninspektion für Ihre nächste Prüfung?
Wir arbeiten mit allen großen Prüforganisationen zusammen. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung — wir klären, wie die Drohne Ihren Prüfablauf unterstützen kann.

