Korrosionsmonitoring mit Indoor-Drohnen
- Korrosion erkennen, lokalisieren und dokumentieren – visuell, thermisch und geometrisch per Drohne
In diesem Artikel:
- Warum Korrosion das teuerste Problem der Industrie ist
- Was die Drohne an Korrosion erkennen kann
- Die 8 häufigsten Korrosionsarten – und wie die Drohne sie findet
- Vom Einzelbild zum Monitoring: Schadensfortschrittskontrolle
- Typische Einsatzszenarien: Korrosionsmonitoring mit Drohne
- Grenzen der drohnengestützten Korrosionserkennung
- Relevante Normen für Korrosionsschutz und -monitoring
- Fazit: Korrosionsmonitoring muss kein Projekt mehr sein
- Häufige Fragen: Korrosionsmonitoring mit Drohne
Die Elios 3 bei einer Korrosionsinspektion an einer Rohrleitung
Warum Korrosion das teuerste Problem der Industrie ist
Die ELIOS 3 ändert das grundlegend: Korrosionsmonitoring wird vom Ausnahmeevent zum Standardwerkzeug.
Besonders in Hafenstädten wie Hamburg und Bremen sowie in Chemieparks in Leverkusen und Ludwigshafen ist Korrosionsmonitoring ein zentrales Thema der Instandhaltung.
Weiterführende Informationen von Flyability
- → Corrosion Monitoring Guide – Flyability's Leitfaden zum Korrosionsmonitoring mit Drohnen
- → Case Study: Tank UT-Messung – Ultraschall-Wanddickenmessung mit ELIOS 3
Was die Drohne an Korrosion erkennen kann
Sichtbare Korrosion (VT)
Die 4K-Kamera (3840×2160, 16.000 Lumen) dokumentiert Flächenkorrosion, Lochfraß, Spaltkorrosion, galvanische Korrosion, Beschichtungsschäden und mikrobiell induzierte Korrosion (MIC).
Verdeckte Korrosion (Thermografie)
Die radiometrische Thermokamera erkennt CUI (Corrosion Under Insulation): Feuchtigkeit unter der Isolierung erzeugt messbare Temperaturanomalien. CUI ist einer der häufigsten und teuersten Schadensmechanismen – mit bloßem Auge nicht sichtbar.
Geometrische Veränderungen (LiDAR)
Der LiDAR-Sensor (Präzision im Zentimeterbereich) erfasst Verformungen: Ausbeulung, Einbeulung, Wanddickenabweichungen. Durch wiederholte Scans wird Korrosionsfortschritt messbar – Schadensfortschrittskontrolle im Digitalen Zwilling.
Die 8 häufigsten Korrosionsarten – und wie die Drohne sie findet
Flächenkorrosion
VT: Farbveränderung, Rauheit, Schichtabtrag – sichtbar in 4K mit 16.000 Lumen.
Lochfraß (Pitting)
VT: Punktuelle Vertiefungen, oft unter Ablagerungen. 4K + LED machen Details in dunklen Tanks sichtbar.
Spalt- & Spannungsrisskorrosion
VT: Feine Rissbilder an Flanschverbindungen, Dichtungen und Auflagen – erfordert hohe Auflösung und gute Beleuchtung.
Galvanische Korrosion
VT: Verfärbungen und Abtrag an Kontaktstellen verschiedener Metalle.
CUI (Corrosion Under Insulation)
Thermografie: Feuchtebedingte Temperaturanomalien unter der Isolierung – mit bloßem Auge nicht sichtbar.
Erosions- & MIC-Korrosion
VT + LiDAR: Materialverlust an strömungsbelasteten Flächen. LiDAR quantifiziert den Abtrag. MIC zeigt sich durch Biofilm-Ablagerungen.
Vom Einzelbild zum Monitoring: Schadensfortschrittskontrolle
LiDAR-3D-Scan eines Kaltkondenstanks – Grundlage für Schadensfortschrittskontrolle
Zeitvergleich mit LiDAR
Durch wiederholte 3D-Scans derselben Anlage können Veränderungen quantifiziert werden: Wo hat sich die Geometrie verändert? Wo ist Material abgetragen? Der Vergleich zweier Punktwolken (z. B. Inspektion 2024 vs. 2026) zeigt den Korrosionsfortschritt in Millimetern.
Zeitvergleich mit 4K-Video
Visueller Vergleich derselben Oberflächen über die Zeit. Beschichtungsschäden, die bei der letzten Inspektion als Kratzer dokumentiert wurden, zeigen sich beim nächsten Mal als Abplatzung – ein klares Warnsignal.
Reproduzierbare Flugpfade
Konsistente Flugpfade und standardisierte Aufnahmebedingungen sind die Voraussetzung. Die FlyAware™-Navigation der ELIOS 3 und die Echtzeit-3D-Karte unterstützen reproduzierbare Flüge für belastbare Vergleichsdaten.
Typische Einsatzszenarien: Korrosionsmonitoring mit Drohne
Lagertanks (Öl & Gas, Chemie)
Dachunterseite, Innenwand, Bodenplattenbereich – die drei neuralgischen Zonen. Die Drohne dokumentiert den gesamten Korrosionszustand in einem Flug. Bei Schwimmdach-Tanks: Inspektion der Dichtungen und Führungsschienen.
Kessel und Dampferzeuger
Korrosion an Rohrwänden, Prallblechen, Economizerrohren. Thermografie erkennt Hotspots (Hinweis auf Wanddickenverlust) und CUI an isolierten Abschnitten.
Schornsteine
Säureangriff (Schwefel-/Salzsäure-Kondensat) an der Ausmauerung und am Stahlmantel. Die Drohne fliegt den Schornstein von innen – VT + Thermografie zeigen Korrosionsmuster und Isolationsschäden.
Ballasttanks und Laderäume
Korrosion unter Beschichtung, Pitting an Bodenwrangen, Korrosion an Spanten. Klassisch nur mit Gerüst/Rafting prüfbar – die Drohne macht es ohne.
Rohrleitungen und Rohrbrücken
CUI-Screening an isolierten Rohrleitungen (Thermografie), Korrosion an Auflagepunkten und Halterungen (VT).
Silos und Bunker
Korrosion an Wandanschlüssen, Austragsöffnungen, Belüftungszonen – besonders bei aggressiven Schüttgütern.
Grenzen der drohnengestützten Korrosionserkennung
UT-Wanddickenmessung (optional)
Mit der optionalen UT-Payload kann die ELIOS 3 Wanddicken direkt messen. Alternativ: Hybridinspektion – die Drohne lokalisiert Verdachtsstellen, der UT-Prüfer misst gezielt vor Ort.
Korrosion unter dicken Ablagerungen
Wenn Korrosion unter zentimeterdicken Anbackungen oder Sediment liegt, ist sie weder visuell noch thermisch sichtbar. Die Drohne dokumentiert das Ausmaß der Ablagerung und priorisiert den Reinigungsbedarf.
CUI-Erkennung hängt von Bedingungen ab
Thermografie erkennt CUI, wenn ein Temperaturgradient vorhanden ist (Prozess in Betrieb oder Sonneneinstrahlung). Bei Anlagen in Umgebungstemperatur ohne Wärmequelle ist CUI thermisch schwer detektierbar.
Nicht in Ex-Bereichen ohne Freimessung
Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert. Vor jedem Einsatz in Bereichen mit potenziell explosiver Atmosphäre muss eine Gasfreimessung erfolgen.
Relevante Normen für Korrosionsschutz und -monitoring
Die Normen definieren Prüfintervalle und -umfänge. Die Drohne ermöglicht es, diese Intervalle ohne den vollen Befahrungsaufwand einzuhalten.
Allgemein
DIN EN ISO 8044 (Begriffe), DIN EN ISO 12944 (Korrosionsschutz Beschichtungen), DIN EN ISO 9223 (Korrosivitätskategorien).
Tanks
API 653 (Tank Inspection & Repair), EEMUA 159 (Inspection & Maintenance of Storage Tanks).
Druckbehälter & Kessel
API 510 (Pressure Vessel Inspection), EN 12952 (Wasserrohrkessel), BetrSichV.
Fazit: Korrosionsmonitoring muss kein Projekt mehr sein
Mit der ELIOS 3 wird Korrosionsmonitoring zum Standardwerkzeug: schnell einsetzbar, minimal invasiv, reproduzierbar. Das ändert nicht nur die Kosten – es ändert die Strategie: Von reaktiver Reparatur zu proaktivem Monitoring.
Frühzeitige Erkennung
Schäden erkennen, bevor sie teuer werden
Prüfertaugliche Dokumentation
Vollständige Dokumentation für Prüforganisationen und Versicherer
3D-Schadensfortschrittskontrolle
LiDAR-basierter Vergleich über Jahre hinweg
Kein Personeneinstieg
Keine Befahrungsrisiken – Zero Human Entry
Kürzere Stillstandszeiten
Deutlich reduzierte Ausfallzeiten bei Revisionen
Häufige Fragen: Korrosionsmonitoring mit Drohne
Was ist Korrosionsmonitoring mit Drohne – und was unterscheidet es von klassischer Inspektion?
Korrosionsmonitoring mit Drohne bezeichnet die regelmäßige, drohnengestützte Überwachung von Anlageninnenwänden und -strukturen auf Korrosionsfortschritt – ohne Gerüstbau und Personeneinstieg. Die ELIOS 3 kombiniert dafür 4K-Kamera, Thermografie und LiDAR-Sensor in einem Flug. Im Unterschied zur klassischen Einmalinspektion ermöglicht die Drohne reproduzierbare Vergleichsdaten: Wandveränderungen werden in Millimetern messbar, Schadensfortschritt dokumentierbar – von reaktiver Reparatur zu proaktivem Monitoring.
Kann die Drohne Wanddicken messen?
Ja, mit der optionalen UT-Payload kann die ELIOS 3 Wanddickenmessungen direkt an der Oberfläche durchführen. Die Drohne fliegt die Struktur an, dockt an und misst per Ultraschall die Restwanddicke. Alternativ lokalisiert die Drohne per VT und Thermografie die kritischen Stellen – und ein UT-Prüfer misst gezielt nur dort. Mehr zur kombinierten Methode erklärt unser Artikel zur Hybridinspektion.
Wie genau erkennt die Thermokamera CUI?
Die radiometrische Thermokamera erkennt Temperaturanomalien, die auf Feuchtigkeit unter der Isolierung hinweisen. Die Zuverlässigkeit hängt von den Betriebsbedingungen ab – am besten funktioniert es bei laufendem Prozess (Temperaturdifferenz zwischen Medium und Umgebung). Wir beraten vorab, ob Thermografie für Ihren Fall sinnvoll ist. Details zur Methode unter Thermografie in der Industrieinspektion.
Wie oft sollte man ein Korrosionsmonitoring per Drohne durchführen?
Das hängt von der Anlage, dem Medium und den regulatorischen Anforderungen ab. Der Vorteil der Drohne: Die Inspektionsfrequenz kann erhöht werden, ohne dass jedes Mal der volle Befahrungsaufwand entsteht. Viele unserer Kunden ergänzen die reguläre Revision um zusätzliche Drohnenflüge zwischen den Hauptinspektionen. Welche gesetzlichen Prüffristen für Ihre Anlage gelten, zeigt unser Überblick zu Prüffristen für Industrieanlagen.
Erkennt die Drohne auch Korrosion unter Beschichtungen?
Visuell erkennt die Kamera Beschichtungsschäden (Blasen, Abplatzungen, Risse), die auf darunterliegende Korrosion hinweisen. Thermisch kann CUI unter Isolierung detektiert werden. Korrosion unter intakter Beschichtung ohne thermische Anomalie ist jedoch nicht detektierbar – hier bleibt die UT-Messung das Mittel der Wahl. Mehr zur visuellen Prüfmethode unter Sichtprüfung (VT) mit Drohne.
Welche Normen gelten für Korrosionsschutz und drohnengestützte Inspektion?
Relevant sind DIN EN ISO 8044 (Korrosionsbegriffe), DIN EN ISO 12944 (Beschichtungsschutz), API 653 für Lagertanks und API 510 für Druckbehälter. Die BetrSichV regelt wiederkehrende Prüfpflichten für überwachungsbedürftige Anlagen. Eine vollständige Übersicht bietet unser Artikel zu Normen der Industrieinspektion. Die Drohne unterstützt die prüfertaugliche Dokumentation für Prüforganisationen und Versicherer.
Wie läuft ein Korrosionsmonitoring-Einsatz mit Kopterflug ab?
Wir besprechen vorab Anlagentyp, Einsatzmedium und die zu prüfenden Flächen. Vor Ort erfolgt eine Gasfreimessung bei explosionsgefährdeten Bereichen. Die Drohne fliegt die relevanten Zonen systematisch ab – VT, Thermografie und LiDAR werden je nach Fragestellung kombiniert. Die Ergebnisse werden als prüfertauglicher Bericht dokumentiert: Videoaufnahmen, LiDAR-Punktwolke, thermografische Befunde. Für wiederkehrendes Monitoring legen wir reproduzierbare Flugpfade fest. Starten Sie mit unserer Tank-Inspektion oder der Kessel-Inspektion.
Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.
Eine Auswahl unserer Kunden und Partner
Korrosion frühzeitig erkennen – ohne Risiko und Stillstand
Wir prüfen, ob drohnengestütztes Korrosionsmonitoring für Ihre Anlage der richtige Ansatz ist. Senden Sie uns Ihre Anlagendetails – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.

