Checkliste: Drohneninspektion vorbereiten – 12 Schritte
- Was Betreiber vor einem Drohneneinsatz klären müssen – von der Sicherheitsfreigabe bis zur Koordination mit dem Betrieb
Warum Vorbereitung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet
Eine Drohneninspektion in einer Industrieanlage ist kein spontanes Ereignis. Zwischen dem Beauftragungseingang und dem ersten Flug liegt ein Vorbereitungsprozess, der sowohl auf Betreiberseite als auch auf Inspektionsseite konsequent abgearbeitet werden muss. Wird dieser Prozess abgekürzt, drohen im besten Fall Verzögerungen am Einsatztag – im schlimmsten Fall Unfälle oder rechtliche Konsequenzen.
Diese Checkliste richtet sich an Anlagenbetreiber, Instandhaltungsleiter und HSE-Verantwortliche, die einen Drohneneinsatz für ihr Equipment planen. Sie deckt 12 zentrale Vorbereitungsschritte ab – von der technischen Machbarkeitsprüfung bis zur Koordination mit dem laufenden Betrieb.
Schritt 1: Inspektionsziel und Leistungsumfang definieren
Vor jeder anderen Vorbereitung steht die klare Definition, was inspiziert werden soll und welches Ergebnis erwartet wird. Typische Inspektionsziele sind:
- Visuelle Sichtprüfung (VT) nach DIN EN ISO 17637 zur Befunderhebung vor einer Instandhaltungsentscheidung
- 3D-Geometrieerfassung mit LiDAR für As-Built-Dokumentation oder Verschleißbewertung
- Thermografie zur Erkennung von Heißstellen, Isolationsschäden oder aktiven Leckagen
- Zustandsdokumentation als Referenzbasis für zukünftige Vergleichsuntersuchungen
Je präziser das Inspektionsziel formuliert ist, desto effizienter lässt sich der Einsatz vorbereiten. Halten Sie fest: Welche Equipment-Units? Welche Bereiche (innen/außen/beide)? Wird ein Sachverständiger anwesend sein? Sind Befundberichte für die Behörde erforderlich?
Schritt 2: Zugangspunkte und Geometrie klären
Für die Inneninspektion mit der ELIOS 3 muss mindestens ein Zugang mit DN 600 oder größer vorhanden sein. Klären Sie:
- Lage und Größe aller Mannlöcher, Inspektionsstutzen, Reinigungsöffnungen
- Interne Einbauten, die den Flugweg behindern könnten (Rührwerke, Agitatorwellen, Heizschlangen, Bodeneinbauten)
- Höhe/Tiefe des Behälters – beeinflusst Akkukapazitätsbedarf und Anzahl der Flüge
- Vorhandensein von Isometric Drawings, P&IDs oder früheren Inspektionszeichnungen
Schritte 3–7: Sicherheit und Freigabe
Schritt 3: Atmosphärenanalyse und Ex-Schutz
Die ELIOS 3 ist nicht ATEX-zertifiziert. Vor jedem Indoor-Einsatz muss die Atmosphäre im Behälter analysiert und für nicht-explosionsfähig erklärt werden. Verantwortlich dafür ist der Betreiber gemäß TRGS 722 (Vermeidung von Zündgefahren) und der BetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3.
- Explosionsgasanalyse auf brennbare Gase (LEL-Messung): Ergebnis muss unter 10 % UEG liegen
- Sauerstoffgehalt: 19,5–23 Vol% für sicheres Arbeiten
- Toxische Gase: H₂S unter 1 ppm, CO unter 30 ppm, NH₃ unter 20 ppm (Richtwerte – betriebsspezifische Grenzwerte beachten)
- Messung durch geschultes Personal mit kalibriertem Messgerät unmittelbar vor Einsatzbeginn
Schritt 4: Betriebliche Freigabe (Permit to Work)
In den meisten Industrieanlagen ist ein formelles Erlaubnisschein-Verfahren (Permit to Work / PtW) vorgeschrieben. Der Drohneneinsatz ist kein „normales" Arbeiten – er erfordert dennoch eine klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten.
- Ausstellung des Erlaubnisscheins durch Anlagenverantwortlichen
- Festlegung des Arbeitsbereichs (Korridor, Sicherheitszonen um den Einstiegspunkt)
- Koordination mit parallel laufenden Arbeiten (Heißarbeiten, Kran-Einsätze, Anlieferungen)
Schritt 5: DGUV-Anforderungen für Confined Spaces
Sobald die Drohne in einen Behälter eintaucht, der als Confined Space (enger Raum) nach DGUV Vorschrift 1 und DGUV Information 213-050 gilt, greift das vollständige Regelwerk für Behälterbefahrungen – auch wenn keine Person einsteigt.
- Sicherungsposten am Mannloch erforderlich (kann entfallen, wenn explizit dokumentiert keine Personengefährdung besteht)
- Kommunikationsmittel zwischen Pilot und Sicherungsposten
- Rettungsbereitschaft: Mindestanforderungen an Erste-Hilfe-Ausrüstung am Einsatzort
Schritt 6: Restgasanalyse und Inertisierung
Bei Tanks und Behältern, die zuvor Gefahrstoffe enthielten, ist eine Restgasanalyse nach Entleerung und Reinigung Pflicht. Für die Drohneninspektion gilt: Erst nach erfolgreicher Restgasanalyse wird der Einsatz freigegeben. Wenn Inertisierung mit Stickstoff vorgesehen ist, muss der N₂ vor dem Einsatz vollständig durch Frischluft ersetzt werden.
Schritt 7: Temperaturprüfung
Die ELIOS 3 ist für Umgebungstemperaturen von -10°C bis +45°C spezifiziert. Bei heißen Behältern (nach Turnaround, nach Dampfspülung) muss ausreichend Abkühlzeit eingeplant werden. Eine Temperaturmessung am Mannloch-Eingang vor Einsatzbeginn ist obligatorisch.
Schritte 8–10: Logistik und Koordination
Schritt 8: Beleuchtung und elektrische Versorgung
Die ELIOS 3 bringt 16.000 Lumen eigene Beleuchtung mit – für die meisten Innenraum-Inspektionen ausreichend. Bei sehr großen Volumina (Tanks über 15 m Durchmesser, Silos über 20 m Höhe) kann zusätzliche portable Beleuchtung sinnvoll sein. Klären Sie:
- Verfügbarkeit von 230V-Steckdose für Akku-Ladestation in der Nähe des Einsatzorts
- Gegebenenfalls: portable Lichtquellen für besonders große Räume
- Kabellänge für mögliche Kabelanbindung (bei ELIOS 3 nicht erforderlich, aber Reserve-Kommunikationsmittel)
Schritt 9: Kommunikation mit der Betriebsleitstelle
Der Einsatz muss mit der Betriebsleitstelle oder dem Schichtführer koordiniert werden. Wichtige Abstimmungspunkte:
- Zeitfenster für den Drohneneinsatz (Parallelarbeiten ausschließen oder koordinieren)
- Absperrung des unmittelbaren Umfelds um den Einstiegspunkt (Radius ca. 5–10 m)
- Information an benachbarte Betriebsstätten, wenn Drohne auch Außenbereiche befliegt
- Notfallkommunikation: Wer ist zuständiger Ansprechpartner bei unerwarteten Zwischenfällen?
Schritt 10: Unterlagen und Dokumentation vorbereiten
Für eine normgerechte Inspektion und rechtssichere Dokumentation sollten folgende Unterlagen am Einsatztag verfügbar sein:
- Isometric Drawings oder Anlagenpläne des zu inspizierenden Equipment
- Frühere Inspektionsberichte als Vergleichsgrundlage
- Vom Betreiber ausgefülltes Freigabe-/Sicherheitsformular (Erlaubnisschein)
- Kontaktdaten des verantwortlichen Sicherheitsbeauftragten
- Für prüfpflichtige Anlagen nach BetrSichV: Beauftragungsschreiben an zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) oder zugelassene Prüfstelle (ZP)
Schritte 11–12: Am Einsatztag und nach der Inspektion
Schritt 11: Einweisung und Briefing am Einsatztag
Unmittelbar vor Einsatzbeginn führen wir ein gemeinsames Toolbox-Talk mit allen Beteiligten durch:
- Kurzvorstellung des geplanten Einsatzablaufs und der Inspektionsziele
- Erneute Bestätigung der Atmosphärenanalyse (Messung maximal 30 Minuten vor Einsatz)
- Klärung von Notfallprozeduren: Was passiert, wenn die Drohne im Behälter hängen bleibt?
- Rollenverteilung: Pilot, Sicherungsposten, Anlagenverantwortlicher, Sachverständiger
Eine verlorene Drohne im Behälter ist ein seltenes, aber mögliches Szenario. Die ELIOS 3 hat einen Failsafe-Modus, der sie bei Signalverlust an der letzten Position hält. Ein einfacher Bergungshaken aus Kunststoff reicht in den meisten Fällen aus, um die Drohne wiederzugewinnen. Klären Sie vorab, wo das Bergungswerkzeug liegt und wer es bedient.
Schritt 12: Ergebnisse und Berichtsformat vereinbaren
Definieren Sie vor dem Einsatz, in welchem Format die Ergebnisse geliefert werden sollen:
- 4K-Videorohdaten: Für interne Auswertung oder als Sachverständigengrundlage
- Befundbericht (PDF): Mit Fotos, Befundlokalisierung, Bewertungskategorie und Handlungsempfehlung
- LiDAR-3D-Modell: Als .PLY oder .OBJ für weitere Verarbeitung im CAD/BIM-System
- Thermografie-Report: Radiometrische TIFF-Dateien mit Temperaturkarten und Anomalie-Markierungen
Klären Sie außerdem die Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen des Betreibers: Auf welchem Server werden die Daten gespeichert? Wer hat Zugriff? Wie lange werden die Rohdaten aufbewahrt? Bei sensiblen Industrieanlagen (KRITIS, Rüstungszulieferer) gelten besondere Anforderungen, die vorab schriftlich vereinbart werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Sind DGUV-Befahrungsmaßnahmen erforderlich?
In vielen Fällen entfallen durch den Einsatz der ELIOS 3 aufwendige DGUV-Befahrungsmaßnahmen (DGUV Regel 113-004), da kein Personeneinstieg erforderlich ist. Die Drohne übernimmt das Risiko – Ihr Personal bleibt in sicherer Entfernung. Freimessungen und Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch erforderlich, aber deutlich reduziert. Wir klären die konkreten Anforderungen im Vorfeld mit Ihnen und den zuständigen Stellen.
Warum inspizieren Sie im Zweierteam?
Das Zweierteam ist unser Standard: Ein zertifizierter Pilot steuert die Drohne, ein zweiter überwacht Live-Feed, Sicherheit und Dokumentation. Das sorgt für maximale Kontrolle, sichere Abläufe und reibungslosen Einsatz – auch in engen oder komplexen Anlagen. Die DGUV fordert bei Arbeiten in Confined Spaces einen Sicherungsposten – unser Zweierteam erfüllt diese Anforderung automatisch, ohne dass Sie eigenes Personal abstellen müssen. Bei einzelnen Aufträgen – etwa bei besonders großen oder komplexen Anlagen – arbeiten wir auch zu dritt.
Müssen wir eigenes Personal für die Inspektion stellen?
Nein. Wir arbeiten mit eigenem Team und abgestimmtem Sicherheitskonzept – Pilot und Sicherungsposten sind bei uns inbegriffen. Sie müssen kein eigenes Personal abstellen. Für die Vorbereitung (Freimessung, Zugang, Anlagenfreigabe) stimmen wir uns vorab mit Ihren Verantwortlichen ab.
Können Inspektionen ohne Personeneinstieg durchgeführt werden?
Ja, mit der Flyability ELIOS 3 inspizieren wir Tanks, Kessel, feuerfeste Auskleidungen, Industrieöfen, Schächte und andere Confined Spaces ohne Personeneinstieg. Die Drohne ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig und übernimmt das Risiko – Ihre Mitarbeiter bleiben in Sicherheit. Keine DGUV-Befahrung, keine Rettungsketten, deutlich reduziertes Risiko für Ihr Personal.
Wie sicher ist die ELIOS 3 in engen Räumen?
Die ELIOS 3 ist speziell für enge und gefährliche Räume entwickelt: Kollisionsgeschützt durch Carbon-Käfigstruktur (kann Wände berühren, bei Flip autonome Umkehr), GPS-unabhängige SLAM-Navigation mit Real-time 3D-Livemap für präzise Positionierung, 16.000 Lumen LED für optimale Sicht in dunklen Bereichen, IP44-Schutz gegen Staub und Wasser (LiDAR Payload IP68), Smart Return-to-Home (seit 2025) für autonomen Rückflug bei Signalverlust. Die Drohne wurde in tausenden Inspektionen weltweit erprobt und gilt als Industriestandard für Confined Spaces.
Wird der Personeneinstieg durch die Drohneninspektion komplett überflüssig?
In vielen Fällen ja – insbesondere bei visueller Zustandserfassung, Thermografie und LiDAR-Vermessung. Für bestimmte Folgeschritte (z. B. Wanddickenmessung per Ultraschall oder Reparaturen) kann ein Einstieg weiterhin nötig sein. Unsere Daten ermöglichen es Ihren Prüfern, gezielt zu entscheiden, ob und wo ein Einstieg wirklich erforderlich ist – das reduziert Risiko und Aufwand erheblich.
Sind Ihre Drohnenpiloten zertifiziert?
Ja. Wir verfügen über EU-Drohnenführerscheine (für Outdoor-Einsätze) und langjährige Praxiserfahrung in industriellen Umgebungen – Confined Spaces, Kraftwerke, Chemieanlagen, Öl & Gas. Indoor-Inspektionen mit der Elios 3 sind genehmigungsfrei und erfordern keinen Drohnenführerschein. Drohnenflüge in Industrie-Confined-Spaces haben spezifische Anforderungen: enge Räume ohne GPS-Referenz, Koordination mit Sicherheitsverantwortlichen, Gasfreimessungen, ATEX-Protokolle. Diese Erfahrung bringen wir seit 2017 aus hunderten Einsätzen mit. Inspektionen werden standardmäßig im Zweierteam durchgeführt – Pilot und Sicherungsposten – bei einzelnen Aufträgen auch zu dritt.
Was muss ich als Betreiber für eine Inspektion vorbereiten?
Wir benötigen vorab: Informationen zur Anlage (Typ, Maße, Medium, Zugangssituation), den geplanten Betriebszustand (entleert, gasfreigemessen oder befüllt je nach Methode) und Zugang zum Objekt. Den operativen Ablauf – Gasfreimessung, Sicherheitskonzept, Koordination mit Ihren Verantwortlichen – übernehmen wir vollständig. Sie müssen kein eigenes Inspektions-Personal stellen.
Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.
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