Drohneninspektion für Betreiber – Was Sie vor der Beauftragung wissen müssen
- Ausschreibungskriterien, Qualifikationsnachweise, Berichtstandards und typische Kostentreiber – der vollständige Leitfaden für Anlagenbetreiber
Drohneninspektion am Markt: Was seriöse Anbieter unterscheidet
Der Markt für industrielle Drohneninspektionen ist in den letzten Jahren stark gewachsen – und damit auch die Bandbreite der Anbieterqualität. Von erfahrenen Industrieinspektionsspezialisten mit zertifizierten NDT-Prüfern bis hin zu Fotografen mit Hobbydrohne, die sich als Industriedienstleister positionieren, ist alles vertreten. Für Betreiber prüfpflichtiger Anlagen ist diese Unterscheidung nicht trivial: Die Qualität der Inspektion hat direkte Auswirkungen auf Sicherheit, Compliance und Haftung.
Welche Qualifikationen sollte ein seriöser Anbieter nachweisen?
- Drohnenführerschein A2/A3 und/oder Betriebsgenehmigung: Für Einsätze in Industrieanlagen ist mindestens der EU-Drohnenführerschein A2 erforderlich. Für spezifische Anwendungen (z.B. über Menschenansammlungen, in Flughafennähe) können zusätzliche Genehmigungen notwendig sein.
- NDT-Qualifikation des auswertenden Personals: Für Sichtprüfungen gemäß DIN EN ISO 9712 sollte das auswertende Personal mindestens VT Level 2 zertifiziert sein. Fragen Sie nach dem Zertifizierungsnachweis und der ausstellenden Stelle (DGZfP, TUEV, SGS oder ähnlich).
- Erfahrung mit Indoor-Drohnen: Die Flyability ELIOS 3 ist das einzige Seriensystem für Indoor-Confined-Space-Inspektionen. Fragen Sie nach der Anzahl durchgeführter Einsätze und Referenzkunden aus Ihrer Branche.
- Versicherungsschutz: Mindestanforderung ist eine Betriebshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme für Industrieeinsätze (typisch: ≥5 Millionen Euro).
- Datenschutz- und Datensicherheitskonzept: Bei sensiblen Industrieanlagen sollten Sie nach dem Datenverarbeitungskonzept fragen – wo werden Daten gespeichert, wie sind sie verschlüsselt, wer hat Zugriff?
Red Flags bei der Anbieterauswahl
Vorsicht ist geboten bei Anbietern, die keine Referenzen in Ihrer Branche vorweisen können, keine NDT-Qualifikation des auswertenden Personals nachweisen, Berichte ohne Befundklassifizierung oder ohne normative Grundlage liefern, oder bei denen der Preis auffällig weit unter dem Marktdurchschnitt liegt.
Ausschreibungskriterien und RFQ-Checkliste
Eine strukturierte Ausschreibung (Request for Quotation, RFQ) verhindert Missverständnisse und ermöglicht einen validen Angebotsvergleich. Die folgenden Kriterien sollten in jeder Ausschreibung für Drohneninspektionen enthalten sein:
Technischer Scope
- Equipment-Bezeichnung und Equipment-ID (Tag-Nummer aus Anlagenplan)
- Zugangspunkte: Mannloch-Größen (DN-Angabe), Lage (oben/seitlich), Anzahl
- Zu prüfende Bereiche (Innenwände, Böden, Dach, Einbauten, Nähte)
- Gewünschte Prüfmethoden: VT, Thermografie, LiDAR-Scan
- Normative Grundlage für die Prüfung (z.B. DIN EN ISO 17637, API 510, DIN EN 13018)
- Anforderungen an den Sachverständigen: Soll ein ZÜS-Prüfer anwesend sein oder reicht der Dienstleisterbericht?
Berichtsanforderungen
- Gewünschtes Berichtsformat: PDF-Befundbericht, 4K-Video-Rohdaten, LiDAR-Punktwolke
- Befundklassen-System: Nach API 510/653, nach ASME, nach betriebseigenem System
- Lieferfrist für vorläufigen Bericht (often: same-day preliminary findings) und finalen Bericht
- Sprache des Berichts (Deutsch/Englisch)
Compliance und Versicherung
- Nachweis der Betriebshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssumme
- Nachweis NDT-Qualifikation des auswertenden Personals
- Nachweise Drohnenführerscheine und ggf. Betriebsgenehmigungen
- Unterschriebene Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) für Anlagendaten
Sicherheitsanforderungen am Einsatzort
- Anforderungen an Einweisung (betriebliche Sicherheitsunterweisung erforderlich?)
- PSA-Anforderungen (Schutzausrüstung): Helm, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, ggf. Chemikalienschutz
- Erlaubnisschein-Anforderungen (Permit to Work): Wer stellt aus, welche Vorlaufzeit?
Versicherung, Haftung und Compliance
Die Versicherungsfrage ist bei industriellen Drohneninspektionen komplexer als bei einfachen Kameraflügen. Mehrere Haftungsebenen sind zu berücksichtigen:
Versicherungsschutz auf Dienstleisterseite
Ein professioneller Drohneninspektions-Dienstleister benötigt mindestens:
- Luftfahrt-Haftpflichtversicherung: Pflicht nach EU-Luftfahrtrecht für alle kommerziellen Drohnenbetreiber. Mindestdeckung nach EU-VO 2021/664 abhängig von Drohnenmasse (MTOM).
- Betriebshaftpflichtversicherung: Deckt Schäden durch Betriebstätigkeit ab. Für Industrieeinsätze sollte die Deckungssumme mindestens 5 Millionen Euro betragen.
- Vermögensschadenshaftpflicht: Bei fehlerhaften Inspektionsberichten, die zu Schäden führen (z.B. wenn ein übersehener Befund zu einem Anlagenausfall führt).
Haftungsgrenzen und Compliance
Wichtig für Betreiber: Ein Drohnen-Befundbericht ersetzt keine Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS), soweit diese nach BetrSichV §15 für das Equipment vorgeschrieben ist. Drohneninspektion ist ein Werkzeug für die Sachverständigenprüfung – sie liefert die visuelle Grundlage, aber die ZÜS bleibt verantwortlich für die normative Bewertung.
Für Anlagen, die nicht prüfpflichtig im Sinne der BetrSichV sind (z.B. viele Stahlbaukonstruktionen, nicht druckführende Behälter, Schornsteine ohne besondere Prüfanforderung), kann der Drohnen-Befundbericht als vollständige Inspektionsdokumentation dienen.
Datenverarbeitung nach DSGVO
Drohnen-Videomaterial von Industrieanlagen kann unter Umständen personenbezogene Daten enthalten (erkennbare Personen im Bildmaterial). Klären Sie im Vertrag: Wie werden solche Daten behandelt? Kopterflug arbeitet nach den Anforderungen der EU-DSGVO – Rohdaten werden nicht an Dritte weitergegeben, Datenverarbeitungsverträge (DPA) werden auf Wunsch geschlossen.
Typische Kostentreiber und Budgetorientierung
Drohneninspektionskosten variieren erheblich je nach Equipment, Anforderungen und Einsatzbedingungen. Die wichtigsten Kostentreiber im Überblick:
Hauptkostentreiber
- Rüstzeit und Anfahrt: Mobilisierungskosten (Fahrtzeit, ggf. Übernachtung) sind ein fixer Kostenbaustein, der bei mehreren Equipment-Units am selben Standort pro Einheit günstiger wird. Bündeln Sie Inspektionsobjekte für ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Anzahl und Komplexität der Equipment-Units: Ein Tank kostet mehr als ein Schornstein (mehr Volumen, komplexere Innenfläche). Behälter mit vielen Einbauten erfordern mehr Flugzeit.
- Sensorik: Standard-VT mit 4K-Kamera ist die günstigste Option. LiDAR-Scan verdoppelt in der Regel die Einsatzzeit und damit die Kosten. Thermografie kommt als dritter Kostenbaustein hinzu.
- Berichtstiefe: Ein einfaches Video-Protokoll ist günstiger als ein vollständiger Befundbericht mit normativer Klassifizierung und 3D-Lokalisation aller Befunde.
- Sicherheitsanforderungen: Einsätze in ATEX-Bereichen, mit umfangreichem PtW-Prozess oder mit Anwesenheit eines ZÜS-Prüfers erhöhen den Aufwand.
Grobe Orientierungswerte
Ohne verbindliche Preisaussage können folgende Größenordnungen als Orientierung dienen (Tagespreise, exkl. Reisekosten):
- Einfache Sichtprüfung (VT), 1–3 Behälter: ab ca. 1.500–3.000 € Tagesleistung
- VT + LiDAR-Scan, 1–2 Behälter: ab ca. 3.000–5.000 € inkl. 3D-Modell
- Vollpaket VT + LiDAR + Thermografie + Befundbericht: ab ca. 5.000–8.000 € pro Einsatztag
Die entscheidende Vergleichsgröße ist nicht der Preis der Drohneninspektion, sondern die Gesamtkosten der Inspektion. Ein eingesparter Gerüsttag (typisch 2.000–8.000 € für Auf- und Abbau) und verkürzte Stillstandszeiten machen die Drohne in den meisten Fällen zur wirtschaftlicheren Option. Fordern Sie bei uns eine unverbindliche Ersteinschätzung für Ihr Equipment an.
Häufig gestellte Fragen
Welche Vorteile hat die ELIOS 3 gegenüber klassischen Methoden?
Durchschnittlich ca. 80% Kostenersparnis: Kein Gerüstbau, keine Entleerung, kein Befahrungs-Team. Drastisch reduzierte Stillstandzeiten: Stunden statt Wochen. Maximale Sicherheit: Kein Personeneinstieg notwendig, deutlich reduziertes Risiko. Präzise Daten: 4K + LiDAR (im Zentimeterbereich) + Thermografie. Normkonform: BetrSichV, DGUV, EN 12952, API 653. Deutschlandweit verfügbar, schnelle Terminvergabe.
Was kostet eine Inspektion?
Die Kosten richten sich nach Objektgröße, Komplexität und individuellen Anforderungen. Im Vergleich zur regulären Inspektion mit Gerüstbau, Seilzugang oder aufwändigen Befahrungsmaßnahmen sind Einsparungen von bis zu 80% möglich – vor allem durch den Wegfall von Zugangstechnik und kürzere Stillstandszeiten. Kontaktieren Sie uns für ein projektspezifisches Angebot.
Was muss ich als Betreiber für eine Inspektion vorbereiten?
Wir benötigen vorab: Informationen zur Anlage (Typ, Maße, Medium, Zugangssituation), den geplanten Betriebszustand (entleert, gasfreigemessen oder befüllt je nach Methode) und Zugang zum Objekt. Den operativen Ablauf – Gasfreimessung, Sicherheitskonzept, Koordination mit Ihren Verantwortlichen – übernehmen wir vollständig. Sie müssen kein eigenes Inspektions-Personal stellen.
Was ist die Flyability ELIOS 3 und wofür wird sie eingesetzt?
Die Flyability ELIOS 3 ist eine der leistungsfähigsten kollisionsgeschützten Indoor-Drohnen für Confined Spaces – enge und gefährliche Räume wie Tanks, Kessel, Schächte, Schornsteine und Reaktoren. Sie ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig, navigiert GPS-unabhängig per SLAM-Navigation (FlyAware™ Engine) und verfügt über 4K-Kamera, 16.000 Lumen LED und optional Thermografie + LiDAR. Mit 2025/2026-Upgrades: High-Capacity-Batterie (bis +50% Flugzeit), Tether-Option für unbegrenzte Flugzeit, Colorization für farbige 3D-Modelle und Smart Return-to-Home. Die ELIOS 3 ermöglicht Hybridinspektion – die Drohne übernimmt die Erstinspektion, der Mensch kommt nur noch dort zum Einsatz, wo Kontaktprüfung nötig ist.
Können Inspektionen ohne Personeneinstieg durchgeführt werden?
Ja, mit der Flyability ELIOS 3 inspizieren wir Tanks, Kessel, feuerfeste Auskleidungen, Industrieöfen, Schächte und andere Confined Spaces ohne Personeneinstieg. Die Drohne ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig und übernimmt das Risiko – Ihre Mitarbeiter bleiben in Sicherheit. Keine DGUV-Befahrung, keine Rettungsketten, deutlich reduziertes Risiko für Ihr Personal.
Welche Bereiche können mit der ELIOS 3 inspiziert werden?
Die ELIOS 3 ist speziell für Confined Spaces entwickelt: Tanks & Behälter (Stahl, Beton, ohne Personeneinstieg), Kessel & Schornsteine (innen, nach Abkühlung <50°C), Feuerfeste Auskleidungen (Industrieöfen, Brennkammern), Reaktoren & Kolonnen (Chemie, Öl & Gas), Schächte & Kanäle (ab 50 cm Öffnung, Großprofile ≥150 cm Ø), Silos & Hochregallager, Bergbau (Stollen, Schächte, Post-Blast), Windkraftanlagen (Rotorblätter innen). Überall dort, wo Personeneinstieg gefährlich, aufwendig oder unmöglich ist.
Sind DGUV-Befahrungsmaßnahmen erforderlich?
In vielen Fällen entfallen durch den Einsatz der ELIOS 3 aufwendige DGUV-Befahrungsmaßnahmen (DGUV Regel 113-004), da kein Personeneinstieg erforderlich ist. Die Drohne übernimmt das Risiko – Ihr Personal bleibt in sicherer Entfernung. Freimessungen und Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch erforderlich, aber deutlich reduziert. Wir klären die konkreten Anforderungen im Vorfeld mit Ihnen und den zuständigen Stellen.
Welche Daten liefert die ELIOS 3 Inspektion?
Die ELIOS 3 erfasst umfassende Daten: 4K-Videos und Fotos (3840×2160, 30 fps, Low-Light-optimiert), LiDAR-3D-Punktwolken als Grundlage für einen digitalen Zwilling Ihrer Anlage (Präzision im Zentimeterbereich, .las/.e57-Format, CAD/BIM-fähig), Farbige 3D-Modelle (seit 2025: Colorization für fotorealistische Visualisierung), Radiometrische Thermografie (optional) für Korrosionsmonitoring, Hotspots und CUI-Erkennung, Georeferenzierte Daten für präzise Schadenskartierung. Sie erhalten einen detaillierten Inspektionsbericht mit Zustandsdokumentation, Schadenserfassung und systematischer Befundübersicht – orientiert an relevanten Normen der Industrieinspektion.
Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.
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