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    Inspektion ohne Betriebsstopp

    • Welche Anlagen während des Betriebs inspiziert werden können – und wo der Stillstand unvermeidbar ist
    Karsten Lehrke

    Karsten Lehrke

    Karsten ist Gründer und Geschäftsführer von Kopterflug. Als Dipl.-Ing. Maschinenbau bringt er langjährige Erfahrung in der Projektplanung mit.

    Die entscheidende Frage: Stillstand oder betriebsbegleitend?

    Eine der häufigsten Fragen an Kopterflug lautet: „Können wir die Inspektion durchführen, ohne die Anlage abzufahren?" Die Antwort hängt von einer klaren Abgrenzung ab, die nicht immer selbstverständlich ist – und die erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen hat.

    Grundsätzlich gilt: Außenstrukturen (Schornsteine, Fassaden, Dachflächen, Rohrleitungsbrücken, Leitungsmasten, Windkraftanlagen) können in der Regel während des laufenden Betriebs inspiziert werden. Die Drohne fliegt in sicherem Abstand, es besteht keine physische Verbindung zur Anlage.

    Inneninspektionen in Confined Spaces (Tanks, Behälter, Kessel, Rohre, Schächte) setzen dagegen grundsätzlich voraus, dass das Objekt außer Betrieb, entleert, gereinigt und für den Einsatz freigegeben ist – auch wenn die Drohne keinen Personeneinstieg erfordert. Der Grund: In einem befüllten oder druckbeaufschlagten Behälter ist kein sicherer Drohneneinsatz möglich, und die DGUV-Anforderungen für Befahrungsähnliche Tätigkeiten greifen.

    Zwischen diesen Polen gibt es eine wichtige Grauzone: teilentleerte oder drucklose Behälter, Anlagen im Warmstandby, zugängliche Großstrukturen. Hier ist eine Einzelfallbewertung notwendig.

    Die Frage ist nicht ‚Drohne – ja oder nein?' sondern ‚Außen oder innen?'. Außeninspektion am laufenden Betrieb ist Standardpraxis. Inneninspektion erfordert Stillstand – egal ob per Drohne oder klassisch.

    Außeninspektion: während des Betriebs

    Schornsteine, Kühltürme, Tanks von außen, Rohrleitungsbrücken, Hallendächer, Windkraftanlagen – sicher inspizierbar während laufendem Betrieb.

    Inneninspektion: Stillstand erforderlich

    Alle Confined Spaces (Tanks, Behälter, Kessel, Rohre, Schächte) erfordern Entleerung, Reinigung und Freigabe – auch bei Drohneneinsatz.

    Grauzone: Einzelfallbewertung

    Teilentleerte Tanks, drucklose Systeme, zugängliche Großstrukturen – Risikobewertung und Abstimmung mit Betreiber und ggf. Sachverständigem erforderlich.

    Betriebsbegleitende Inspektion: Was ist konkret möglich?

    Folgende Inspektionen führt Kopterflug standardmäßig ohne Betriebsstopp durch:

    Schornsteine & Kamine (außen)

    Außeninspektion von Schornsteinen und Kaminen im laufenden Betrieb mit dem DJI Matrice 30T. Risse, Fugenöffnungen, Korrosion am Metallkamin, Bewehrungsschäden im Betonmantel – sicher dokumentiert aus sicherem Abstand.

    Tanks & Behälter (außen)

    Außenwandkorrosion, Beschichtungsschäden, Dachzustand, Ventilöffnungen, Anschlüsse, Dämmungszustand – Matrice 30T mit Zoom- und Wärmebildkamera erfasst alle Schadensbilder.

    Rohrleitungsbrücken & Trägerkonstruktionen

    Rohrleitungsbrücken, Rohrracks und Stahlträgerkonstruktionen können bei laufendem Betrieb von außen auf Korrosion, Beschichtungsschäden und strukturelle Mängel geprüft werden.

    Hallendächer & Gebäudehüllen

    Industrie-, Lager- und Produktionshallen – Dachkontrolle auf Undichtigkeiten, Schäden an Lichtbändern, Korrosion an Firstträgern und Zustand von Dachdurchführungen.

    Windkraft & Hohe Strukturen

    Windkraftanlagen, Masten, Pylone, Brücken und Traggerüste – visuelle Inspektion aus sicherem Abstand, unterstützt durch 41-fach optischen Zoom des Matrice 30T.

    Thermografische Außeninspektion

    Wärmebrücken, Undichtigkeiten, Überhitzungspunkte in elektrischen Anlagen und Leitungen – per Wärmebildkamera detektierbar ohne Betriebsunterbrechung.

    Drohnenpilot und Betreiber auf Kesselhaus – Inspektion während laufendem Betrieb

    Wann ist Stillstand unvermeidbar?

    Auch wenn die Drohne viele Inspektionsaufgaben ohne Stillstand ermöglicht, gibt es Fälle, in denen der Stillstand zwingend und unumgehbar ist. Eine klare Abgrenzung schützt vor falschen Erwartungen und sicherheitsrelevanten Fehlentscheidungen.

    Zwingend Stillstand erforderlich:
    • Innere Confined Spaces: Jede Inneninspektion eines Tanks, Kessels, Reaktors, Schachts oder Kanals setzt Entleerung, Spülung und Freigabe nach DGUV-Anforderungen voraus – unabhängig davon, ob die Drohne oder ein Mensch eingesetzt wird.
    • ATEX-Bereiche mit aktiver explosionsfähiger Atmosphäre: In aktiven Ex-Zonen 0/1/20/21 ist kein Drohneneinsatz mit der nicht-ATEX-zertifizierten ELIOS 3 möglich.
    • Anlagen unter Betriebsdruck oder Betriebstemperatur: Kessel, Reaktoren und Druckbehälter im Betriebszustand sind für jeden Inneneingriff gesperrt.
    • Bereiche mit ionisierender Strahlung über definierten Grenzwerten: AKW-Bereiche mit hoher Dosisleistung erfordern besondere Strahlenschutzbedingungen und Abschaltbedingungen.

    Betriebsbegleitend nur nach Einzelfallprüfung:
    • Teilentleerte Tanks mit noch enthaltenen Produktresten oder Restgas
    • Anlagen im Warmstandby (gedrosselte Betriebstemperatur, kein Prozessdruck)
    • Großstrukturen mit eingeschränktem Zugang, aber ohne aktiven Prozessbetrieb im Innern

    Die Drohne verändert die wirtschaftliche Kalkulation, aber nicht die Physik: Ein befüllter Druckbehälter kann nicht sicher von innen inspiziert werden – weder per Drohne noch klassisch.

    Betriebsbegleitende Inspektion als Strategie: Pre-TAR nutzen

    Die effizienteste Nutzung betriebsbegleitender Inspektion ist die Pre-TAR-Strategie: Alle Außenstrukturen und zugänglichen Bereiche werden während des laufenden Betriebs inspiziert – lange bevor der nächste geplante Stillstand beginnt. Die Ergebnisse fließen direkt in die Stillstandsplanung ein.

    Pre-TAR: Außen vor dem Stillstand

    Schornsteine, Kühltürme, Tanks von außen, Rohrleitungsbrücken – alle im Betrieb zugänglichen Bereiche werden vorab per Drohne dokumentiert. Ergebnis: Kein Überraschungsbefund nach dem Öffnen.

    Scope-Reduktion durch Vorabdaten

    Wer die Außenzustände kennt, kann den Instandhaltungsscope gezielter planen. Weniger Gerüstbau, weniger Materialbestellung auf Vorrat, weniger Personalplanung für nicht notwendige Eingriffe.

    Innen erst beim Stillstand

    Confined-Space-Inspektionen (Tanks, Kessel, Kolonnen) werden beim Stillstand als erstes durchgeführt – die Drohne fliegt unmittelbar nach Freigabe, bevor Gerüst aufgebaut wird.

    Durchgängige Dokumentation

    Außen- und Innendaten aus verschiedenen Inspektionsphasen werden in einem gemeinsamen Anlagenbericht zusammengeführt – vollständige Zustandshistorie für jedes Asset.

    Häufige Fragen: Inspektion ohne Betriebsstopp

    Muss die Anlage für eine ELIOS 3 Inspektion außer Betrieb genommen werden?

    Das hängt von der Anlage ab. Bei Inneninspektionen ist meist eine Außerbetriebnahme erforderlich (Staub, Gase, Sicht, Arbeitsschutz, Explosionsschutz). Der Einsatz der ELIOS 3 reduziert jedoch die Dauer drastisch – oft von Wochen auf Tage oder Stunden –, da kein Personeneinstieg, kein Gerüstbau und keine aufwendigen DGUV-Befahrungsmaßnahmen notwendig sind. Besonders im Turnaround-Management verkürzt die Drohneninspektion den kritischen Pfad erheblich. Die konkreten Rahmenbedingungen klären wir im Vorfeld mit Ihnen.

    Was ist die Flyability ELIOS 3 und wofür wird sie eingesetzt?

    Die Flyability ELIOS 3 ist eine der leistungsfähigsten kollisionsgeschützten Indoor-Drohnen für Confined Spaces – enge und gefährliche Räume wie Tanks, Kessel, Schächte, Schornsteine und Reaktoren. Sie ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig, navigiert GPS-unabhängig per SLAM-Navigation (FlyAware™ Engine) und verfügt über 4K-Kamera, 16.000 Lumen LED und optional Thermografie + LiDAR. Mit 2025/2026-Upgrades: High-Capacity-Batterie (bis +50% Flugzeit), Tether-Option für unbegrenzte Flugzeit, Colorization für farbige 3D-Modelle und Smart Return-to-Home. Die ELIOS 3 ermöglicht Hybridinspektion – die Drohne übernimmt die Erstinspektion, der Mensch kommt nur noch dort zum Einsatz, wo Kontaktprüfung nötig ist.

    Können Inspektionen ohne Personeneinstieg durchgeführt werden?

    Ja, mit der Flyability ELIOS 3 inspizieren wir Tanks, Kessel, feuerfeste Auskleidungen, Industrieöfen, Schächte und andere Confined Spaces ohne Personeneinstieg. Die Drohne ist vollständig kollisionssicher durch einen Carbon-Schutzkäfig und übernimmt das Risiko – Ihre Mitarbeiter bleiben in Sicherheit. Keine DGUV-Befahrung, keine Rettungsketten, deutlich reduziertes Risiko für Ihr Personal.

    Welche Bereiche können mit der ELIOS 3 inspiziert werden?

    Die ELIOS 3 ist speziell für Confined Spaces entwickelt: Tanks & Behälter (Stahl, Beton, ohne Personeneinstieg), Kessel & Schornsteine (innen, nach Abkühlung <50°C), Feuerfeste Auskleidungen (Industrieöfen, Brennkammern), Reaktoren & Kolonnen (Chemie, Öl & Gas), Schächte & Kanäle (ab 50 cm Öffnung, Großprofile ≥150 cm Ø), Silos & Hochregallager, Bergbau (Stollen, Schächte, Post-Blast), Windkraftanlagen (Rotorblätter innen). Überall dort, wo Personeneinstieg gefährlich, aufwendig oder unmöglich ist.

    Sind DGUV-Befahrungsmaßnahmen erforderlich?

    In vielen Fällen entfallen durch den Einsatz der ELIOS 3 aufwendige DGUV-Befahrungsmaßnahmen (DGUV Regel 113-004), da kein Personeneinstieg erforderlich ist. Die Drohne übernimmt das Risiko – Ihr Personal bleibt in sicherer Entfernung. Freimessungen und Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch erforderlich, aber deutlich reduziert. Wir klären die konkreten Anforderungen im Vorfeld mit Ihnen und den zuständigen Stellen.

    Welche Daten liefert die ELIOS 3 Inspektion?

    Die ELIOS 3 erfasst umfassende Daten: 4K-Videos und Fotos (3840×2160, 30 fps, Low-Light-optimiert), LiDAR-3D-Punktwolken als Grundlage für einen digitalen Zwilling Ihrer Anlage (Präzision im Zentimeterbereich, .las/.e57-Format, CAD/BIM-fähig), Farbige 3D-Modelle (seit 2025: Colorization für fotorealistische Visualisierung), Radiometrische Thermografie (optional) für Korrosionsmonitoring, Hotspots und CUI-Erkennung, Georeferenzierte Daten für präzise Schadenskartierung. Sie erhalten einen detaillierten Inspektionsbericht mit Zustandsdokumentation, Schadenserfassung und systematischer Befundübersicht – orientiert an relevanten Normen der Industrieinspektion.

    Welche Vorteile hat die ELIOS 3 gegenüber klassischen Methoden?

    Durchschnittlich ca. 80% Kostenersparnis: Kein Gerüstbau, keine Entleerung, kein Befahrungs-Team. Drastisch reduzierte Stillstandzeiten: Stunden statt Wochen. Maximale Sicherheit: Kein Personeneinstieg notwendig, deutlich reduziertes Risiko. Präzise Daten: 4K + LiDAR (im Zentimeterbereich) + Thermografie. Normkonform: BetrSichV, DGUV, EN 12952, API 653. Deutschlandweit verfügbar, schnelle Terminvergabe.

    Welche Drohnen setzt Kopterflug ein?

    Wir setzen je nach Aufgabe unterschiedliche Systeme ein: Flyability ELIOS 3 für Innenbereiche und Confined Spaces (kollisionsgeschützt, LiDAR, Thermografie, Navigation ohne GPS), DJI Matrice 30T für Außeninspektionen (Zoom, Thermografie, große Reichweite) und Unterwasserdrohnen (ROV) für gefüllte Tanks und Unterwasserbereiche. Entscheidend ist nicht die Drohne, sondern die passende Technologie für die jeweilige Aufgabe.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

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    Beschreiben Sie Ihre Anlage und Ihre Inspektionsziele – wir erstellen eine Machbarkeitseinschätzung und zeigen auf, was ohne und was mit Stillstand möglich ist.

    Dipl.-Ing. Karsten Lehrke
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